Budapest Régiségei 34. (2001)

STUDIEN = TANULMÁNYOK - Ertel, Christine: Spolien aus der Mauer des spätrömischen Legionslagers von Aquincum Fragmente von Grabaltären ohne Inschrift im Aquincum Museum 79-104

geschweiften Polsterkörper sind von sehr langen, ger­aden Blättern mit erhabener Mittelrippe belegt, die an ihrem Fuß längliche, tropfenförmige Ösen miteinander einschließen. An der Vorderseite - soweit noch erhal­ten und erkennbar - werden die Polster von einer ungeschmückten Kreisfläche bezeichnet, ein Dübelloch auf der Oberfläche fehlt. In der Mitte der Vorderseite läßt der noch anhaftende Mörtel der sekundären Verwendung zwei Volutenschnecken frei, die wohl von Ranken mit den Polsterstirnen verbunden waren. In dem Streifen zwischen den Polstern springt der Aufsatz 4 cm zurück. 2. 4 Altaraufsatz mit Blattpolstern R 1247/6 (Abb. 4 b-c.) AO: Parkplatz des Aquincum Museums B: 84; H: 34; T: 88. Mit 88 cm Tiefe war dieses Stück ursprünglich das größte der sechs Altaraufsätze, die rechte Seite mit dem rechten Polster ist aber abgebrochen. Der Polstertyp ist derselbe wie bei 2. 3. Die nur leicht geschweiften, von einem Schnurband unterteilten Polsterkörper sind mit langen, vorn leicht zugespitzten Blättern belegt. An der Oberseite der Polster verläuft eine erhabene Blattrippe. Eine vierteilige Rosette mit herzförmigen Blättern schmückt die Vorderseite der erhaltenen Polsterstirn, die durch ein geschwungenes Volutenband mit dem rechten Polster verbunden war. Etwa in der Mittelachse der Oberfläche verläuft eine sekundäre Rinne mit 9 Keillöchern. Hier war man offensichtlich dabei, den Block in der Mitte zu zerteilen, gab dann aber das Vorhaben auf. In der Mitte der Vorderseite ist eine Volutenschnecke erhalten, die in der Muldung der geschwungenen Polsterranke ruht. Aus ihr kann die Lage der Mittelachse und damit die Breite des Altaraufsatzes mit 104 cm erschlossen wer­den. Der Aufsatz springt an Vorder- und Rückseite in dem Streifen zwischen den Polstern 6 cm zurück. 2. 5 Altaraufsatz mit glatten Polstern (Abb. 5 a-c.) AO: Parkplatz des Aquincum Museums B: 90; H: 38; T: 72. Die kräftig geschweiften, glatten Polster werden von dicken, glatten Mittelringen unterteilt. Die Polsterstirnen an der Vorderseite (in der gegenwärtigen Aufstellung zur Hecke gewendet) sind als achtblättrige Rosetten in Rahmenringen gestaltet. Aus ihnen wach­sen geschwungene Volutenranken zur Mitte, wo sie sich gegeneinander aufrollen. Die Ranken werden am Treffpunkt von einem Band zusammengehalten, ein Blattbündel wächst hier nach unten. In der Oberfläche ist ein 4x5 cm großes Dübelloch mit der originalen Bleifassung erhalten. Der eigentliche Dübel war 2x2 cm groß. Die Rückseite des Blocks, zu der der Gußkanal im rechten Winkel führt, ist gerade abgear­beitet. 2. 6 Altaraufsatz mit glatten Polstern R 1247/7 (?) (Abb. 6 a.) AO: Parkplatz des Aquincum Museums B: 112; H: 42; T: 73. Die glatten, kräftig geschweiften Polster werden in der Mitte von Schnurbändern zusammengehalten. Die in der heutigen Aufstellung zur Hecke zeigende Vorderseite der Polster war von achtblättrigen Rosetten verziert, deren rechte teilweise erhalten ist. Für die 14 cm breiten glatten Polsterstirnen der Rückseite ist der Aufsatz rechtwinkelig ausgeschnitten. Hier haftet sekundärer Mörtel an dem Stück. Das Stück war möglicherweise bei der ersten Aufnahme nur von unten zu sehen, da auf der Skizze die Polster fehlen. 2. 7 Altaraufsatz mit Blattpolstern (Abb. 6 b.) AO: Parkplatz des Aquincum Museums B: 117; H: 37; T: 76. Die geschweiften Polster sind mit blattartigen Konturen bedeckt, ohne daß ganze Blätter zu erkennen wären. Der Mittelring besteht aus einem dicken Schnurband. An der rechten Polsterstirn der Vorderseite erkennt man eine flache, vierblättrige Rosette in einem Rahmenring. Die Oberfläche der Vorderseite und die rechte Ecke des Aufsatzes sind beschädigt. Auf der Oberseite gibt es kein Dübelloch. 2. 8 Altaraufsatz (Abb. 7 a.) AO: Lapidarium Süd B: 85; H: 36; T: 55. Die unteren drei Viertel des Blockes blieben ungeschmückt. Das obere Viertel wird von dem eigentlichen Aufsatz mit zwei glatten Polstern ein­genommen. Ihre Stirnen sind von vierteiligen Rosetten mit herzförmigen Blütenblättern verziert, die in ge­rahmte Kreisfelder eingefügt sind. Von den Oberseiten der Polster gehen hängende Ranken aus, die zur Mitte des Aufsatzes hin wieder aufsteigen. In den halbkreis­förmigen Feldern, die sie umschließen, sind zwei zur Mitte hin gewandte Vögel dargestellt, die Zweige mit Fiederblättchen in den Schnäbeln halten. Deutlich erkennt man die Details. Beide Vögel haben den recht­en Fuß vorgestellt, das rechte Tier scheint den Flügel zu heben. Die Ranken treffen in der Mittelachse aufeinander und werden von einem Band zusam­mengehalten. Unterhalb des Bandes verzweigen sich die Ranken zu je zwei Palmettenblättchen, von denen sich eines nach oben, das zweiter, längere nach unten zu einrollt. Zwischen ihnen wächst ein herzförmiges Blättchen hervor. Zum Grabungsbefund: PARRAGI 1976. 2. 9 Altarpolster (Abb. 7 b.) AO: Lapidarium Nord, Inv.Nr. 73.9.27 B: 32; H: 33; T: 90. Der dickliche, stark geschwungene Polster ist mit dün­nen, spitzen Blättern belegt, zwischen denen weitere rautenförmige Blättchen erscheinen. Der breite Mittelring des Polsters wird von zwei schmäleren 81

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