Markója Csilla szerk.: Mednyánszky (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2003/2)
Das Leben und die Kunst von László Mednyánszky, mit besonderer Rücksicht auf die Periode vor - Katarína Benová: Die frühen Jahre - László Mednyánszky und Strázky (Nagyőr, Nehre)
Malern von Barbizon und suchte so weiterzukommen. So fand er zur Welt seiner Wanderungen in Nagyőr und zu seinen instinkthaften Versuchen, zur Natur zurück." 54 Strázky, Schauplatz von Begegnungen und Besuchen Mednyánszkys Besuche in Strázky, nachdem er seine Studien beendet hatte, lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. In der ersten Periode seiner Schaffenszeit spielten die Jahre 1875/76 die wichtigste Rolle, als der Maler jeden Sommer nach Strázky zurückkehrte. Nach der Rückkehr aus Italien führte ihn sein Weg über Beckov abermals nach Strázky. 1878 bis zum Winter des Jahres 1879 hielt er sich ebenfalls des öfteren in Strázky auf und malte dort unermüdlich. In die zweite Gruppe gehören jene Besuche, die er zu seiner Erholung unternommen hat. 1880 begab er sich erneut nach Szolnok, wo ihn die Landschaft der Tiefebene fesselte. Seine starken Eindrücke in der Stadt hielt er im Aquarell Der Jahrmarkt in Szolnok (Kat. 320) fest, das er seiner Mutter als Weihnachtsgeschenk überreichte. Durch das Arbeiten in der sumpfigen Landschaft verwundert es nicht, dass ihm sein Rheumatismus erneut zu schaffen machte. Er wurde im Bad zu Trencín (Trencsén) gesund und begab sich zur Erholung erneut nach Strázky. Somit wurden ihm Schloss und Park sozusagen zum „Privatsanatorium", wo er seine physischen wie psychischen Krankheiten zu heilen suchte. Während dieser Zeit arbeitete er fleißig weiter. Daneben besuchte ihn Nándor Katona, der Sohn des jüdischen Wirtshausbesitzers in Kezmarok, 55 der von ihm die Grundlagen der Malerei erlernen wollte. Nachdem sich Mednyánszky über das Talent von Katona überzeugt hatte, nahm er ihn zum Schüler. Den fünfzehnjährigen Knaben führte er in seinem Atelier in Strázky in die Geheimnisse der Malerei ein, er ging mit ihm auf Wanderungen und im Winter nahm er ihn sogar nach Wien mit, um den Knaben mit den dortigen Kunstschätzen vertraut zu machen. In die dritte Gruppe gehören jene Besuche, deren Anlass irgendein Familienereignis gewesen ist, Namenstage oder Geburtstagsfeste, aber auch traurige, mit depressiven Gemütsstimmungen verbundene Ereignisse, so etwa im Jahr 1883, anlässlich des Todes seiner Mutter, oder im Jahr 1895, als sein Vater verstorben war. Nach dem Tod seiner Mutter vermied er es für längere Zeit, seine Heimat zu besuchen und kehrte erst im Sommer des Jahres 1888 zu einer Familienversammlung zurück. Um diese Zeit traf er sich immer häufiger mit Minka Czóbel, der Schwester seines Schwagers, mit der er einen Ausflug ins Tatragebirge unternahm. Diese Jahre, die eigentlich als ruhig bezeichnet werden können, waren aber oft durch düstere Ereignisse und Todesfälle getrübt: Im Jahr 1888 erkrankte der erstgeborene Sohn seiner Schwester und László fuhr bis nach Kosice (Kassa), um einen Arzt zu holen, doch die Mühe war vergebens. 