Markója Csilla szerk.: Mednyánszky (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2003/2)

Das Leben und die Kunst von László Mednyánszky, mit besonderer Rücksicht auf die Periode vor - Zsófia Kiss-Szemán: Mednyánszky und der Wiener „Stimmungsimpressionismus"

Die Eindrücke, die Mednyánszky während seines frühen Wienaufcnthaltes sammeln konnte und die damit in Verbindung stehende Zusammenführung von Landschaftsmalerei und figuraler Darstellung wirkte sich nach­haltig auf seine Kunstausübung aus und erreichte in den Jahren des Krieges ihren Höhepunkt, z. B. In Serbien (Kat. 224). Mednyánszky pflegte in seinen Gemälden eine Art von Stimmung, die vom Gefühl getragen und von einer gewissen sentimentalen, melancholischen Laune untermalt ist. Durch seine Neigung zur Depression kam ihm die Wiener Malerei sehr entgegen. Aus den Bildern, die in den achtziger Jahren entstanden und die von einer melan­cholischen Stimmung durchdrungen sind, können wir nur erahnen, wie weit und in welche Tiefen Mednyánszky in der Erforschung der menschlichen Seele gelangt war. Im Zusammenhang mit Mednyánszkys Kontakten zur Wiener Malerei und zur Landschaftsmalerei überhaupt können wir abschließend feststellen, dass diese viel enger waren, als sie in der bisherigen Fachliteratur vorausge­setzt wurden. Es ist hinzuzufügen, dass sich diese Beziehungen vor allem auf theoretischem und prinzipiellem Niveau äußerten. Man kann aber auch manche konkrete und nahe Parallele zwischen den einzelnen Künstlern und ihren Werken beobachten. Mednyánszky fand in der Zeit seiner Wiener Aufenthalte Beistand und Unterstützung für die Formierung seiner malerischen Entwicklung. Dabei muß auf jeden Fall betont werden, dass sich der ganze Prozess auf einer Ebene entwickelt hatte, die in der Malerei aus Barbizon wurzelt. Abschließend muss festgestellt werden, dass Mednyánszky die Ergebnisse dieser Periode, sowie die aus den Kontakten mit den Wiener Malern resultierenden Erkenntnisse in sein Schaffen organisch einarbeitete und eingliederte, um sie in den späteren Phasen seiner schöpferischen Entwicklung auch kreativ auszunützen. ANMERKUNGEN 1 Diese haben sich im Schloss von Strázky erhalten und heute befinden sie sich in der Slowakischen Nationalgalerie in Bratislava (SNG, Inv.-Nr. 422/K, a-f). 2 Siehe z. B. das Werk mit dem Titel Alte Buchen in Banski Dvor (Staré buky v Banskom Dvore, 1872, Aquarell auf Karton, 25 x 32,1 cm, bez.: „Banski Dvor Mednyánszky", SNG, Inv.-Nr. 424/K). Über diesen Aufenthalt schreibt Czóbel Istvánné Mednyánszky, Margit: László - Brouillon (visszaemlékezés) [Rückerinnerung]. Enigma, No 24/25, 2000. 60. 3 Czóbel (wie Anm. 2) 61-62. Nach der Beschreibung der Schwester war Mednyánszky zum ersten Mal allein im Ausland, ohne Familie. Er soll alles verschenkt haben, war ohne Geld und aß zusammen mit den Elenden in der Küche für die Armen. 4 Malonyay, Dezső: Mednyánszky. Budapest 1905. 28. Malonyay weist daraufhin, dass Mednyánszky und weiteren Künstlern aus Ungarn (z. B. auch László Paál und Tivadar Feledi) in Barbizon neben Odilon Redon auch Karl Bodmer zur Seite stand. Dieser Einfluss wurde erstmals behandelt von: Schanzer, Mária: Mednyánszky. Budapest 1935. 17. 