Tanulmányok Budapes Múltjából 11. (1956)

Nagy Lajos, A Terézváros kialakulása

612 613 614 615 616 617 L. Nagy DIE ENTWICKLUNG DER THERESIENSTADT 1. Die Fragen der Pester Vorstadtentwicklung Vor dem 18. Jahrhundert besass Pest keine Vorstadt. Die erste Angabe über die beabsichtigte Gründung einer Vorstadt stammt aus dem Jahr 1699, doch wurde dieser Plan nicht verwirklicht, wahrscheinlich wegen der Schwierigkeiten die die Kameralverwaltung bereitet hat. Die Bedeutung des Bodenbaus, der Tier­zucht und des Weinbaus, in denen wir den Grund für die Absicht der Vorstadt­gründung suchen, verringerte sich infolge der Kurutzenbelagerung, der in den Jahren von 1710—11 wütenden Pestseuche, der grossen Steuerlasten, Militärein­quartierungen und der Überschwemmung von 1712 auf ein Mindestmaß. Der Entwicklungsanlauf während der friedvolleren Jahre, die auf den Freiheitskrieg Rákóczis folgten, rückte die Idee einer Vorstadt von neuem in den Vordergrund. Allerdings führte unmittelbar ein anderer Grund als Bodenbau und Viehzucht zur Anlegung einer Vorstadt und die Arbeiten wurden in einem viel grösseren Umfang betrieben als vor dem Freiheitskampf. Die wachsende Bedeutung der Jahrmärkte, die Verlegung der Kurie nach Pest, folglich die Ver­wandlung Pests in einen Verkehrsmittelpunkt, ferner die Erstarkung von Handel und Gewerbe und parallel damit die im Verhältnis zu den beschränkten Möglichkei­ten verhältnismäßig starke Entfaltung des Ackerbaues, des Weinbaues und der Viehzucht — schliesslich die durch all das bedingte Vermehrung und Differen­zierung der Stadtbevölkerung — im Zusammenwirken all dieser Faktoren können wir also die Ursachen ; die fördernden und hemmenden Bestimmungsgründe des Entstehens und der Entwicklung der Vorstadt suchen. Um 1730 enstand das sog. Lerchenfeld, die erste Vorstadtsiedlung von Pest, Gleichzeitig damit begann die Besiedlung des Geländes ausserhalb der Stadt­mauern, der Entwicklungsprozess der Vorstadt von Pest, begleitet von den Krit­teleien des Rates und der gewählten Bürgerschaft. Rat und gewählte Bürgerschaft wachten beide sorgsam darüber, dass im Weichbilde der Stadt niemand, der nicht ihr Mitbürger ist, sich Immobilien erwerben könne. Wenn sie die Gründung der Vorstadt trotzdem zuliessen und deren weiteren Ausbau schweigend duldeten, so hatten sie damit einzig und allein die Sicherung von billigen und leicht erreich­baren Arbeitskräften im Sinn. Die Zahl der Häuser in der Vorstadt betrug im Jahre 1769 865, um 1792 schon 1176. Gegen das Jahrhundertende übertraf die Vorstadtbevölkerungszahl um vieles jene der Innenstadt ; 80 % der Bewohner wohnte damals schon in der Vorstadt. Fast 100 % der Taglöhner, Hauer und Gehilfen wohnte schon ausserhalb der Stadtmauern, was 57 % der Vorstadt­bewohner ausmachte. Am Jahrhundertende bestand die Bevölkerung der Innen­stadt fast ausschliesslich aus selbständigen Kaufleuten und Gewerbetreibenden. Auch das aus der Innenstadt nach und nach verdrängte handel- und gewerbe­treibende Element siedelte sich, mit dem Durchbruch der Stadtmauern die bür­gerliche Lebensart mit sich verbreitend, zahlreich in den Vorstädten an. Beinahe 60 % der Gewerbetreibenden bewohnte in 1798 die Vorstädte. 594 = 1123 600 606 595 601 607 596 602 608 597 603 609 598 = 1158 604 610 599 605 611 124

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