56 Dieses Ereignis verewigte Mednyánszky als Gemälde, das den Titel Totes Kind trägt (Kat. 39), wobei hinzugefügt werden muss, dass dieser Darstellung mehrere Zeichnungen vorangingen z. B. Sterbendes Kind (Kat. 340) oder Neben dem sterbenden Jungen (Kat. 341). Obzwar der Titel eine genaue Personenzuschreibung erlaubt, ist eine genaue Identifizierung des toten Kindes unmöglich, denn das Kind erinnert ebenso an den Jungen von Mednyánszkys Freund, János Dinda, des Kutschers von Strázky, 57 Einige Wochen nach seinem zweiten Aufenthalt in Frankreich 1891, erschien er ein weiteres Mal im Schloss, arbeitete dort einige Wochen lang und begab sich danach mit Árpád Feszty und dessen Frau ins Tatragebirge. Nach seinem nächsten Pariser Aufenthalt suchte er im August des Jahres 1892 abermals den Familiensitz auf und war - wie aus den Aufzeichnungen seiner Schwester hervorgeht - bei guter Stimmung und hat viel von seinen Erlebnissen in Frankreich und der dortigen Künstlerwelt erzählt. Den harten Winter von 1893/94 verbrachte er in Strázky, malte schneebedeckte Landschaften und ging oft auf dem Eis des zugefrorenen Flusses Poprad spazieren. Im Juli des Jahres 1894 erkrankte er in Budapest an Scharlach und begab sich in ein Sanatorium im Tatragebirge, wo er sich von Dr. Szontágh behandeln ließ. Die Zeit bis Weihnachten verbrachte er in Strázky und schuf eine Anzahl von Werken, die das Tatragebirge zum Thema haben, 58 Der Tod des Vaters 1895 hatte zur Folge, dass sich Mednyánszky immer seltener in Strázky aufhielt. Während seiner Reisen durch Nordungarn im Jahr 1895 besuchte er öfters Beckov, wo ihm Janka Sirchich - wahrscheinlich die einzige Frau, die ihm nahe stand, und mit der er all seine Freuden und seinen Kummer teilen konnte - den Haushalt geführt hat. 59 Nach seiner letzten Reise nach Paris fuhr er mit Katona für einige Tage ins Tatragebirge um dort zu malen. In Ermangelung von Dokumenten wissen wir über die Reisen der folgenden Zeit wenig. Im Jahr 1907 suchte er Beckov auf, ruhte dort aus, malte viel und sollte sich erst im darauffolgenden Jahr für einige Wochen nach Hause begeben. Zuvor aber mußte er sich in Budapest einer kleineren Operation unterziehen. Seinen letzten Aufenthalt in Strázky im Frühjahr 1918 verbrachte er, an seinen Kriegsverletzungen laborierend, mit malen und zeichnen. Nachdem er im Sommer wieder zu Gesundheit gelangt war, langweilte er sich, ließ seinen Sekretär Pálmai kommen und begab sich mit diesem nach Wien. Dort beendete er in kurzer Zeit zahlreiche Bilder und kehrte erschöpft heim. In seinen letzten Lebensjahren hielt er sich also wiederum regelmäßig in Strázky auf. 60 Trotzdem ereilte ihn der Tod nicht daheim, sondern in Wien, am 17. April 1919. Mednyánszky porträtierte seine Familienmitglieder oder die Bekannten seiner Familie äußerst selten. Trotzdem kennen wir auch einige solcher Porträts. Um 1888 malte er das Bildnis seines Schwagers István Czóbel und seiner Eltern. 61 Die wichtigste Person, die er in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts verewigte, war sein Vater Eduárd Mednyánszky. Eine intime Atmosphäre vermittelt die Darstellung Lesender. Vater des Künstlers, Eduárd Mednyánszky (Kat. 72), die im Turminneren des Schlosses von Strázky entstanden ist, wofür das vergitterte Fenster und die Nische, in dem der Vater sitzt, sprechen. Vermutlich aus der selben Zeit stammt Profil vom Vater des Künstlers mit Zwicker (Kat. 73). 62 Unter den porträtierten Personen, die Mednyánszky nahe standen, finden wir auch seinen Freund Zsigmond Justh. So wird in der Sammlung der Slowakischen Nationalgalerie das Bild Bildnis von Zsigmond Justh (Kat. 61) aufbewahrt, bei dem nachgewiesen werden konnte, dass es sich um das Profilbild des jungen Schriftstellers han-