Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kodedová, Oldriska: Hauptzüge der landwirtschaftlichen Entwicklung in den böhmischen Ländern und das landwirtschaftliche Schulwesen in den Jahren 1870 bis 1914

frucht verknüpft ist, hoben unter anderem die Wichtigkeit der Fachkenntnisse und erzwangen sich eine größere Arbeitsleistung. Die Technik des Wirtschaf­tens wurde komplizierter und das agrotechnische Verfahren anspruchsvoller. Die ererbten Kenntnisse genügten immer weniger, die Allherrschaft der Natur­elemente wurde von Landwirtschaftsmaschinen und der fortschreitenden App­likation wissenschaftlicher Erkenntnisse beschränkt, den Segen Gottes ersetzten chemische Mittel. Diese Entwicklung verlief jedoch sehr langsam, in den böhmischen Ländern länger als 100 Jahre. Trotzdem bestimmte sie immer mar­kanter das Leben auf dem Dorfe mit. Direkt oder indirekt griff sie in die Arbeitsbedingungen der Landwirtschaft, sowie in die sozialen Beziehungen auf dem Lande ein. Sie beeinflußte auch die Stellung des freien sowie des land­wirtschaftlichen Arbeiters. 2 Im Veränderungs- und Entwicklungsprozeß der Landwirtschaft in den böhmischen Ländern spielte auch das landwirtschaftliche Schulwesen eine nicht ganz kleine Rolle. Das landwirtschaftliche Fachschulwesen hing mit dem ge­samten Fragenkomplex der Bildung und Wissenschaftsentwicklung zusam­men, 3 und in einzelnen Etappen der gesellschaftlichen Entwicklung der böhmi­schen Länder verfolgte es seinen eigenen spezifischen Weg. In ihm spiegelten sich die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse und es hing vor allem mit den Hauptzügen der Landwirtschaft in den böhmischen Ländern zusammen. Bei der nationalen und politischen Unterdrückung der böhmischen Länder im Rehmen der habsburgischen Monarchie hatte das landwirtschaftliche Schul­wesen nicht nur für die Entwicklung der Landwirtschaft eine Bedeutung. Es spielte eine Rolle nicht nur vom Standpunkt der Produktion, sondern auch als Faktor in der nationalen Bewegung, in den Bestrebungen nach politischer Be­tätigung der Bauernschaft, und es kann gesagt werden, daß es in bestimmter Hinsicht eine der Voraussetzungen für den Demokratisierungskampf des Lan­des war. Der Kampf um eine, der gleichzeitigen Gesellschaftsentwicklung ent­sprechende Fachbildung wurde so zu einem Teil der Emanzioationsbestrebun­gen des böhmischen Volkes, dessen Mehrheit noch die Bauernschaft bildete. Ein nur flüchtiger Blick auf die Gesellschaftsentwicklung von 1848 an genügt, um zu beweisen, daß wann immer es auch zu einem Aufschwung der Volksbewegung kam, dazu immer Forderungen nach der Bildung der Bauern­schaft gehörten. 4 Auch die auftretende Arbeiterklasse, 5 trotz ihrer zahlreichen Teil IL, Bd 1 und 2, Praha 1960 zu erwähnen. Ferner z. B. die Studien von Prof. F. LOM. Zemëdëlstvi v ceskych zemích od r. 1848. Brno 1930; von J. PURS. Die Ent­wicklung des Kapitalismus in der Landwirtschaft. Jahrbuch für Wirtschftsgeschichte 1963; von F. STOCES. Dvë etapy ve vyvojizemëdélskych závodú. Politická ekonomie. CSAV 1957; von F. KUTNAR. Praha agrarnë technické revoluce, z ceskych dëjin. In: Sborník praci in memóriám Prof. dr. V, Husy. Praha 1966. 2 Siehe R. FRANÉK. Nèkteré problémy sociálního postavení rolnictva v Cechách na konci 19. a poéátkem 20. století. Praha 1967; O. KODEDOVA. Postavení zemë­dêlského proletariátu v Cechách koncem 19. století. Praha 1967. SSiehe F. LOM— M. VOLF— J. KABRHEL. Vyvoj zemëdëlskych vëd a pokrok v zemëdëlstvi na území CSSR. Praha 1968. 4 Ob es im Jahre 1848 war. zur Zeit der Volksversammlungen in den 60er Jahren, der Volksbewegungen in den 90er Jahren, um die Wende des 19. zum 20. Jh.. oder in der Zeit der Kämpfe um die Demokratisierung der habsburgischen Monarchie zwischen 1905 und 1907. 5 Siehe die Protokolle der Parteitage der sozialdemokratischen Partei, besonders von den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts an (tschecho-slawische und österreichische).

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