Technikatörténeti szemle 10. (1978)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Károlyi L.: Embertani mérések története

Die in jener Zeit entstandenen Anthropologischen Sammlungen, bereichert mit verschiedenen Schädeln, führten zu einer systematischen Dokumentation. Die Beschreibung der einzelnen Schädel, der charakteristischen Merkmale, der indi­viduellen, spezifischen Züge genügten nicht mehr. Die einsetzende quantitative Erfassung von Schädelmerkmalen führte zu den ersten systematischen Unter­suchungen. Die ersten „Messungen" auf anthropologische, bzw. anatomische Art sind die sog. Gesichtswinkelbestimmungen von Petrus CAMPER (1722—1789) am Ende des 18. Jahrhunderts. Diesen folgten die Untersuchungen von Joh. Friedrich BLU­MENBACH (1752—1840), Karl Ernst von BAER (1729—1876), Rudolf WAGNER (1805—1864), um nur einige Namen zu nennen. Im ersten Stadium der anthropo­metrischen Untersuchungen bis zu der 1884 zustandekommenden „Frankfurter Verständigung" lassen sich folgende Bestrebungen erkennen: 1. Bestimmung anatomischer Messpunkte 2. Bestimmung einheitlicher Meßeinheiten 3. Bestimmung und Verwendung entsprechender Meßstrecken 4. Anwendung spezieller Instrumente, technischer und anderer Hilfsmittel, die von den einzelnen Wissenschaftlern empfohlen wurden. Die zahlreichen Bestrebungen, anthropometrische Messpunkte zu bestimmen, Messtrecken mit selbstentwickelten Instrumenten zu erfassen und dann diese zu verbreiten, waren seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erkennbar. Einer wissenschafts­historischen Betrachtung folgend, können wir die bisherigen Ergebnisse hier zusammenfassend vorlegen: 1. Die Bestimmung der Messpunkte wurde nach dem Körper (Somatologie) und nach dem Knochenmaterial (Osteologie) bzw. innerhalb der letztgenannten nach der Schädelkunde (Craniologie) vorgenommen. Die individuellen Vorstellungen und Eigenarten der einzelnen Autoren blieben weiterhin herrschend. 2. Die Messtrecken wurden oft willkürlich, nach eigenem Gefühl oder eigener Deutung angenommen. Die aufkommende Gehirnmorphologie brachte für die Craniometrie auch kaum eine Vereinheitlichung mit sich. 3. Die benützten Instrumente waren vielfältig, von einfachen Messtäben bis zu komplizierten Messzirkeln. Zahlreiche Messungen wurden nach den vorher herge­stellten graphischen Abbildungen vorgenommen. Die meisten Messungen wurden folgendermassen ausgeführt: zuerst erfolgte die zeichnerische Wiedergabe des Objektes (besonders Schädels) und danach folgte erst die „Messung" an den graphischen Darstellungen. Dieses Verfahren behielt man bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bei. "In diesen Perioden gab es bereits eine bewusste wissenschaftliche Bestrebung, einheitliche Methoden einzuführen. Im Jahre 1861, kamen nach langer Vorbereitung, etwa ein Dutzend Anthropologen in Göttingen zusammen. Diese Zusammenkunft, über die ein Bericht vonK. E. v. BAER und Rudolf WAGNER 1861 vorgelegt wurde, ist das erste Dokument einer „gemeinsamen Besprechung", ja von der ersten Ver­ständigung über einheitliche Untersuchungsmethoden in der Anthropometrie überhaupt. Der veröffentlichte Bericht, die vorhandenen handschriftlichen Dokumente lassen uns nach eingehenden Untersuchung und biographischen Ergänzungen, die

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