Technikatörténeti szemle 10. (1978)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Vámos É.–Szabadváry F.: A XV–XVI. századi délnémet kereskedőházak könyvelésében alkalmazott mértékekről
É. VÀMOS —F. SZABADVÂRY* MASSEINHEITEN IN DER BUCHHALTUNG DER SÜDDEUTSCHEN HANDELSGESELLSCHAFTEN IM XIV. UND XV. JAHRHUNDERT Die süddeutschen Handelsgesellschaften spielten von etwa 1380, der vermuteten Gründung der Großen Ravensburger Gesellschaft angefangen, eine wichtige Rolle im Fernhandel von Europa. Sie verloren diese Rolle erst in der zweiten Hälfte des XVI. Jh., als sie durch die Umorganisierung des Handelslebens und infolge verschiedener Staatskonkurse zu Grunde gingen. Das Netz ihrer Filialen und ihre Interessen erstreckten sich auf den Großteil Europas. Ihre Tätigkeit wurde nicht auf einzelne Produkte oder Zweige spezialisiert; sie handelten mit sämtlichen nötigenArtikeln des alltäglichen Lebens, mit Rohstoffen genau so wie mit Fertigprodukten. Außerdem tätigten sie bedeutende Bankgeschäfte und hatten auch Interessen in der Industrie. Diese Firmen hatten auch auf das Wirtschafts- und politische Leben des damaligen Ungarns eine bedeutende Wirkung, besonders durch das Pachten von Bergwerken. Die Fugger spielten bei dem Prägen des 1521—23 in Umlauf gebrachten minderwertigen Geldes, der nova moneta, die das Wirtschaftsleben des Landes unmittelbar vor der Niederlage bei Mohâcs zerrüttet hatte, eine Rolle. 1 Der Aufstand der Bergleute in 1525 in den von ihnen gepachteten Minen brach teils im Zusammenhang mit der Erscheinung dieses Geldes aus. Hinter den stürmischen Ereignissen der Stände Versammlungen bei Râkos und Hatvan muß auch das Rivalisieren der Nürnberger Haller und der Augsburger Fugger um die Pacht der ungarischen Minen und Kammern wahrgenommen werden. 2 Die Firmen gründeten, da sich ihre Interessen auf ganz Europa erstreckten, zahlreiche Faktoreien. Die Augsburger Firma Haug-Langenauer-Linck hatte z: B. in den 1530-er Jahren 8, die Memmingener Firma Welser-Vöhlin am Anfang der 1500-er Jahre 13, die Nürnberger Welser nach 1517 8, die Große Ravensburger Gesellschaft während ihres langjährigen Bestehens 17, die Nürnberger Imhoff zwischen 1499 und 1528 zwölf, die Fugger zwischen 1495 und 1525 21 größere Faktoreien. 3 Abgesehen vom Netz der Faktoreien war die innere Organisation der Gesellschaften sehr unterschiedlich. Im Grunde genommen können sie in zwei Gruppen unterteilt werden: 1) große Warenhandelsgesellschaften, in denen ausschließlich solche Mitglieder beschäftigt wurden, die der Firma Geld zur Verfügung stellten. Ihre Blütezeit war das XV. Jh. 2) Familiengesellschaften, in denen das Kapital einer einzigen Familie gehörte, die aber zur Abwicklung ihrer Geschäfte Angestellte in Anspruch nahm. Ihre Blütezeit fällt auf das XVI. Jh. 4 * Museum for Science and Technology, Budapest.