Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.1. Die Steinbearbeitung in Aquincum (Krisztina Szirmai)
Abb. 2. Fragmentierte Grabstele mit der Darstellung der Lupa Capitolina aus dem Westgräberfeld der Militärstadt Werkstattzeichen, doch in Aquincum kamen solche Werkzeuge tatsächlich ans Licht: Hämmer (asciae), ein Meißel (scalpra), ein Zirkel (circinus), ein Bleilot (perpendiculum) , Winkelmesser (norma) aus Eisen und Bronze (L. NAGY 1937/3). Aus dieser Werkstatt, die in den ersten Jahrzehnten des 3. Jahrhunderts noch tätig war (T. NAGY 1971/3, 125), stammen Grabsteine, mehrteilige größere Grabbauten sowie Sarkophage. Einer anderen, auf höherem Niveau arbeitenden Werkststatt der Canabae ist ein Grabsteinfragment mit Brustbild zuzuordnen, das man auf dem Platz des 15. März fand. Der große Grabstein des Aur. Aulupor entstand bereits im ersten Drittel des 3. Jahrhunderts, und auch das Grabdenkmal für Aur. Bitus und seinen Sohn - eine große Grabtafel - wurde nach der Severerzeit angefertigt. Erwähnt sei noch der Grabstein des Aur. Eufemianus, bei dem die Abmessung des Inschriftfeldes schon an die auf den Sarkophag gelegte Inschrifttafel erinnert. An den Grabsteinen des 4. Jahrhunderts wurde jeder figurale und ornamentale Schmuck weggelassen (T. NAGY 1971/3, 125-127). Auch in den letzten Jahrzehnten kamen in Aquincum viele Grabsteine zum Vorschein. Erwähnung verdient ein weiteres Fragment des vom Csúcshegy stammenden Grabsteins mit 5 Rettungsgrabung M. Németh und K. Szirmai 1968, Vorbericht: BudRég 23 (1973) 261. Abb. 3. Grabstatue einer Frau aus der Militärstadt Wagenszene und einer sitzenden Eraviskerin (Abb. 1.) (NÉMETH 1999/2, 15, Nr. 17). 5 Auf einem Grabstein aus dem westlichen Gräberfeld der MilitärStadt erschien der Bildtyp mit Darstellung des Totengelages (TOPAL 1993/1, 78, Taf.148). Györgyi Parragi fand in der spätrömischen Festungsmauer mehrere sekundär eingebaute Grabsteine (PARRAGI 1976/1, 137-140). In der Mauer des TörleySchlosses in Budafok waren ebenfalls mehrere römische Grabsteine verbaut (SZIRMAI 1991/2, 181-187). Auch Grabsteine mit verschiedenen Varianten der lupa Capitolina Szene wurden in Aquincum gefunden (Abb. 2.) (FACSÁDY 2001/3, HABLE 2001, 29; MÁRTON 2002/2), und eine der neueren Grabungen förderte einen weiteren Typ des Steins des Windgottes Protomes zu Tage (SZIRMAI 1971, 259-263; SZIRMAI 1989/2, 162-167). 6 Niveauvolle Werke der Grabplastik in Aquincum sind jene Steindenkmäler, die Györgyi Parragi, (Abb. 3.) Erzsébet Márity bei ihren noch unpublizierten Grabungen freilegte. 7 In dem die Wagendarstellungen der pannonischen Grabsteine behandelnden Band sind auch die Steine aus Aquincum vetreten (VISY 1996, 20-21, 27-30, 48). Die im 6 Erwähnte den Stein von Aquincum mit einer Darstellung des Windgottes in Protome zuletzt in: J. Beszédes, Másodlagosan felhasznált római kori kőemlékek a kalocsai székesegyház Paksra kerülő faragványai. [Sekundär verwendete römische Steindenkmäler...]. Paksi Múzeumi Füzetek. Paks 2000, 14, Abb. 8. 7 U. a. bei der Freilegung im westlichen Gräberfeld der Militärstadt. Grabung E. Márity 1991, Plan 7, Nr. 48.