Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.1. Die Steinbearbeitung in Aquincum (Krisztina Szirmai)

ser Werkstatt ist der Grabstein des T. Plotius Pam­pilus, eines Soldaten der legio II Adiutrix. Daneben bildet sich hier in den ersten Jahrzehnten des 2. Jahrhunderts eine Steinmetzwerkstatt heraus, die einerseits von der Legionswerkstatt das Verfahren der Herstellung kranzgeschmückter Grabsteine von der Legionswerkstatt übernahm. Anderseits dürfte das Grabdenkmal des Veteranen T. Magius Clemens mit einer tabula ansata gleichfalls in dieser Werk­Abb. 1. Grabstein mit Relief eines einheimisches Ehepaares von Csúcshegy statt entstanden sein (T. NAGY 1971/3, 117-120). Wie auch der 124 gefertigte prachtvolle Stein des Veteranen M. Baei. Fronto zeigt, wurden von die­sen Werkstätten die besten Traditionen der Stein­bearbeitung der Militärstadt (Nische mit Brustbild, Opferszene) bewahrt. Als neues Element kam die rankenverzierte Einfassung des Inschriftfeldes hinzu (T. NAGY 1971/3, 117-120). Von den zwanziger Jahren an bis zu den Mar­komannenkriegen bemühten sich zwei Werkstätten der Zivilstadt, den Ansprüchen der Mitglieder der Handwerkerkollegien in Bezug auf kranzverzierte Grabsteine gerecht zu werden (BURGER 1959). Nach Meinung der Forschung ist für die Grabstei­ne der Werkstatt „A" die Bekrönung Kölner Typs charakteristisch, während die mit „B" gekennzeich­nete Steinmetzwerkstatt die herkömmliche Bekrö­nung mit Akanthusblättern bzw. Palmetten verwen­dete. Die Werkstatt „B" war nur bis zur Mitte des Jahrhunderts tätig, die Werkstatt „A" hingegen bestand weiter. Eines ihrer spätesten Werke ist der bekränzte Grabstein des M. Herennius Pudens (T. NAGY 1971/3, 122-124). Auch der norische Typ taucht erneut auf, und zwar mit einem Grab­stein, den der vermutlich aus Noricum stammende Sallustius Sabinus und seine Gattin ihrem Kinde errichten ließen (T. NAGY 1971/3, 124-125). Die Arbeit eines Steinmetzen der Zivilstadt repräsentiert ein Familiengrabstein mit fünf Gestalten aus der Zeit Caracallas. Im nördlichen Teil der Zivilstadt, in der sog. Malomdűlő (Müh­lenflur), kamen die Lagerbestände einer Stein­metzwerkstatt zum Vorschein (Altäre, Fackelhal­ter, einen Stierkopf zermalmender Löwe, bemalte Trachitsäule) (T. NAGY 1971/3, 125). Dieselben Erscheinungen wie in der Zivilstadt sind auch unter den Denkmälern der sich entwickelnden Militärstadt zu beobachten. Steinmetzwerkstätten der Canabae (zweite Hälfte 2. Jahrhundert - 4. Jahrhundert) Eine der in der Militärstadt tätigen Werkstätten hat der Nachwelt mit den Darstellungen an ihren Werken die Typen der wichtigsten Arbeitsgeräte überliefert. Dies sind eigentlich Meister- bzw.

Next

/
Thumbnails
Contents