Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

5. Die neuen Ergebnisse der topographischen Forschungen - 5.4. Die Zivilstadt von Aquincum - 5.4.4. Neue Elemente in der Topographie der Zivilstadt von Aquincum - 5.4.4.4. Die Bebauung außerhalb der Stadtmauer (Paula Zsidi)

fersiedlung westlich der Stadt (beim Militärma­terialdepot) sowie die Töpfersiedlung außerhalb der südlichen Stadtmauer (beim Gasthof Schütz) bereits bekannt waren (T. NAGY 1973, 119, 122). Die Ausgrabungen der neuen Forschungs­periode trugen nur mit wenigen neuen Angaben zur Topographie dieser Gewerbestandorte bei. In dem östlichen Handwerkerviertel kamen einige zusätzliche Öfen ans Licht (ZSIDI 1984), und in der südlichen Töpfersiedlung gelang es, weitere Objekte freizulegen sowie die Ausdehnung der Siedlung genauer einzugrenzen (POCZY 1986/1, 25, Anm. 60; ZSIDI 2001/2, 72-74). Einige neue Informationen lieferten die jüngsten Aus­grabungen auch im Hinblick darauf, wie lange dieses Handwerkerviertel tätig waren. Die Pro­duktionszeit der Werkstatt Gaswerke (östliches Handwerkerviertel) ist nach den Ergebnissen der neuesten Forschungen bis an die Wende 2.-3. Jahrhundert zu verfolgen (PÓCZY-ZSIDI, 1992, 24), und die Datierung der südlichen Töpfersied­lung (Gasthof Schütz) ins severische Zeitalter hat neben der Publikation der alten Grabungsdaten (BÓNIS 1993, 229-243) auch die Stratigra­phie der neuen Ausgrabungen bekräftigt (ZSIDI 2002/4, 145). Die Gräberfelder der Zivilstadt 8 An dieser Stelle beschäftige ich mich nur mit denjenigen Bezügen der Gräberfelder, welche die Topographie der Zivilstadt betreffen. Die meisten größeren Nekropolen der Zivilstadt waren schon im Zeitraum vor der behandelten Forschungs­periode bekannt (L. NAGY 1942/1, 464-485). Bekannt waren das westliche (sog. Aranyárok-) bzw. östliche (sog. Dunaparti-Donauufer) Grä­berfeld, und wir kannten vereinzelte Bestattungen östlich der nach Süden aus der Stadt führenden Straße sowie einige spätrömische Gräber in der Nähe der westlichen Stadtmauer. Während der zurückliegenden Forschungsperiode haben sich unsere Kenntnisse hinsichtlich aller früheren Grä­berfelder bzw. - details beträchtlich erweitert. 8 S. den Abschnitt „Gräberfelder von Aquincum" (5.5.1.). Weitere Gräber bzw. Grabbauten kamen in dem Friedhof am Aranyhegyi árok genannten Bach zum Vorschein (POCZY 1984/1, 21). Bei einer Prüfung des früheren Gräberfeldplans erwies sich, daß der Friedhof bzw. die während der munizipalen Periode der Stadt enstandenen Grab­gärten einer regelmäßigen, 25x25 römische Fuß messenden Parzellenordnung folgten (M. 11 NAGY 2001, 205-206, 213, Abb. 1-2). Diese Angabe deutet auch darauf hin, daß unsere Vermutung, die Stadt müsse schon in ihrer Periode als Muni­cipium über ein geregeltes, sowohl das Gebiet des Gräberfeldes wie auch der Stadt einschließendes Limitationssystem verfügt haben, nicht ganz unbe­gründet ist. Für die Ausdehnung der östlichen Nekropole der Zivilstadt am Donauufer ergab sich bei den neueren Forschungen, daß sie weiter südlich ver­lief als zuvor beobachtet (ZSIDI 2001/1). Die im Südabschnitt der Nekropole freigelegten Gräber vertreten überwiegend zwei Perioden. Auf Grund der ins 2. Jahrhundert zu datierenden Brandbe­stattungen steht nun fest, daß in diesem Gebiet nicht erst im spätrömischen Zeitalter mit dem Bestatten begonnen wurde. Man muss aber hinzu­fügen, daß sich dieser neue Gräberfeldteil südlich von den in der sog. Töpfersiedlung Gasfabrik freigelegten Befunden befindet und vorerst kein unmittelbarer Zusammenhang mit früher erschlos­senen Gräberfeldteilen festgestellt werden kann. Eine andere Gräbergruppe, Bestattungen mit aus Ziegeln gemauerten Grabkammern und in der Mehrzahl ohne Beigaben, wurde rund zweihundert Jahre später angelegt. Die meisten neuen Gräber gelang es im südli­chen Gräberfeld freizulegen (ZSIDI 2001/2, ZSIDI 2002/4). Das Areal wurde in zwei Perioden der Römerzeit zu Bestattungszwecken genutzt und neben Grabgarten- und Sarkophagbestattungen kamen hier auch spätrömische Grabparzellen vor. Mit neuen Angaben trugen die nördlich des Amphitheaters gefundenen Brandgräber zum Thema Nekropolen der Zivilstadt bei (ZSIDI 1996). Die kleine, separate, ins 2. Jahrhundert zu setzende Gräbergruppe mit bescheidenen Beigaben gehörte vielleicht zu dem außerhalb der Stadtmauer

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