5 Siehe: Kiss-Szemán, Zsófia: Mednyánszky László 1877—81-es naplója és a Varjak az itatón című festmény története [Tagebücher von László Mednyánszky aus den Jahren 1877-81 und die Geschichte des Bildes Krähen auf der Tränke]. Enigma, No 24/25, 2000. 307-318, sowie Dies.: Szemelvények Mednyánszky László korai naplójából [Auszüge aus dem frühen Tagebuch von László Mednyánszky] (1877-1881). Hrsg. u. mit Anm. vers. v. Zsófia Kiss-Szemán. Enigma, No 24/25, 2000. 319-344. 6 Ich denke z. B. an folgende Beispiele: Landschaft mit Frauen beim Waschen und Fischern (Krajina s práckami a rybármi, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 2505) (Kat. 16) oder Ein Fischer beim Mondaufgang (Rybár pri vychode mesiaca, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 2503). 7 Zu diesem Begriff siehe z. B.: Mednyánszky László naplója (Szemelvények) [Tagebuch von László Mednyánszky (Auszüge)]. Hrsg. u. mit Vorw. u. Anm. vers. v. Ilona Brestyánszky. Budapest 1960. 23. - 3. Januar 1894. 8 Italienische Kopfstudien: Bohémien (Bohém, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 6775); Junger Knabe im Hut (Mlady chlapec v klobü­ku, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 6784); Mann im Profil (Muzzprofilú, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 6755); Junger Knabe im Profil (Mlady chlapec z profilú, um 1880, SNG, Inv.-Nr. O 6786). 9 Szemelvények Mednyánszky László korai naplójából (wie Anm. 5) 335. 10 Malonyay (wie Anm. 4) 29. Malonyay formuliert in seinem Text die Namen in ungarischer Schreibweise, so etwa „Rusz" (Russ) und „Kánon" (Canon). 11 Schanzer (wie Anm. 4) 18-21. 12 Kállai, Ernő: Mednyánszky László. Budapest 1943. 29. 13 Mednyánszky László naplója (wie Anm. 7) 11. 14 Vámosiová, Sofia: Slovenská krajina v diele Ladislava Mednyánszkeho. In: Z novsích vytvarnych dejín Slovenská. Red. Ladislav Saucin. Bratislava 1962. 51. Auch wenn Vámosiová einige Bilder erwähnt und diese in die Zeit, als der Wiener Einfluss auf Mednyánszky besonders wirkte, einreiht, hat sie für diese Behauptungen keinen Beleg. Die Anspruchslosigkeit von Mednyánszkys Landschaftsbildern in dieser Zeit begründet sie mit der Tatsache, dass Mednyánszky oft in finanziellen Schwierigkeiten war und seine Bilder unter dem Preis verkaufte. Diese Behauptung hält aber für jene Periode nicht stand, weil Mednyánszky, wie es in seinem Tagebuch heißt, sein erstes Bild in Rom verkauft und in den 1880er Jahren noch immer verhältnismäßig wenige Bilder gefertigt hatte. 15 Sarkantyú, Mihály: Mednyánszky László (1852-1919). Budapest 1981. 8. 16 Markója, Csilla: „Die Hauptsache, das einzig Bleibende ist die Stimmung." Von der Stimmung bis zum Motiv. László Mednyánszky und der Stimmungsimpressionismus. Enigma, No 34, 2002. 170-171. Markója analysiert diese Bilderzyklen weiter: bei Schindler auf den Zyklus der Monate und auf den Zyklus der Gemälde mit Pappeln aus den neunziger Jahren, bei Mednyánszky auf die Vorliebe für Motive, die sein ganzes Schaffen hindurch wiederkehren. Daraus könnte man folgern, dass ihr Interesse für die Bildsequenzen aus derselben Quelle, also der des französischen Impressionismus ent­springt. 17 In dieser Ausstellung präsentierte er das Werk mit dem Titel Herbstlandschaft (Jesenná krajina) Siehe: Katalog der ersten internationalen Kunstausstellung im Künstlerhause. Wien 1882. No 57.

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