Budapest Régiségei 34. (2001)

STUDIEN = TANULMÁNYOK - Ertel, Christine: Spolien aus der Mauer des spätrömischen Legionslagers von Aquincum Fragmente von Grabaltären ohne Inschrift im Aquincum Museum 79-104

Ringen begleitet und von einem Flechtband mit breit­en Bändern und runden Ösen geschmückt. Eine Polsterstirn ist abgebrochen, die zweite glatt. Seitlich wird sie von einem breiten, glatten Rand bezeichnet, auf dem die Blätter aufliegen. Unten liegt der Polster auf einer kräftigen Platte auf. KUZSINSZKY 1934, 208, Nr. 438; KUZSINSZKY 1937, 97 f, Nr. 25, Abb. 27. 2. 1 ALTARAUFSÄTZE ­Größenübersicht (Maße in cm) Höhenmaße von 1 m bis 1,20 m, von denen Aschenaltäre mit rund 80 cm Höhe unterschieden wer­den. 12 Die Grabaltäre vom Tumulusgrab bei der römi­schen Villa von Baláca waren 80 cm breit und 1,30 m hoch. 13 Sie bestanden aus einem einzigen Block, doch dürfte etwa bei ihrer Größe die Grenze zu mehrteiligen Stücken erreicht sein, da die schmälsten Stücke des aktuellen Fundkomplexes 84 und 85 cm breit sind (Aufsätze 2.4 und 2.8). Altäre aus mehreren Bestandteilen waren in Aquincum nicht sehr häufig. Der Schaft eines mehr­Objekt Breite Höhe Tiefe Zonen Verbindung 2. 1 Akrotere 88 44 56 2, gleich hoch Dübel, Gußkanal 2. 2 glatte Polster 90 52 80 Undifferenziert Dübel, Gußkanal 2. 3 Blattpolster 114 45 70 Undifferenziert 2. 4 Blattpolster 84 34 88 2, gleich hoch 2. 5 glatte Polster 90 38 72 2, obere Zone niedrig Dübel, Gußkanal 2. 6 glatte Polster 112 42 73 2 gleich hoch 2. 7 Blattpolster 117 37 76 2 gleich hoch 2. 8 glatte Polster 85 36 55 2 obere Zone niedrig Bei den Breitenmaßen können zwei Gruppen unter­schieden werden, einerseits Breiten von 84 bis 90 cm und Breiten von 112 bis 117 cm. Die anderen Maße sind damit nicht immer korreliert, d. h. nicht immer sind die breitetesten Stücke zugleich die tiefsten oder höchsten. Die größte Höhe von 52 cm tritt bei einem schmäleren Stück auf, die anderen Höhen liegen zwi­schen 34 und 45 cm. Mit der großen Breite von 2. 3 und 2. 6 sind auch die in diesem Rahmen größeren Höhen von 45 bzw. 42 cm verbunden, der breiteste Aufsatz 2. 7 weist aber nur eine durchschnittliche Höhe von 37 cm auf. Die Tiefenmaße zeigen ebenfalls zwei Gruppen: Zwei Objekte sind nur 55 bzw. 56 cm tief, sonst bewegen sich die Tiefen zwischen 70 und 88 cm. Die breiteren Aufsätze 2. 3 und 2. 6 liegen mit Tiefen von 70 bzw. 73 cm am unteren, das Stück 2. 7 mit 76 cm im mittleren Bereich der Tiefenmaße. Im Vergleich zu den Maßen unserer Material­gruppe sollen hier die Dimensionen bekannter Götteraltäre zusammengefaßt werden. Die Breiten von 31 publizierten Altären aus Savaria 7 liegen bei 10 Stücken unter 30 cm, in 16 Fällen um 40 cm, nur 5 Altäre sind breiter, der größte erreicht 73 cm Breite. 8 Alle Stücke sind einteilig. Von 31 publizierten Altären aus den Komitaten Zala und Veszprém 9 sind 4 Exemplare unter oder um 30 cm breit, 12 Stück um 40 cm, 6 Stück um 50 cm, 5 Stück um 60 cm und 4 Stück um 70 cm breit. Der größte Altar erreichte eine Breite von 76,5 cm. Auch aus diesem Raum wurden keine mehrteiligen Altäre bekannt. Kleinere Gruppen von publizierten Altären aus Pannonién ergeben ein ähnliches Bild. Die fünf Altäre aus dem Mithräum in einem Tribunenhaus des Legionslagers Aquincum haben Breiten zwischen 10 und 45 cm. 10 Weihealtäre vom Pfaffenberg bei Carnuntum, soweit bereits publiziert und zuverlässig ergänzbar, ergeben Breiten zwischen 30 und 56 cm." In der älteren Literatur gelten für Grabaltäre teiligen Altars für Jupiter und Juno wurde zur Zeit des Konsuls P. Valerius Eurychianus Comazon geweiht. 14 Der Schaft ist 52 cm hoch und 84 cm tief, während die originale Breite nicht erhalten blieb. Ein Aufsatz eines weiteren mehrteiligen Altars beschrieb B. Kuzsinszky in seinem Museumsführer aus dem Jahr 1934. 15 Giebel und "Seitenwülste" waren von Spiralen und konzen­trischen Kreisen verziert, der Aufsatz trug die Inschrift eq(uites) sing(ulares) und wurde von den Leibwächtern des Statthalters gestiftet. An der gleich­en Stelle nennt Kuzsinszky noch einen dritten mehrteiligen Altar, von dem der Schaft mit einer Weihung an Minerva erhalten blieb. 16 Auf der Oberfläche des 72 cm hohen Stückes zeigte sich ein Dübelloch mit Gußkanal. Die Anzahl von acht neuen und drei bereits bekan­nten mehrteiligen Altären stellt gegenüber den heute im Aquincum Museum aufbewahrten rund 300 Weihe­und Götteraltären 17 eine kleine Gruppe dar. Die Tendenz zur Vergrößerung und sogar Monumen­talisierung ist vor allem bei Grabaltären zu beobacht­en, bei denen die Repräsentationsfunktion gegenüber der Opferfunktion des Denkmals Oberhand gewann. In Köln wird die Gruppe der Grabaltäre des schlichten Typs, die in der Dimension den üblichen Weihealtären gleichen, nur von wenigen Exemplaren vertreten. Die Grabaltäre größeren Formats, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, kommen in Köln häufiger vor und können in vier Gruppen unterteilt werden. 18 Die größten Formate der Grabaltäre aus Neumagen mit ca. 4 m Breite 19 oder Köln mit einer Breite von ca. 2 m und mehr 20 sind in Aquincum bisher nicht nachzuweisen. Von einem relativ großen Altar stammt allerdings der einzelne, separat gearbeitete Pulvinus im Lapidarium Süd des Aquincum Museums. Bereits B. Kuzsinszky deutete den "mächtigen Steinwulst" als Teil eines altarförmigen Grabdenkmals. 21 Diese seltene Form von Grabmalen war ihm nicht von anderen 82

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