Tanulmányok Budapes Múltjából 11. (1956)

Szilágyi János, »Barbár« betörések és belső harcok Aquincum terében

/. Szilágyi »BARBARENEINFÄLLE« UND INNERE KÄMPFE IM RAUM VON AQUINCUM Im Rahmen eines kurzgefassten Überblickes versuchen wir, von den genau aufs Jahr datierten und beinschrifteten Steindenkmälern ausgehend, die Verket­tung jener Kämpfe anzudeuten, die sich im Gebiet von Aquincum abgespielt haben. Zugleich versuchen wir jene Angaben abzusondern, welche eher auf Kämpfe zwischen entlaufenen Sklaven, desertierten Soldaten, landflüchtig gewordenen Bauern usw., also Scharen von Latrones einerseits, und den Polizeikräften des römischen Reiches andererseits zu weisen scheinen, als auf von Aussen kommende feindliche Angriffe. Wir halten nämlich die weit über den Durchschnitt erhabeneZahl der Altarsteine, welche aus ein und demselben Jahr stammen als einen Hinweis dafür, dass die aufeinanderfolgenden Krisen der einzelnen Individuen sich zu einer Krise jener Gesellschaftsklasse vertiefte, welche am meisten über genügend ma­terielle Mittel zur Aufstellung von Steinaltärchen verfügte. Im Laufe des II. — III. Jahrhunderts musste der grösste Teil der Garnison des befestigen Lagers von Aquincum (die legio II. adiutrix) in wenigstens 17 Fällen ins Feld ziehen, um auf entfernten Kriegsschauplätzen zu kämpfen. Der Nachrichtendienst der auslän­dischen »Barbaren« und der inländischen Rebellen funktionierte allem Anschein nach äusserst gut. In der Abwesenheit der Legion oder des bedeutendsten Teiles derselben, brachen sie sofort ein, bezw. überfielen häufiger und dreister die Villen der Reichen, usw. Aus den spätesten Stücken der in die Erde vergrabenen Münz­funde können wir auch auf Einbrüche aus dem Ausland schliessen, besonders dann, wenn diese Münzfunde in dieselbe Linie oder in einen Streifen von gleicher Rich­tung fallen. Wenn sie sich aber in isolierten Zonen netzartig verdichten, dann müssen wir hinter diesen Münzverbergungen eher die Bewegungen der Latrones suchen. Den konkreten Überblick können wir mit dem Jahr 19 u- Z. beginnen, als sich ein berittenes Hilfsbataillon in Aquincum mit Bauarbeiten beschäftigte. Vielleicht begannen sie damals jene Übergangstellen an der Donau zu befestigen, welche von den soeben frisch in die grosse ungarische Tiefebene eingewanderten sarmatischen Jazygen benützt wurden. Fraglich ist es, ob es einen Zusammen­hang gab zwischen dem mit dem Denar Caligulas abschliessenden Münzfund von Bia und den durch die Ansiedlung des quadischen Volkes des Vannius entstande­nen Unruhen (50 u. Z.). Um das Jahr 88 und 92 des I. Jahrhunderts wurden gegen die Jazygen schwere Kämpfe geführt. Es ist auffallend, dass wir bis heute von keinem einzigen Schatzfund oder Steindenkmal wissen, welches mit diesen Kriegswirren mit Gewissheit in Verbindung gebracht werden könnte. Um das Jahr 107 wurde ein erfolgreicher Feldzug gegen die Jazygen im Vorgebiet Aquin­cums geführt, doch jenseits der Grenze. Aufstellung von Steindenkmälern, Ver­bergung von Münzbeständen usw. können auch an dieses Ereignis nicht ange­schlossen werden. Ein Jahrzehnt später rächten die Jazygen diesen Angriff. Da­mals mochte innerhalb des Legionslagers von Aquincum eine Sammlung von Münzen verborgen worden sein. Der in Kiskoszeg, im Komitat Baranya gefun­dene Münzvorrat wurde wahrscheinlich auch auf die Nachricht dieser Gefahr hin vergraben. Kaiser Hadrian übergab damals den vereinigten Oberbefehl von Pan­nonién und Dazien einem seiner vertrauten Anhänger. Die Ursache der Verber­gung des Münzschatzes, der in der Selmeci utca in Óbuda gefunden wurde, ist noch nicht geklärt. Die letzten Gepräge stammen aus den Jahren 123—129. Vielleicht hat der Verberger in den letzten Jahren seinen Münzvorrat nicht mehr vermehrt und er mag ihn aus demselben Grund verborgen haben, der den Caesar Lucius Aelius vom Sommer des Jahres 136 u. Z. an, mit einem besonderen vereinigten Kommando an den Grenzen Pannoniens hielt. In Aquincum wurde im Jahre 138 25

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