Tanulmányok Budapest Múltjából 14. (1961)

Tóth Andrásné Polónyi Nóra: Műszaki munkálatok Pest városában a XVIII. században = Wasserbauten und andere öffentliche Arbeiten der Stadt Pest im 18. Jahrhundert 241-283

Der Kleinhandel nahm jenen Raum ein, der heute von den Straßen: Großer Ring Népköztársaság útja (Weg der Volksrepublik), Tanács-Ring und Rakoczi-Straße eingeschlossen wird. Am eigentlichen Marktplatz wurden die Buden der Groß­händler und der Handwerker aufgestellt. Mit dieser Neuordnung wurden die großen Gefahren der Überfüllung des Marktplatzes praktisch behoben. Die von Schilson erteilten Weisungen konzentrierten die Aufgaben auf drei Gebiete: 1. Verkauf der Hausgründe in dem nördlich vom Marktplatz liegenden Gebiet, das einer Regelung unterworfen werden sollte (dies ermöglichten die schon früher hier ausgeführten Wasserschutz- und Entwässerungsanlagen); 2. Ausbau des Ladekais an der Donau (wichtig sowohl für den Handel als auch für weitere Wasserschutzanlagen). 3. Ausbau des eigentlichen Marktplatzes. Die erste Auf­gabe umfaßte die Vermessung des neuen Gebietes und die Anlegung der Grund­bücher, sowie die sachgemäße Absteckung der Straßen und die für die Kana­lisation erforderlichen Vorarbeiten. Als Ergebnis der Bautätigkeit am Ufer ent­stand ein Steindamm. Am Marktplatz waren zunächst die Niederreißung der alten Buden und das Planieren die wichtigsten Aufgaben. Das Arbeitstempo war — wie überall — auch hier mäßig, jedoch immerhin schneller, als z.B. im Straßenbau. Der mit der Leitung der Arbeiten betraute Ingenieur Várady konnte am Ende des Jahres 1790 in seinem zusammenfassenden Bericht melden, daß die Arbeiten zum überwiegenden Teil beendigt waren. Die Beendigung des rück­ständigen kleineren Teils.erfolgte hingegen erst in 1792. Der damals neuerbaute Marktplatz sollte in dieser Eigenschaft beinahe ein halbes Jahrhundert hindurch der Stadt dienen, während der neue Stadtteil geradezu zum Stolz der Haupt­stadt wurde. Wie man sieht, begrenzen die Jahre um die Wende des 18. Jahrhunderts die von uns untersuchte Entwicklung nicht nur zeitlich. Die Aufstellung des Stadtingenieuramtes, und die einige Jahre später folgende Gründung des Aus­schusses für Stadt Verschönerung, eröffneten in jeder Hinsicht eine neue Epoche in der Geschichte der öffentlichen Arbeiten Pests. Diese neue Epoche baute sich aber auf den Errungenschaften der Vergangenheit auf. Die wirtschaftlichen und politischen Paktoren bestimmten den Charakter der im 18. Jahrhundert unter­nommenen Arbeiten. Dieselbe Faktoren setzten ihnen jedoch auch ihre Grenzen. Der grundlegende Wirtschaftsfaktor war die anfänglich katastrophal erscheinende, mit der Zeit aber mehr und mehr gesundende finanzielle Lage des betreffenden Munizipiums. Die von den zentralen Regierungsbehörden bekundete Gleichgültig­keit — ja oft Argwille — stand der Entwicklung hemmend im Weg. Die noch in den Kinderschuhen steckende technische Organisation für öffentliche Arbeiten konnte die Entwicklung nicht wesentlich fördern. Aus den Vorhergehenden ergibt sich, daß diese Arbeiten alle einen ad hoc Charakter trugen. Die plan­mäßige Entwicklung erfolgte erst im 19. Jahrhundert. 283

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