Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Martha, Zsuzsanna: Die Umwandlung der traditionellen Geflügelzucht in Ungarn

kulturen konnten jedoch mit ihren anspruchsvollen Rassen die Konkurrenz der Geflügelhaltung der Bauern nur solange bekämpfen, bis zu ihrer Geflügel­zucht und Bruteiproduktion die staatliche Unterstützung gesichert war. Die meisten dieser Monokulturen sind 1931 zufolge der großen neueren Wirtschafts­krise zugrunde gegangen. 11 Das Ackerbauministerium versuchte von diesem Zeitpunkt an, die Zucht des Bauernvolkes mit guten Zuchttieren regelmäßig zu versehen, um auf diese Weise die Geflügelzucht zu fördern. Mit Rhodeländer-Hähnen, Emdener Gan­sern, Pekinger Erpeln und Bronzeputern wurde die vor dem ersten Weltkrieg organisierte, doch während des Krieges aufgelassene Tauschaktion mit Geflügel männlichen Geschlechts wieder eingeführt. Vom Jahre 1933 an wurden gleicher­weise sog. veredelte ungarische Hähne verteilt. Auch diesmal lag jedoch der Hauptfehler der Tauschaktion wie vor einem Vierteljahrhundert darin, daß sie nicht genügend umfangreich war. 12 Von der zweiten Hälfte der 1920er Jahre an wurden an zahlreichen Orten des Landes stets mehr und mehr große Brutstationen errichtet. Auf diese Weise wünschte man für Exportzwecke die massenhafte Produktion der Geflügel­produkte von ausgeglichener guter Qualität zu erleichtern. Mit der Zeit wur­den diese Brutstationen zu den wichtigsten Faktoren des allmählichen Austau­sches der gemischten Geflügelbestände der Bauern. Für die Brutstationen wurden die Bruteier von den staatlich kontrollierten Geflügelfarmen, sowie von den sog. Musterdörfern der Geflügelzucht besorgt, wo man seit 1942 auch Herdbuchgeflügel züchtete, das von veterinärem Gesichtspunkte aus eben­falls einwandfrei befunden wurde. Zu Beginn der 1940er Jahre kamen die Fachberaterinnen für Geflügelzucht zu einer wichtigen Rolle. In Ungarn bestand bis zum zweiten Weltkrieg mit wenig Ausnahmen eine typisch kleinbetriebliche Geflügelzucht. Großbetrieblicher Herstellung der Geflügelprodukte konnte man sich damals in Ungarn nur in den industriel­len Geflügelmastanstalten, die auf konzentriertere Massenproduktion von Ge­flügelfleisch und Geflügelfett eingerichtet v/urden, seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begegnen. 13 Für die Geflügelzucht des ungarischen Bauernvolkes vor 1945 waren die Extensivität und die Verwertung des für anderes Nutzvieh nicht verwendbaren Futters stets charakteristisch. Die Produktions- und Arbeitsorganisation hat sich auch in den über größere Bestände verfügenden Gehöftwirtschaften der ungarischen Tiefebene nicht in vielem von der traditionellen Geflügelhaltung unterschieden. Es wurden nämlich auch dort keine neue Haltungstechnologie eingeführt, keine neuen Betriebspläne festgelegt. Seit dem zweiten Weltkrieg, hauptsächlich in den letzten 10 Jahren mach­te die ungarische Geflügelzucht eine gewaltige Umwandlung durch, die dadurch ermöglicht wurde, daß die moderne Genetik und Fütterungslehre, insbesondere im Zusammenhang mit der Aufzucht der Küken und mit der Fleischpro­,l KOCSONDI NÉMETH, L. A baromfitartás üzemi szerepe és jövedelmezősége a kisgazdaságokban (Die Rolle im Betrieb und die Rentabilität der Geflügelhaltung in Kleinwirtschaften). Budapest. 1938. 11. ^Magyarország földmívelésügye az 1937. évben (Agrikultur Ungarns im J. 1937). Budapest 1939. 16.* 13(G., G.) Egy nagy baromfi-hizlalási és kereskedési vállalat (Ein großes Unter­nehmen für Geflügelmästung und -handel). Gallus 7: 1883. 95.

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