Technikatörténeti szemle 9. (1977)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Falniowska–Gradowska: Tanulmányok a földmértékek egységesítésére a felvilágosodás korában Lengyelországban
ziehen, die zu Vermessungsarbeiten angestellt waren. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wurden dann dem Referendargericht übersandt 16 . Dies soll nicht heißen, daß die Festsetzung der im gegebenen Territorium gültigen Maße ohne Kampf vor sich ging. Die beiden an der Sache interessierten Parteien — das Dominium und die Bauern — präsentierten für sie selbst, vor^ teilhafte aber untereinander widerprüchliche Dokumente. In strittigen Fragen appellierte das Gericht ans Urteil der Professoren der Mathematik und Geometrie an der Jagelionen-Universität zu Krakow, die sich auch mit Meßkunde befaßten 17 . Die von ihnen ausgestellten Atteste hatten entscheidenden Wert. Als Resultat setzte man vier Bodenmaße fest, die obligatorisch waren in Krongütern der Republik: Fläche Benennung des Maßes in Quadratellen in Morgen Morgen Ruten 2 in Umrechnung auf ha Große fränkische Hufe 815 512 50 138 30,2 Deutsche — teutonische Hufe 729 000 43 60 25,9 Kleine fränkische Hufe 681 210 40 110 24,2 Kulmer Hufe 506 250 30 — 17,9 Die weiteste territoriale Ausdehnung hatte die Kulmer Hufe, deren Gültigkeit sich auf den ganzen Nordteil des Landes erstreckte: auf Pommern, Großpolen, Masowien und Podlasie. Für die südöstlichen Woiwodschaften, die ruthenische, wolhynische, lubliner Woiwodschaft, war das obligatorische Maß die kleinere fränkische Hufe, deren Fläche man auf 40 Morgen 110 Ruten festsetzte. Auf dem geringen Territorium der Woiwodschaft von Sieradz war die deutsche Hufe obligatorisch, die 43 Morgen 60 Ruten maß. Als Resultat von lange dauernden Prozessen, die letzten Endes von den Bauern gewonnen wurden, war für die Woiwodschaften von Krakow und Sandomierz das größte Maß festgestellt — die größere fränkische Hufe, für welche man die Fläche von 50 Morgen 138 Ruten berechnete. Es ist höchst interessant, daß es in Wirklichkeit eine auf einer Fiktion beruhende Hufe war. Nach langwierigen Streitigkeiten, Diskussionen, Appellieren an die Krakauer Akademie, wurde die Entscheidung auf die Beschreibung der fränkischen Hufe gestützt, die im Jahre 1683 in dem sonst vorzüglichen Handbuch, durch den Geistlichen S. Solski geschrieben und „Der polnische Geometer" betitelt, erschienen war. Diese Beschreibung war irrtümlich, aber man nahm sie ungeprüft hin, indem man den Fehler in Dokumenten und in aus dem achtzehnten Jahrhundert stammenden Handbüchern der Vermessungskunde wiederholte. ......