Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Geday, Gusztáv: Erscheinen und Verbreitung des Jonathanapfels in Ungarn

ERSCHEINEN UND VERBREITUNG DES JONATHANAPFELS IN UNGARN GUSZTÁV GEDAY (Budapest, Hungary) Die moderne weltumfassende Pflanzenzüchtung zieht die Verbreitung je einer Sorte auf dem ganzen Erdkreis nach sich. Besonders charakteristisch ist dies, im Gartenbau. Die Obstbauer erzeugen — abweichend von den Land­wirten, sogar von den Gemüsebauern — auf der ganzen Welt verbreitete Zucht­sorten. Das Erscheinen einer neuen, wichtigen Sorte in einzelnen Ländern ist deshalb von so großer Bedeutung, weil es die Entwicklungsstufe der Garten­baukultur des Landes illustriert. Die Einführung einer weltberühmten Obst­sorte zieht unbedingt auch die Erweiterung und Entwicklung des Kultur­niveaus der Anbauer nach sich: ohne dies müßte die aktive Teilnahme am Anbau im Weltausmaß zu Mißerfolg führen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Erscheinen und die Verbreitung des Jo­nathans in Ungarn. Der Anbau dieser Apfelsorte erweiterte nicht nur das geistige und materielle Rüstzeug der Züchter in Ungarn, sondern bildete auch ihre ganze Anschauung um. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß sich nicht nur die Bodenvorbereitung, Bodenbearbeitung, Nährstoffergänzung, Baumform, Bebauungsmethode, der Pflanzenschutz, die Ernte, Verarbeitung und Lagerung des Obstes usw. verändert, sondern auch der Obsthandel umgestaltet hat. Die Sorte entstand auf dem Farm von PHILIP RICK in Woodstock (New York State) gegen 1800, vermutlich als Sämling des ESOPUS SPITZENBERG. JONATHAN HASBROUCK lenkte die Aufmerksamkeit darauf. Aufgrund dessen veröffentlichte J. BUEL 1826 die erste Beschreibung der Sorte, unter dem Namen New-Esopus Spitzenberg und als Synonim Ulster Seedling'. BUEL vermehrte sie schon in Jahre 1829 und nannte sie nach JONATHAN HAS­BROUCK „Jonathan" 2 . Heute ist er schon unter diesem Namen weltbekannt. In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich diese Sorte seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit großer Geschwindigkeit ver­breitet. Ihr Erscheinen in Europa fiel — laut literarischer Daten 3 — auf die IKARMACSI, B. Jonathan-alma (Jonathanapfel). A Magyar Gyümölcs 1: 2. 1934. 22. 2 BEACH, S. A. The apples of New York. Albany 1903. I. 172. — TOM­CSÁNYI, P. Gyümölcsfajták irodalmi vonatkozásai (Literarische Beziehungen von Obstsorten). Budapest 1960. 5—6. 3LUCAS, E. —OBERDIECK, I. G. C. Illustriertes Handbuch der Obstkunde. Stutt­gart 1875. Bd. VIII. 149. — KESSLER, H. Apfelsorten der Schweiz. Bern 1947. 40. — TOMCSÁNYI, P. op. cit. 5. — RAVEL D'ESCLAPON, G. Variétés de pommes amé­ricaines. Ed. G. M. Perrin. 1965. 123. etc.

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