Tanulmányok Budapest Múltjából 14. (1961)

Tóth Andrásné Polónyi Nóra: Műszaki munkálatok Pest városában a XVIII. században = Wasserbauten und andere öffentliche Arbeiten der Stadt Pest im 18. Jahrhundert 241-283

erlassene Verordnung der Statthalterei bekräftigte die früheren Bestimmungen und verpflichtete die für die Durchführung der Arbeiten verantwortlichen Organe zu regelmäßigen Berichterstattungen. Aus diesen Berichten kann man sich über die in den Jahren zwischen 1765 und 1780 ausgeführten Straßenbauten eingehend unterrichten. Die Ausbesserungskosten der außerhalb der Stadt liegenden Wege bestritt die Stadt aus den Steuereinnahmen, während die Mauteinnahmen zur Instandhaltung des Straßennetzes innerhalb der Stadt herangezogen wurden. Die Berichte geben auch einen Einblick in den beim Straßenbau angewendeten Arbeitsvorgang (Grabenziehung, Schichtung, Beschüttung). Als Grundmaterial gelangten ursprünglich Erde und Schotter zur Verwendung, seit 1782 wurde die Pflasterung auch für außerhalb der Stadt liegende Wegstrecken verbindlich. Gleichzeitig verordnete man den Bau von fünf Wegstrecken in derselben Art, und zwar einzelne Abschnitte der nach Kecskemét, Üllő, Soroksár führenden Wege, sowie den Straßenabschnitt zwischen dem Vácer Tor und dem Salzhaus, der die Radialstraßen untereinander verband. Obwohl man große materielle Opfer auf sich genommen hatte, stießen die Bauarbeiten wiederholt auf Schwierigkeiten. Unter den Ursachen dieser Schwierigkeiten sei vor allem auf den Flugsand, diese größte Plage der Pester Umgebung hingewiesen. Die neu instandgesetzten Wegstrecken wurden immer wieder vom ungebundenen Flugsand bedeckt. Eine zweite Schwierigkeit bestand darin, daß die materiellen Grundlagen fehlten. Bálint Hülff war es wieder, der darauf hinwies, daß die Arbeiten ohne einen geeigneten Fachmann und eine ansehnliche materielle Basis nicht fortgesetzt und beendigt werden können. Zu­nächst löste man das Problem des Fachmanns, indem man Ingenieur Degen in 1800 mit der Leitung der Bauarbeiten betraute. Alsdann begann in schnellem Tempo der Bau der Ülloi-Straße, zunächst auf der vom Calvin-Platz bis zum Nagykörút (Großer Ring) und später auf der bis zum Nagyvárad-Platz führenden Strecke. Die Arbeiten erfuhren im Herbst 1804 ihren Abschluß und kosteten an die 16 000 Gulden. In Ermangelung der nötigen finanziellen Basis konnte der Ausbau der Verbindungsstraße, die an der Stelle des heutigen Tanács-Ringes entlangführte, erst später erfolgen. Der Markt und der Handel haben im Leben der Stadt Pest allzeit eine wichtige Rolle gespielt. Ein ansehnlicher Teil der Stadteinkünfte bestand aus den Markteinnahmen. Also gehörte die Instandhaltung der Marktplätze eben­falls zu den wichtigsten Pflichten. In lebhaften Schilderungen gedenkt die zeit­genössische Literatur der berühmten Pester Märkte. Neben den Gesichtspunkten der Handelspolitik sahen sich die Statthalterei und der Stadtrat auch aus Gründen der öffentlichen Sicherheit genötigt, das Problem des Marktplatzes endgültig zu lösen. Die allzu große Gedrängtheit der Märkte hätte beim Ausbrechen einer Feuersbrunst verhängnisvoll werden können. Daher verlangte die Statthalterei in 1785 einen neuen Vorschlag von der Stadt ein und damit nahm die beinahe sieben Jahre hindurch währende Bautätigkeit am neuen Marktplatz (der heutige Engels-Platz) in Pest ihren Anfang. Während dieser Zeit wurden zahlreiche Pläne und Projekte ausgearbeitet, aus deren Endresultat nicht nur der neue Marktplatz, sondern auch eine neue und hinsichtlich der späteren Stadtgeschichte sehr wichtige Vorstadt, die Leopoldstadt entstanden war. Die bekannten Einzelheiten der Frage haben wir in userer Studie nur berührt, um uns eingehender mit den jüngst erschlossenen Daten hauptsächlich technischer Beziehung befassen zu können. Der neue Plan, der im Gegensatz zu den älteren, vom Stadtrat vorgelegten Plänen zur Ausführung gelangte, war von Johann Schilson, dem Leiter der Pester Kameraltdministration entworfen worden. Das großzügige Projekt von Schilson fand zwar der Herrscher allzu kostspielig, dennoch beharrten die ungarischen Behörden hartnäckig bei ihrer ursprünglichen Vorstellung. Diesem Umstand war es zu verdanken, daß die Kanzlei in 1789 ihre Zustimmung zur Ausführung des Schilson-Projektes gab. Der Bauernmarkt und der Tiermarkt wurden in die Hatvani-Straße ver­legt, u.zw. in der Weise, daß der Bauernmarkt an der rechten Seite (heute Köz­társaság tér = Platz der Republik) und der Tiermarkt an der linken Seite des Weges (heute die Gegend der Almássy- und Bethlen-Plätze) untergebracht wurden. 282

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