Technikatörténeti szemle 14. (1983-84)

TANULMÁNYOK - Wolter, Helmut: Dr. med. Johann Joachim Becher, ein vielseitiger, hervorragender Gelehrter und Chemiker des 17. Jahrhunderts (1635–1837)

der Zoll- und Verbotspolitik Geltung zu verschaffen. Becher erhielt den schwieri­gen Auftrag, in den Ländern ausgedehnte Reisen zu machen und die Kontrolle durchzuführen. Verhandlungen gab es zum Beispiel in Salzburg (März), Frank­furt, Mainz und Köln, wo er sich vom 3. Juli bis 18. August aufhielt. Erhebliche Summen kamen durch Beschlagnahme fremdländischer Güter zusammen, über die B. offenbar zur Deckung der Aufenthaltskosten grosszügig verfügte. Am Kaiserlichen Hofe in Wien beanstandete man unzureichende Berichte Bechers, unnötig lange Aufenthalte und übermässige Geldausgaben. Schulden, die beim Hausbau für seine Familie und bei Beteiligung an Unternehmen ent­standen, warf man ihm vor. Die Rückkehr nach Wien wurde gefordert. Ein Schreiben Bechers an den Kaiser zur Rechtfertigung seiner Ausgaben und mit der Forderung einer Untersuchung gegen sich blieb erfolglos. Der Hofkammer­präsident beschuldigte den Kammerrat Becher, dem Kaiser 40 000 Gulden Ver­lust verursacht zu haben. Die Beteiligung des Kammerrats Becher am wirtschaftlichen Aufbau Wiens hatte wegen der hohen Kosten keine Zustimmung gefunden. Die lange Reise durch die Länder war ihm zum Verhängnis geworden. Enttäuscht beschloss er, nach Holland überzusiedeln und die Familie mitzunehmen. Eine unsichere Zu­kunft stand bevor. Auf der Suche nach neuer Betätigung Becher hielt sich in Amsterdam, Harlem und den Haag auf. Die Bekannt­schaft mit Gelehrten führte zu vielen Besuchen. Die Familie lebte in bescheide­nen Verhältnissen. Freunde halfen ihm. Einige technische Erfindungen brach­ten einige Einnahmen. Chemische Versuche konnte er wieder aufnehmen. Im Laboratorium widmete er sich der Goldgewinnung aus Rheinsanden bei Arn­heim und aus Schwemmsand an der Küste von Scheweningen mit wechselndem Erfolg. Dazu kamen andere Arbeiten, z. B. wieder über Torf. Ruhelos bereiste er Sommer und Herbst 1678 Deutschland, um alte Bezie­hungen aufzunehmen und neue anzuknüpfen, was vielen Fachleuten durchaus erwünscht war. Becher besuchte den Herzog von Mecklenburg-Güstrow, der ihm eine „Retirada", einen Ruheort am Werbellinsee, angeboten hatte. Der Herzog war der Alchemie zugetan und seinem Gast dankbar für fachliche Gespräche. Diese betrafen Abscheidung von Gold aus goldhaltigem Silber und die Aufnahmefähigkeit von Gold, Silber und anderen Metallen für Quecksilber. In Güstrow (südlich von Rostock) hinterliess Becher Schriften, die später der Universitätsbibliothek Rostock zur Verfügung gestellt wurden, darunter den Entwurf des zweiten Supplements der „Physica subterránea", mit Widmung an Kaiser Leopold I. Auf dem Wege nach Holland In Hamburg bot Becher dem Entdecker des Phosphors, Hennig Brand, sein geheimes Verfahren zur Goldgewinnung an. Der Philosoph G. W. Leibniz setzte sich widerrechtlich in den Besitz einiger Briefe Bechers an Brand und nannte Becher einen Beträger. Die Anstellung Bechers in Hannover scheiterte. Anfangs November 1680 kehrte Becher nach Holland zurück. Alle Versuche eine pas-

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