Tanulmányok Budapest Múltjából 20. (1974)

B. SZEKCIÓ (Szocialista korszak) - KOVALCSIK József: A művelődés és a kulturális élet változásai Budapesten (1945-1973) - Janusz DURKÓ (Lengyelország)

Selbstverständlich ist das oben beschriebene Wirkungsfeld ausschlaggebend für die Festsetzung der Grenze zwischen einem Forschungsinstitut und einem Stadtmuseum. Wenn also in den Instituten die Forschungspläne sich um das Thema konzentrieren, so im Gegen­teil im Museum, dessen Funktion für die Inangriffnahme des Themas entscheidend ist. Für eine einwandfreie Bearbeitung der Sammlungen benötigen wir einer gut aus­gebauten wissenschaftlichen Informationsgrundlage, wozu wiederum die Erforschung der Geschichtsquellen unentbehrlich ist.Besonders wichtige Aufgabe besteht darin eine bestän­dige und systematiche Ermittlung zu führen im Breich der Dokumentation und Inventarisie­rung weitläufigst begriffener Antiquitäten die mit der Stadtgeschichte im Zusammenhang bleiben. Archiwalische Ermittlungen und Dokumentationsarbeiten die sich auf die Stadtge­schichte von Warschau beziehen, umfassen im Historischen Museum unter anderen demog­raphische Probleme der Stadt, Geschichte des Handwerks, der Wirtschaft, der Stadtbehör­den, wie auch das politische Leben, soziale Bewegungen und nationale Befreiungskampfe, kulturelles und wissenschaftliches Schaffen, Sittengeschichte, und nicht zuletzt die schönen Künste. Als Ergebnis dieser Arbeiten, ensttand das Expositionsszenar, welches ein im­mer weiter zu vervollkommnende Grundlage für die Präsentation der Geschichte Warschaus bildet. Die Ausstellungsbesucher können sich im Historischen Museum von Warschau mit der ganzen Stadtgeschichte bekannt machen, die ihnen von der Urafängen bis in die heuti­gen Tage in 60 Sälen auf einer Expositionsfläche von über 3 250 m" 2 dargeboten wird. 1. Wie ich erwähnte, besonders wichtig auf dem Gebiet der Dokumentation ist die Aufgabe eine beständige, systematische Ermittlungs-und Registrierarbeit zu führen, um verschiedenartige warschauer Antiquitäten aus den sieben Jahrhunderten des Bestehens unserer Hauptstadt zu erfassen. Nachdem die Exposition 1955 organisiert und eröffnet wurde, entstand die Möglichkeit an detaillierte thematische Ermittlungen der Varsaviana herauzugehen, vor allem auf dem Gebiet des warschauer Handwerks, der räumlichen Ent­wicklung und urbanistischen Gestaltung der Stadt, des geistigen und künstlerischen Lebens. In Übereinstimmung mit den Erfordernissen einer weiteren VervoUkommung der Exposition zur Geschichte Warschaus in der Zeitspanne vom XIV. bis zum XVII. Jahrhundert, wurden Nachforschungen in den Kirchen Masoviens durchgeführt. Sie brachten positive Resultate im Breich der warschauer Goldschmiedekunst und Stückgiesserei. Das Historische Museum unternahm, im Rahmen bescheidener Möglichkeiten, Er­mittlungen nach Varsavianen in ausländischen Sammlungen (Dresden, Berlin, Stockholm, Uppsala, München). Die Registration erfasste ikonographische Überlieferungen und mobi­le Antiguitäten, nicht nur bis in heutige Tage bestehende, sondern auch vermisste oder zu­grunde gegangene, die aus alten Publikationen bekannt und archivalisch belegt sind. Es be­trifft vor allem die Innenausstatung etlicher warschauer Bürgerhäuser, Palaste, Krichen, des altstädtischen Rathauses und der Königlichen Burg. Hauptsächlich wurden zum Gegenstand der Registration Antiquitäten die mit der Geschichte Warschaus vom XIII. bis zum XX. Jahrhundert verbunden sind, also Stadtpläne und fragmentarische oder allgemeine Wiedergaben der Stadtansicht von Warschau; Ikonog­raphie historischen, wirtschaftlich-sozialen und sittengeschichtlichen inhalts; Porträts von Personen die mit Warschau eng verbunden waren; die Hinterlassenchaft des warschauer Handwerks und die Innungswahrzeichen; alte Werke der warschauer Malerei und Graphik und mit Warschau in thematischer Verbindung stehende Werke polnischer und ausländischer Künstler; Ikonographie und architektonische Zeichnungen einzelner Bauten; Skulpturen Gipsabgüsse und Stuckarbeiten die aus warschauer Bauten stammen; alte Sigeln, Münzen, Medaillierarbieten und ähnliches. Ausser Kartotheken welche die in verschieden Sammlungen zerstreute Varsaviana registrieren, besitzt das Historische Museum eine Zentralkartothek eigener un deponierten Sammlungen, eine Zentralkartothek der Graphik im Radierungenkabinett, sowie ein Zentra­les Sachkatalog der Lichtbildaufnahmen und Negative. Mit dem Fortschreiten der Registrierund Dokumentationsarbeiten werden laufend Teilpublikationen über interessantesteVarsaviana-sammlungen veröffentlicht. Die im His­torischen Museum zusammegetragene Dokumentation,die eine wertvolle Grundlage für ein zukünftig zu erarbeitendes ikonographisches kompendium von Warschau bildet, ist heutig­entags für die Mitarbeiter verschiedener Forschungsinstitute zugänglich. 226

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