Tanulmányok Budapes Múltjából 11. (1956)

Szilágyi János, »Barbár« betörések és belső harcok Aquincum terében

и. Z., in Arrabona (in Singidunum?) in 137 ein dem Kaiser huldigendes Stein­denkmal errichtet. In diesen Fällen war die Dankbarkeit wohl begründet. Im Jahr 162 nahm Kaiser Lucius Verus den überwiegenden Teil der Legion von Aquincum gegen die iranischen Parther mit sich. Die nördlich der Donau wohnenden Völker griffen sofort die geschwächten Donaugrenzen an. Zur Verstärkung des in Aquin­cum belassenen schwachen Legionskaders musste die Hauptmasse der IV. Flä­mischen Legion aus Singidunum (Belgrad) herangezogen werden und die XXII. Primigenia z. B. sandte ein Détachement aus dem Rheinland hierher. Dieser an­derthalb Jahrzehnte dauernde Kriegszustand führte zur Verbergung zahlreicher Münzbestände und zur Errichtung vieler Votivaltärchen aus Stein. Der im Jahre 178 (»für das Heil« des Kaiservaters und seines Sohnes) errichtete Altarstein bezeugt, dass manchmal ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen dem Besuch des Kai­sers und solchen Steindenkmälern mit Inschrift bestand. In diesem Jahr kamen nämlich Mark Aurel und sein Sohn wirklich nach Aquincum (auch laut anderen Angaben) . Um das Jahr 196 (südlich von Aquincum) Hess der Statthalter »einen Wachposten, der infolge Baufälligkeit (?) eingestürzt war, auf einer anderen Stelle durch die Hände der Mannschaft wiederherstellen. ..«. An diesem »Einsturz« mag unseres Erachtens auch der Feind seinen Teil gehabt haben, wurden doch in den darauffolgenden Jahren häufig Votivaltärchen im Gebiet von Aquincum errichtet. Demnach liessen die »Barbaren« auch die in den 190-er Jahren durch Bür­gerkriege im Innern hervorgerufenen chaotischen Zustände nicht unausgenützt. Von der Wende des II. zum III. Jahrhundert an wurde die Bewegung der Latro­nes immer beunruhigender. In den Jahren 206—208 mussten Truppen aus dem Rheinland herbefohlen werden »gegen die Deserteure und Rebellen . . .« (adversus <Iefectores et rebelles, Bild. 1). In auffallend grosser Zahl wurden damals im Bereich von Aquincum Stiftungen gemacht. Im Jahre 213 wurden die besten Truppenteile der Garnison des Aquincumer Gebiets zuerst gegen die Alemannen ins Rheinland, -dann auf Jahre an die kleinasiatische Front beordert. Im Räume des geschwächten Grenzschutzes treiben die sogleich aufgetauchten Scharen des äusseren und inne­ren (?) Feindes ihr Unwesen. Das Nemesisheiligtum des Amphitheaters in der »Bürgerstadt« musste in­folge »Einsturzes« neuerbaut werden. Im Jahre 216 erneuerte man das »dem Schutz der Statuen und Bildnisse der Kaiser dienende Wächterhaus« aus seinem »dem Erdboden gleichgemachten Zustand«. Es ist sonderbar, dass bis an das Gebiet von Titel alle Brücken infolge »Überalterung« zu gleicher Zeit eingestürzt sind und in den Jahren 217—218 der Reparation bedurften. In den Jahren 227—230 vrarden in diesem Gebiet neuerdings in auffallender Menge steinerne Votivaltär­chen gestiftet und eine ganze Reihe von entfernungsanzeigenden Steinsäulen be­zeugt, dass der Wiederaufbau von Strassen und Brücken neuerdings notwendig wurde. Ein knappes Jahrzehnt genügte also, um sie durch Gebrauch abzunützen? Wir glauben, dass die fliehenden Truppen der Latrones die Brücken zerstört haben, denn von Beschädigungen der Festungswerke, wozu feindliche Truppen fähig wären, haben wir aus dieser Zeit keine Angaben. In den Jahren 232—233 kämpfte ein bedeutender Teil der Legion von Aquincum von neuem an der kleinasiatischen Front. Kaiser Alexander Severus liess damals im Bereich der Legion »ein Bad ganz vom Erdboden« neuerbauen. Die Linie, welche die Fundorte der in Vác-Hartyán und in der Markung von Pákozd gefundenen Münzbestände verbindet, zeigt den Weg des feindUchen Einbruchs im Gebiet der geschwächten Legion. Um das Jahr 236 befanden sich Abteilungen der Aquincumer Legion auf dem Boden der benach­barten Völker. Auf die Bedrängnisse während ihrer Abwesenheit weisen mehrere Votivsteine. Die Meilensteine bezeugen 8—10 Jahre nach der letzten Wieder­herstellung wiederum die Instandsetzung der Strassen und Brücken. Demnach haben die Latrones die Abwesenheit des Hauptheeres wieder ausgenützt, genau wie in 242, als das Gros der Legion auf den iranischen Schlachtfeldern ihr Blut vergoss. In dieser Periode beginnen die mit Inschriften versehenen Steindenk­mäler seltener zu werden, deshalb kennen wir aus den Jahren 241—243 nur zwei Votivsteine, doch mussten die Wege und Brücken 8-—9 Jahre nach ihrer letzten 26

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