Technikatörténeti szemle 10. (1978)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Vámos É.–Szabadváry F.: A XV–XVI. századi délnémet kereskedőházak könyvelésében alkalmazott mértékekről
Hinsichtlich der Buchhaltung unterscheiden sich die beiden Typen darin, daß im ersten jeder Gesellschafter Einsicht in sämtliche Bücher der Gesellschaft nehmen konnte und den Gewinn der einzelnen Geschäfte kannte, während im anderen die Bücher der Zentrale vor dem in der Faktorei angestellten Kaufmann sorgfältig aufbewahrt und der Gewinn geheimgehalten wurde. Der angestellte Kaufmann kannte den Ankaufspreis der von ihm verkauften Waren nicht und konnte diese daher bei ihrem Einlagen nur nach ihrer Menge, in gegebenen Maßeinheiten in Evidenz nehmen. 5 Die Buchhaltung der süddeutschen Handelsgesellschaften erfuhr im Laufe der behandelten zwei Jahrhunderte, besonders unter italienischem Einfluß, viele Änderungen. Anfangs wurden nur die auf Kredit verkauften Waren in Evidenz genommen. Ein Beispiel hierfür bietet das aus den Jahren 1304 bis 1307 erhaltene Buch der Nürnberger Holzschuher, in dem die Konten der auf Kredit kaufenden Kunden geführt wurden. 6 Soll und Haben Seiten wurden auf süddeutschem Boden zuerst von Ulrich Stark in 1426 zu Nürnberg geführt. 8 Die Große Ravensburger Gesellschaft gelangte während ihres ganzen Bestehens nicht bis zur doppelten Buchhaltung. Außer dem Hauptbuch wurden bei ihnen Einlagen, Ehrungen, Gehälter und Gewinnbeteiligungen der Gesellschafter in einem anderen Buch geführt. In den Faktoreien wurden nur die Mengen der Waren gebucht, nicht aber ihre Preise. 8 Die Fugger bedienten sich der doppelten Buchhaltung, welche wahrscheinlich von Jakob Fugger nach seiner Heimkehr aus Italien eingeführt worden wa. 9 Ihr Buchhaltungssystem ist in erster Reihe aus dem Werke „Musterbuchhaltung" ihres berühmten Hauptbuchhalters Matthäus Schwarz bekannt. Dieses Werk erklärt die zeitgenössischen Methoden auf Grund der Bücher der venetianischen Fugger-Faktorei aus dem Jahre 1516. Dreierlei Buchhaltungsmethoden werden beschrieben. Die italienische Rechnungsführung beruht auf dem Journal, dem Schuldnerbuch und dem Abschluß des Schuldnerbuches. Das Schuldnerbuch enthielt auch Waren. Da für den Ankauf derselben Geld ausgegeben wurde, wurden diese nämlich genauso als Schuldner betrachtet wie die Kreditnehmer. Zur erwähnten Buchhaltung empfiehlt Matthäus Schwarz das Führen eines Kassabuches, eines Buches der Mitglieder (für kleinere Ausgaben und kurzfristige Darlehen), eines Buches der Zahlungstermine, eines Kontokorrekt-Buches und eines Dubiosenbuches. Die sog. deutsche Buchhaltungsmethode unterschied sich von der vorangehenden hauptsächlich darin, daß hier die Waren in einem gesonderten Buch geführt wurden. Die eingelangte Ware war oft nur nach der Stückzahl oder dem Gewicht angeführt, ohne ihren Geldwert. Bei der dritten Arte der Buchhaltung wurde das Journal weggelassen und die Posten nach Schuldnern und Waren unmittelbar in das Hauptbuch eingeführt. 10 Aus der Buchhaltung der als zweitgrößte Augsburger Firma betrachteten Welser blieb nur ein Buch der Nürnberger Faktorei erhalten. Aus den Eintragungen bzw. Referenzen desselben geht hervor, daß gesonderte Schuldner- und Warenbücher gebraucht wurden, sowie ein Journal und ein Hauptbuch, in dem die wichtigeren Posten des Journals gesammelt wurden. Bei den Welsern begegnen wir das erste mal außer der Jahressummierung auch einer monatlichen Summierung. 11 Die Faktoreien führten im Allgemeinen genau solche Bücher wie die Zentrale, mit dem Unterschied, daß die Posten in lokalen Maß und Währungseinheiten eingeführt und die Bücher nicht von ihnen selber abgeschlossen wurden. Diese Arbeit wurde von dem Leiter der Firma oder dem Hauptbuchhalter der Zentrale durchge-