Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

5. Die neuen Ergebnisse der topographischen Forschungen - 5.4. Die Zivilstadt von Aquincum - 5.4.4. Neue Elemente in der Topographie der Zivilstadt von Aquincum - 5.4.4.4. Die Bebauung außerhalb der Stadtmauer (Paula Zsidi)

dereste zu Tage. Von diesen ausgehend wurde es notwendig, die früheren Feststellungen zu modifi­zieren (PÓCZY 1984/1, 21; PÓCZY 1986/1 25, Anm. 60). Ebenso deuteten die Stadtmauerforschungen darauf hin (ZSIDI 1990/2, 163), daß in dem Zeitraum nach der Severerzeit im Vorraum der Stadtmauer mit einer vorstadtartigen Bebauung zu rechnen ist. 6 Die ausdehnungsmäßig größten zusammenhängen­den Gebäudereste wurden an der die Stadt in westli­cher Richtung verlassenden Straße freigelegt. 7 Das erschlossene, zusammen­hängend bebaute Areal erstreckte sich entlang der nach Westen aus der Stadt führenden ostwestlichen Hauptstraße. Geklärt wer­den konnten die Grundrisse von fünf Gebäuden, denen sich Wirtschaftszwecken dienende Gebäude­teile, Werkstatt-, Laden- und Lagerräume anschlös­sen (Aquincum 1986, 128). (Abb. 1.) Diese außer­halb der Stadtmauer beobachtete Bebauung längs der ostwestlichen Hauptstraße ist vermutlich Teil desselben Stadtordnungskonzeptes gewesen, auf dem der Ausbau des ostwestlichen Abschnitts der Ladenreihe innerhalb der Stadtmauer beruhte. Dass das Gebiet schon früher genutzt wurde, darauf deuten einige während der Freilegung der Gebäude entdeckte Gräber sowie der kleine Herd hin, den man in dem Gebiet südlich davon, außerhalb der Wehranlagen der westlichen Stadtmauer, fand und aus dem eine an die Wende 1— 2. Jahrhundert zu datierende Münze stammt (ZSIDI 1990/2, 154). 6 Für eine derartige Bebauung ist, zumindest teilweise, die Herberge mit dem angrenzenden Badegebäude zu halten, s. den Abschnitt „Öffentliche Gebäude und Wohnhäuser" (5.4.4.3.). 7 Grabung K. Póczy 1975, Plan 3, Nr. 64. Abb. 1. Die Grundrisse der Gebäude in der westlichen Vorstadt der Zivilstadt im 3. Jahrhunder (Grabung von K. Póczy) An der Kreuzung der die südliche Stadtmauer der Zivüistadt außen begleitenden Straße und der davon ausgehenden nordsüdlichen Straße kamen Mauerreste zum Vorschein, die zu drei Gebäuden gehörten (PETŐ 1984/1, 276.). Da ihr Grundriss ziemlich fragmentarisch ist, kann ihre Funktion nur ungefähr bestimmt werden: Wirtschaftsgebäu­de, eine Straßenstation, eventuell eine Herberge. Das in den Gebäuden geborgene Fundmaterial ermöglicht eine gute Datierung dieser Bebauung in die Severerzeit. Handwerkerviertel Außerhalb der Mauern, aber dennoch in der Nähe der gleichzeitig ihren Absatzmarkt bedeu­tenden Zivilstadt, entstanden die Handwerker­viertel. Die großen, im Umkreis der Zivilstadt entstandenen Handwerkerviertel wurden schon von der früheren Forschung erschlossen (PÓCZY 1956, 92-125), so dass das große (sog. Gas­fabrik-) Handwerkerviertel im Osten, die Töp-

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