Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)
Raoul H. Francé-emlékülés - GEORG SIEBENEICHER: Justus Liebig, Raoul Francé, Sir Albert Howard — drei Begründer biologischen Landbaues
Nach Lchraufträgen in Indien und Britisch Guiana war Howard von 1902-1905 Botaniker am Wye College im Hopfenanbaugebiet der südenglischen Grafschaft Kent. Immer geht es ihm um die Wechselwirkungen zwischen Kulturverfahren und Pflanzengesundheit: in Indien ging es um die vorbeugende Behandlung von ZuckerrohrJungpflanzen gegenüber Pilzkrankheiten, in Kent beim Hopfen um die bessere Entwicklung und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten allgemein. Ein Ergebnis: "Bestäubte weibliche Pflanzen waren widerstandsfähiger als nicht bestäubte". 1905 beginnt Howards grosse Zeit als Forscher, beginnt das Vierteljahrhundert bis 1930 als "Erster Regierungs-Botaniker der Regierung von Indien" mit Sitz in Pusa. Das dort 1904 begründete Institut bestand aus 13 Abteilungen — Howard bekam die botanische Abteilung. Er wusste schon damals: Boden und Pflanzengesundheit gehören zusammen. Er hielt sich an die seiner Ansicht nach widersinnige Trennung nach Abteilungen, arbeitete aber so eng wie möglich-mit allen Abteilungen zusammen, beim Anbau von Obst und Hopfen, Leguminosen und vielen tropischen Pflanzen wie Tabak und Indigo, Tee, Kaffee und Kakao, Baumwolle und Kautschuk, aber auch Reis und Weizen. Sein Interesse galt auch hier der Frage: Wie hängen Pflanzengesundheit und Kulturverfahren miteinander zusammen? Beispielsweise bei der Bewässerung: Überwässerung begünstigte den Befall durch die Grünfliege. Oder die Frage des Graswuches unter Forst- und Obstbäumen: Obstbäume brauchen gut durchlüfteten Boden, Forslpflanzen vertragen Graswuchs. Das Indore-Kompostverfahren Berühmt wurden die in Pusa gezüchteten Weizensorten, an deren Zucht Howard mitgearbeitet hatte. Ein Hauptvorzung der Pusa-Sorten war ihre Resistenz gegenüber Rost. Bei dieser Arbeit hatten sich für Howard zwei Dinge bestätigt: Erstens, es ist nutzlos, Pflanzenkrankheiten ohne den Zusammenhang zwischen Boden und Pflanze zu studieren; zweitens, die Art, wie die Völker des Ostens ihren Boden behandeln ist zu respektieren! Bei der Entwicklung des Indore-Kompostverfahrens konnte Howard diese Grundsätze anwenden. 1924 wurde in Indore ein unabhängiges Institut gegründet, nach der Erkenntnis: Pflanze und Boden stehen in Wechselwirkung miteinander, vor allem hinsichtlich Pflanzengcsundheit. Diese Gründung wurde möglich durch Pacht einer Fläche von rund 150 ha auf 99 Jahre und grosszügige Unterstützung durch das Baumwoll-Institut. Die Jahre in Indore bestätigten Howard endgültig: Das bisherige System der landwirtschaftlichen Forschung ist veraltet. Die Grundregeln des Indore-Kompostverfahrens Pflanzliche und tierische Stoffe gehören zusammen. Die pflanzlichen müssen zerkleinert, insbesondere Rinden aufgebrochen w r erden, damit Pilze leicht Zugang haben; das C/N-Verhältnis sollte ungefähr bei 33:1 liegen; tierische Rückstände sind notfalls durch Blut-, Horn- oder Hufmehl zu ersetzen; überschüssige Säure ist abzubinden, um