Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Tloczek, Ignacy F.: Traditionelle Formen der ländlichen Bauten in Ostpolen
gewandert war und wie sich unter den gegebenen geographischen, landwirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnissen entwickelt hat. Diese Region zeichnete sich durch eine große Anzahl von Landwirten aus, die den lästigen Feudalrechten nicht unterlagen. Die für Ostpolen so charakteristische Kleinadelschicht, die exzeptionelle Privilegien innehatte, aber infolge der Zersplitterung der Dorfflur verarmt war, hat seinerzeit eine hohe materielle Kultur geschaffen und später ihre Sitten und technischen Gewohnheiten in die neue Gegend mitgebracht. Das hier herangezogene Material spiegelt die sozialen Verhältnisse und das technische Niveau des 19. Jahrhunderts wider. Es ist zu vermuten, daß der beschriebene Zustand der traditionellen Bauformen einen Höhepunkt ihrer Entwicklung darstellt, denn nach derselben Bautechnik werden keine neuen Gebäude mehr hergestellt. Die in den Jahren 1955 bis 1961 gesammelte Dokumentation der traditionellen Bauten bezieht sich auf diejenigen ältesten Gebäude, von denen ein großer Teil inzwischen abgebrannt ist oder abgebrochen wurde. 1 Der Vernichtungsprozeß nimmt mit jedem Tage zu und seine Aufhaltung ist kaum mehr möglich. Unter diesen Umständen ist die Errichtung von Freiluftmuseen die einzige und letzte Rettungsmaßnahme. Am westlichen Rande von Podlasie wurde in den letzten Jahren ein landwirtschaftliches Museum mit einer Abteilung von Freiluftmuseum gegründet. Die dort gesammelten Exponate stellen nur eine geringe Anzahl von Repräsentanten des Kulturvermögens dar. Doch werden gleichzeitig die Überreste der unvergleichbaren Vergangenheit dem Vernichtungsprozeß glücklicherweise entgangen, mittels Aufnahmen in Büchern und Archiven für die Zukunft verwahrt. iTLOCZEK, IGNACY. Architektúra ludowa i osadnictwo srodkowego Podlasia. (Zeszyty Naukowe Politechniki Warszawskiej, 16.) Warszawa 1961.