Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Timár, Eszter: Regionale Umgestaltung der traditionellen Landwirtschaft Ungarns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Im ganzen gestaltete sich die strukturelle Verteilung der Anbauzweige in Ungarn folgenderweise:' Anbauzweige 1850 1895 v. H. v. H. Ackerfelder 37,1 46,8 Wiesen 12,4 8,9 Gärten 2 1,2 Weiden 15,5 12,7 Waldungen 25,3 23,7 Weingärten 1,6 1,1 Schilfdickicht 0,8 0,4 brachliegendes Gelände 7,3 5,2 Aus obiger Tabelle ist die bedeutende Tatsache ersichtlich,, daß sich die Ackerfelder — im Vergleich zur Gesamtfläche des Landes — in etwas we­niger als einem halben Jahrhundert um nahezu 10 v. H. vergrößerten, und zwar zu Lasten der übrigen Anbauzweige — insbesondere auf Kosten der Wiesen und Weiden. Die umfangreiche Ausrottung der Schilfdickichte und der Anbau auf bisher unproduktiven Gebieten trugen ebenfalls zur Ausdehnung der Ackerfelder bei. Die Weinbaugebiete verminderten sich jedoch nicht zu Lasten der Ackerfelder, sondern durch die Verwüstungen der Phylloxera ge­gen Ende des Jahrhunderts. Zufolge des überwiegenden Anteils der Naturalwirtschaft konnte sogar Ende des 19. Jahrhunderts in der ungarischen Landwirtschaft noch kaum eine regionale Spezialisierung beobachtet werden. Eine gewisse Entwicklung war aber trotzdem zu verzeichnen, wie dies von den Wandlungen bezüglich der Anbauzweige in den Jahren 1850 bis 1895 bestätigt wird. Infolge der beschränkten regionalen Spezialisation prüfte ich das Ausmaß der Änderungen nicht aufgrund der einzelnen Landschaften oder wirtschaf; ­geographischen Regionen, sondern von den administrativen Verwaltungsgren­zen ausgehend Auch bei der kartographischen Schilderung der in den ein­zelnen Komitaten hinsichtlich der Anbauzweige erfolgten Änderungen zeich­nen sich die Spuren der primären regionalen Spezialisation ab. Die aufgrund der Kartogramm-Methode verfertigten Landkarten veranschaulichen den pro­zentuellen Anteil der sich vollzogenen Wandlungen in den Jahren 1850 bis 1895. Mit Rücksicht darauf, daß die administrativen Verwaltungsgrenzen sich in den siebziger Jahren verändert haben, mußten die regionalen Daten — ent­sprechend der Erfassung von 1850 — umgruppiert werden. 3 Ungarns Ackerfläche erfuhr in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Ausweitung von etwa 4,6 Millionen Katastraljoch. Das Maß des Wachstums war — je nach den Gegebenheiten der Natur und den naturformenden sozialen Erscheinungen — auf den einzelnen Gebieten unterschiedlich. Die größte Aus­dehnung der Ackerbestellung war in den Komitaten (Bezirken) der Tiefebene zu beobachten, wo ein weiteres Gebiet von über 10 v. H. in den Ackerbau ein­2 Die Gärten wurden in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch zusammen mit den Wiesen erfaßt. 3A Magyar Korona országainak helységnévtára 1873. (Ortslexikon der Länder der Ungarischen Krone 1873). Budapest 1873. 1538. — A parasztság Magyarországon a kapitalizmus korában 1848—1914, szerk. Szabó I. (Das Bauerntum in Ungarn im Zeitalter des Kapitalismus 1848—1914, red. I. Szabó), II. Budapest 1965.

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