Technikatörténeti szemle 14. (1983-84)
TANULMÁNYOK - Wolter, Helmut: Dr. med. Johann Joachim Becher, ein vielseitiger, hervorragender Gelehrter und Chemiker des 17. Jahrhunderts (1635–1837)
sende Beschäftigung in Deutschland und Holland zu finden waren vergeblich. Doch ergab sich die Gelegenheit, in England arbeiten zu können. Erfolgreiches Wirken in England Freunde, die seine Werke schätzten, ermöglichten im Oktober 1679 die Überfahrt nach England. Prinz Ruprecht von der Pfalz, Vetter des Königs Karl II, hatte das Kriegsschicksal nach England geführt. Als guter Kenner der Alchemie gewann er seinen Landsmann aus Speyer zur Mitarbeit und stellte ihm sein eigenes Laboratorium in Windsor zur Verfügung. Der Prinz beauftragte ihn mit dem Studium der Bergwerke in Schottland und Cornwall, ferner mit dem Besuch der Insel Wight in den Jahren 1680/81. Friedrich Heyn, Berginspektor aus Gotha, wurde zum Begleiter bestimmt. Die Zinngruben in Cornwall bauten eine von Becher entworfene „Wasserkunst", die gut funktionierte und hohen Gewinn abwarf. Die Grubengesellschaft honorierte den Erfinder mit entsprechenden Zahlungen. Becher gewann die Freundschaft und Hilfe des Chemikers Robert Boyle, Verfasser von „The Sceptical Chimist", Mitglied und späterer Präsident der Royal Society in London. Eine Mitgliedschaft Bechers der Royal Society wurde am 23. Februar 1680 abgelehnt. Dost genoss Becher in London wachsendes Ansehen. Finanzielle Sorgen suchten Freunde zu beheben. Der königliche Leibarzt und Alchemist Dickinson führte den heimatlosen Pfälzer beim Hofe ein. Nach gemeinsamen Experimenten mit Henry Serie vor dem König erhielt Becher am 9. März 1681 ein Patent. Es handelte sich um Ersatz von Holzkohle durch Steinkohlenkoks. Schwefelhaltige englische Kohle war zur Eisenfabrikation ungeeignet. Deshalb verwendete man in grosser Menge Holzkohle. Dadurch kam es zu erschreckender Verminderung der Baumbestände. Das von Becher angewandte Verfahren zur Erzeugung von Koks und Teer durch Erhitzen (Pyrolyse) wurde in England allgemein eingeführt. Steinkohlenteer bewährte sich als Schutzanstrich für Holz wie der frühere Holzteer. Bei der Verkokung (trockene Destillation) wurde das entstehende Gas damals abgefackelt und erst später als Heiz- oder Leuchtgas verwendet. Nach Berichten von C. W. Tabor hat Becher Versuche mit Steinkohlen in Gegenwart von Robert Boyle gemacht, in grösserem Umfang auch in Windsor. Nach weiteren Erfolgen auf chemischem und technischem Gebiet entschloss sich Becher in England zu bleiben. Die Niederlassungsbescheinigung erhielt er am 27. April 1681. Während der stürmischen vierwöchigen Seereise nach Schottland im Jahre 1680 entstand sein geistreiches Werk „Närrische Weisheit und weise Narrheit". Dort wird Bechers Koksfabrikation beschrieben (7). Chymischer Glückshafen Sein letztes Buch nennt sich „Chymischer Glückshafen", das mir zur Auswertung zur Verfügung stand. Nach einer volkstümlichen Vorrede wünscht der Autor dem Leser einen glücklichen Griff in den Glückshafen. Man erfährt: "Es wurde geschrieben zu Lande in England, den 23. Marth 1682". Im gleichen Jahr erschien das Buch in Frankfurt am Main. Es ist eine „Collection von fünf-