Balassa Iván szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1969-1970 (Budapest, 1970)
Selmeczi Kovács Attila: A napraforgó meghonosodása és elterjedése Európában
Sonnenblume als Kuiïosum in Ziergärten und in medizinisch-botanischen Gärten angebaut. Aus diesen letzteren hat sie auch in die Gemüsegärten und Küchen gärten Eingang gefunden. Die vegetativen Teile der Pflanze hat man zur Zubereitung verschiedener Speisen, den Kern als Delikatesse verwertet. Im 18. Jh. versiichte man aus dem Kern Öl zu pressen. Als Nahrungsmittel wurde aber das Öl erst Anfang des 19. Jhs genutzt. Bald wurde dem Sonnenblumenöl als Nahrungsmittel eine große Bedeutung beigemessen und damit setzte ihr Feldanbau und ihre Zucht in großen Maßstab ein. Die zur Erkenntnis der großen Bedeutung des Sonnenblumenanbaues führende 01gewinnung und die Feldkultur dieser Pflanze begann in den ersten Jahren des 19. Jhs im Karpatenbecken. Beweise dafür sind die praktischen Anleitungen und die eigenen Versuche von Ferenc Pethe (1805) in Ungarn und mehrere anbautechnische Beschreibungen aus Siebenbürgen (1812, 1814). Im Jahre 1814 erfreute sich das Sonnenblumenöl auf dem Tisch des Hochadels in Siebenbürgen bereits einer breiten Beliebtheit. Als Volksnahrungsmittel wurde die Sommenblume gegen Mitte des 19. Jhs in Osteuropa eingeführt, wo sich ihr Feldanbau sprunghaft verbreitete. Im 19. Jh. haben sich auf dem Gebiet des Feldanbaues und der frühen Nutzanwendung der Sonnenblume Rußland und Ungarn ausgezeichnet. Der Sonnenblumenanbau Europas wurde im 20. Jh. durch die veränderten Wirtschaftsfaktoren, durch Verschiebung der Anbauverhältniße, sowie durch die Konjunktur der Weltkriegszeit plötzlieh erweitert. Die 4,5 Millionen Hektar betragende Anbaufläche der Sowjetunion macht, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien, sowie den europäischen Teil der Türkei, als südeuropäische Anbauzonen, hinzugerechnet, den größten Teil der Sonnenblumenproduktion Europas aus. Die vertikale (chronologische) und die horizontale Gliederung der Verbreitung der Sonnenblume in Europa zeigt sich folgendermaßen: sie eroberte als Gartenpflanze in den 16 — 17. Jh-n West- und Nordeuropa. Im 18. Jh. verbreitete sie sieh in geringerem Maße auch in den Gärten Osteuropas. Im 19. Jh. hat sie, auf Grund klimatischer, wirtschaftlicher, religiöser und anderer Faktoren, als Feldkultur allgemeine Verbreitung gefunden. Im 20. Jh. war Südeuropa neuer Schauplatz ihrer Raumgewinnung. Die Sonnenblume ist, infolge ihrer vielseitigen Nutzungseignung und der Möglichkeit ihrer Veredelung zu wertvollen Zuchtsorten, nicht nur im europäischen, sondern auch im Weltmaßstab zu einer unentbehrlichen Industriepflanze geworden.