Tanulmányok Budapest Múltjából 14. (1961)

Tóth Andrásné Polónyi Nóra: Műszaki munkálatok Pest városában a XVIII. században = Wasserbauten und andere öffentliche Arbeiten der Stadt Pest im 18. Jahrhundert 241-283

N. Tóth WASSERBAUTEN UND ANDERE ÖFFENTLICHE ARBEITEN DER STADT PEST IM 18. JAHRHUNDERT Kaum hatte Pest nach den Verheerungen des Befreiungskrieges aufgeatmet, als die Stadt während des von Rákóczi geführten Freiheitskampfes von neuen Jahren des Unheils heimgesucht wurde. Die mit großer Mühe erzielten Erfolge der früheren Jahre wurden völlig zunichte; Pestilenz und Überschwemmungen wüteten in der Stadt. Infolge dieser Verwüstungen konnte ein Aufstieg nur schritt­weise vor sich gehen. In diesen Jahren wandte sich das Interesse der Stadtein­wohnerschaft erneut der Landwirtschaft zu, da der Handel, der nach der Befreiung von den Türken einen so verheißungsvollen Anlauf genommen hatte, völlig ins Stocken geraten war. Erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts trat eine Wendung größerer Bedeu­tung im Leben der Stadt ein. Die bebaubaren Fluren im Weichbild der Stadt waren zu dieser Zeit bereits verteilt und damit der landwirtschaftlichen Betäti­gung die Grenzen gesetzt worden. Handel und Gewerbe traten wieder in ihre Rechte und die schon früher berühmten Pester Jahrmärkte zählten von da an wieder zu den großen Ereignissen des ungarischen Handels. Die Zahl der Stadteinwohner war auf 5—6000 Seelen angestiegen. Eine so bedeutende Bevölkerungszunahme konnte nicht ohne die Verwirklichung gewisser technischer Bedingungen vor sich gehen. Für das wirtschaftliche Gedeihen der Stadt waren vor allem ein Ver­kehrsnetz, ein Marktplatz und Schutzanlagen gegen die Überschwemmungen vonnöten. Die vorliegende Studie bezweckt die bisher völlig unbekannte Geschichte der Zivilbautätigkeit dieser Zeit vorzuführen und zu zeigen, wie eng dieselbe mit dem in späterer Zeit einsetzenden technischen und wirtschaftlichen Auf­schwung der Hauptstadt verknüpft war. Pest konnte es in erster Linie seiner vorteilhaften geographischen Lage verdanken, daß es zum Mittelpunkt des Landes werden konnte. Zwischen den Naturgegebenheiten und den technischen Bauanlagen bestand eine enge Wechsel­beziehung. Als eine logische Folge dieser Beziehungen wurden schon von Anfang an Arbeiten unternommen, die den Zweck hatten, die umliegenden Sümpfe trocken­zulegen, den Flußlauf der Donau zu regeln, Landstraßen zu bauen und einen geeigneten Platz für den Markt bereitzustellen. Die Bebauung des in der Pester Umgebung liegenden Bodens war nur beschränkt möglich, da sich die Sümpfe, infolge des nicht regulierten Rákos­Baches und Rákos-Grabens auf immer weitere Gebiete ausdehnten. Über diese Regulierungs- bzw. Trockenlegungsarbeiten geben unsere das Weichbild von Pest zeigenden handschriftlichen Karten ein viel anschaulicheres Bild, als die ziemlich lückenhaften und wortkargen schriftlichen Quellen aus derselben Zeit. Auf der aus 1764 stammenden Karte von Leonhard Waczpaur sind der Rákos-Bach und die umliegenden sumpfigen Gewässer noch ungeregelt. Nur der Rákosgraben, der die Stadt umgürtete, scheint reguliert gewesen zu sein und man kann auch schon den sogenannten »Vizafogó« Kanal erkennen, der den Rákosbach mit dem Rákosgraben verbindet. Die Regulierung, bzw. Anlegung dieser beiden Kanäle waren Werke der ersten Jahrhunderthälfte, und zwar der 40-er Jahre. Die übrigen, mit dem Rákosbach und den umliegenden Sümpfen zusammenhängenden hydrotechnischen Arbeiten sind gegen das Jahrhundertende, in den 70—80-er Jahren ausgeführt worden. Die Karte des Pester Weichbildes von Balla aus dem Jahre 1785 gibt für dieses Gebiet schon bedeutende Wasser­bauten an und zeugt für die Richtigkeit unserer Feststellung. Die Bedeutung der Donau als einer Wasserstraße und des Pester Hafens kommt in der ganzen Geschichte der Stadt zum Ausdruck. Andererseits hatte die Donau mit ihren häufigen und verheerenden Überschwemmungen auch schwere Schäden verursacht. Der Hochwasserschutz war deshalb auch stets die größte Sorge der Stadteinwohnerschaft. Der Größe der Aufgabe entsprachen jedoch keineswegs die Möglichkeiten, die von den materiellen Quellen und den Fachkenntnissen 280

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