Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kisbán, Eszter: Eingliederung neuer Anbaufrüchte in die Volksnahrung

Daren Großen Ungarischen Tiefebene. 1 Das östliche Neuerungsgebiet umfaßt das geographische Transsylvanien (Siebenbürgen) und das ihm benachbarte nörd­liche Tiefebenenrandgebiet. Die geographischen Daten, Zeit- und Betriebsan­gaben lassen darauf schließen, daß der Maisanbau in diesem Gebiet zunächst dort einsetzte, wo er auch mit den ersten Archivsangaben belegt ist. Das zu jener Zeit einen selbständigen Staat bildende, mit dem Mitteimerraum rege Beziehungen pflegende Fürstentum Transsylvanien besaß am nördlichen Rand­gebiet Transsylvaniens ein Kammergut, wo im Jahre 1639 Maiskorn gespeichert wurde. 1652 haben wir die erste Nachricht expressis verbis von seinem Anbau. Sowohl geographisch, wie auch betriebsmäßig durfte der Ausgangspunkt wohl hier liegen und nicht im bäuerlichen Bereich, mit allmählicher Weitergabe von der rumänischen Tiefebene durch das Hochgebirgsland der Südkarpaten. Nord- und südwärts vom oben genannten Kleingebiet findet der Maisanbau zwischen den Jahren 1660 und 1680 überall Eingang, wo ihn Naturgegebenheiten nicht ausschließen. Der Mais gliedert sich in die Bauernwirtschaft ein, wo er vom Anfang an als Nahrung verwendet wird. Vom ersten Viertel des 18. Jahr­hunderts an gewinnt der Mais die Oberhand in der Nahrung den Kornfrüchten gegenüber. Im Laufe des 18. bis 20. Jahrhunderts nimmt dieses östliche Neuerungsgebiet eine regionale Sonderstellung im Karpatenbecken dadurch ein, daß der Maisverbrauch an und für sich keine soziale Stellung widerspiegelt, obzwar die gleiche Erscheinung in sämtlichen anderen Landstrichen unbedingt auf eine niedere Sozialschicht hinweist. Im Osten kommen Maisspeisen, zwar in unterschiedlicher Menge, in der Nahrung von Dorf- und Stadtbewohnern, Bauern, Bürgern, Arbeitern und Intellektuellen gleichfalls vor. Das andere Nahrungsgebiet liegt im westlichen Drittel des Karpaten­beckens, und umfaßt eine südliche Region: angrenzende Gebiete in Slawonien und Transdanubien. Die Angregung wird hierher von der norditalienischen Po-Ebene vermittelt, der Anbau fand in der Bauernwirtschaft allem Anschein nach kontinuierlich, von Gegend zu Gegend Eingang. Die Anfänge liegen im südlichen Transdanubien um die Mitte des 17. Jahrhunderts, der gartenmäßige Anbau wurde innerhalb einiger Jahrzehnte allgemein. Das Erntegut bildet in dem Bauernhaushalt vom Anfang an Nahrung, am meisten wurde sie haupt­sächlich südwärts der Drau benötigt. Die einzige allgemeine Nahrungsstatistik für Ungarn aus den Jahren 1880 zeigt, daß der Maisverbrauch im östlichen Neuerungsgebiet einen men­genmäßig hervorragenden Stand erreichte. Die Zusammenstellung enthält nicht Slawonien, und stellt im südlichen Transdanubien einen den östlichen nicht erreichenden, aber im Vergleich zu den zentralen Gegenden des Karpaten­beckens um ein Gutes höheren Maisverbrauch dar. 2 Im letztgenannten Gebiet, in der Großen Ungarischen Tiefebene baute man Mais vor den Jahren 1670—1680 überhaupt nicht an, er wurde dann sowohl hier, wie auch in den im Norden benachbarten Mittelgebirgsgegenden bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts allgemein eingeführt. Übrigens beginnt der ausführlich sind die Frühangaben seines Anbaus in der Monographie von T. BALASSA: A magyar kukorica (Der ungarische Mais). Budapest 1960 zusammen­gestellt. 2 KELETI, K. Die Ernährungs-Statistik der Bevölkerung Ungarns. Budapest 1887.

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