Budapest Régiségei 30. (1993)

TÁRGYI EMLÉKEK ÉS LELETEK = DENKMÄLER UND FUNDE - B. Bónis Éva: Töpferei an der Südmauer der Aquincumer Zivilstadt neben dem "Schütz-Gasthof" = Fazekastelep az aquincumi polgárváros déli falánál a "Schütz vendéglő" mellett 229-243

ziegeln (ihre Länge betrug 50 cm) (Abb. 2, Abb. 3. oben). Die Löcher des Rostes waren von 7-9 cm Durchmesser. Der Heizraum war niedriger, stand leicht hervor. Auf den hervorstehenden Rand legte man die Ziegel, die sich an die Zwischenwand stütz­ten. Die Länge je eines Ziegels betrug 40 cm, die Dicke 10 cm. Sie waren in Kreisform eingemauert, das Ende der Ziegel war schräg geschnitten, um sie zu­sammenfügen zu können. Der Rost und die Zusam­menfügungen waren mit Lehm dick (0,20 cm) ver­schmiert und das Innere des Ofens wurde vom Feuer gänzlich zusammengebrannt. An der NW-Seite befin­det sich oben eine Öffnung (Abb. 2), die Gefäße wur­den vielleicht hier eingelegt und herausgenommen. Diese schräge Öffnung war voller Gefäße und Bruch­stücke. Sie hatte ebenso, wie auch die Heizöffnung ei­nen nach unten führenden Kanal. Die Heizöffnung war 60 cm breit, 55 cm hoch. Der Ofen war ganz voll mit Scherben, in Richtung des römischen Niveaus folgten der 30 cm dicken Tegulafragmentschicht sofort Scherben. Der südliche Teil des Rostes war eingestürzt (Abb. 3, oben), hier befanden sich heruntergefallen die Spar­blüchsen mit den Krügen zusammen in intaktem Zu­stand. Auch die Heizöffnung war voller Gefäße, die nach dem Einsturz des Rostes hinunterrollten und un­versehrt erhalten blieben. Unter den hierhergehören­den Scherben befanden sich eine Terra sigillata mit 20 • • Barbotinverzierung (Abb. 8, 2) und einzwei spätere Sigillaten (Abb. 8, 1 a-c). 21 Zwischen den zwei Öfen war ein Brunnen (Abb. 5), 6 m westlich vom ersten Ofen, etwas südlicher von der Öfenmündung. Der Durchmesser des kreisförmi­gen Brunnens beträgt 75 cm. Der Brunnen wurde so gefertigt, daß man bis zum Wasser die Grube mit ei­nem Durchmesser von ca. 1,60 cm grub und sie dort mit Steinen umlegte. Dann wurden Fässer mit einem Durchmesser von 75 cm übereinander gelegt. Den übrig gebliebenen Teil umlegte man mit Erde, Schot­ter oder Holzkohlenmischung. Um den Brunnen kam ein Kleinsilber mit weiblichem Kopf und eine schlech­te Mittelbronze zum Vorschein (verschollen). Ofen II wurde 65 m östlich von der Szentendrei Straße, 5 m südlich von der Záhony-Gasse erschlossen (Abb. 4, unten). Seine Konstruktion glich dem Aufbau des Ofens I, jedoch war der Rost schon gänzlich einge­stürzt. Sein Durchmesser betrug 1,55 cm. Das römische Niveau befand sich hier 80 cm von der Oberfläche. Die Länge des Grates des Rostes ist 75 cm, seine Breite 35 cm. Der Grat wurde aus Steinen und Ziegelstücken gebaut. Der obere Teil des Rostes liegt 50 cm vom Heizboden, seine Dicke beträgt 15 cm. Der Rost wurde - ebenso wie beim ersten Ofen - aus Ziegeln gefertigt, die in den Schutt gestürzt waren. Die Heizöffnung ist 65 cm lang, 50 cm hoch. Auch Ofen II enthält 3 unversehr­te Gefäße, die übrigen waren in zerbrochenem Zu­stand, die Gefäße wurden nicht mehr herausgenom­men. Von Lajos Nagy wurden auch noch nicht zusammen­hängende Mauerreste erschlossen, die wahrscheinlich zu den Depot der Töpfer und zu ihren Wohnungen gehörten. Er fand es für interessant, daß 85 cm von der Oberfläche 45 cm dicke, in 55 cm Höhe im Kreis auf die Kante gestellte imbrices waren. Wir können es für wahrscheinlich, daß in der Nähe auch imbrices herge­stellt worden sind, jedoch ist es zur Ausgrabung der hierzudienenden Öfen noch nicht gekommen. Es fiel Lajos Nagy auch auf, wieviel Gefäße in den kleinen Öfen erhalten blieben. In seiner ersten Mitteilung be­richtet er über 300 Gefäße. In seinen Grabungsnoti­zen schreibt er von etwa 90-100 Gefäßen. Ebendort erwähnt auch eine starke Aussortierung. Im Jahre 1943 wurden im Aquincumer Museum 120 Gefäße und Scherben aufgenommen, aus der Mitteilung von Póc­zy kennen wir 60 Gefäße, die den Krieg überlebt ha­ben. Auf dem zusammenfassenden Bild der 1942 er­schienenen Arbeit „Budapest Története" (Geschichte von Budapest) können wir ca. 65 Gefäße zusammen­zählen, wahrscheinlich dürften ursprünglich in den bei­den Öfen mit den Scherben zusammen 300 Gefäße gewesen sein. Die Vermutung, daß die Öfen bloß ört­lich hergestellte Gefäße enthalten haben, hat Lajos Na­gy damit widerlegt, daß er die im Ofen I vorgefundenen Sigillaten vorzeigt. Póczy teilt Sigillaten und ein Amp­9fi horenfragment mit. Die in den Ofen vorhandenen Fragmente von fremder Herkunft und das inschriftli­97 che Schüsselfragment (Abb. 7.) weisen darauf hin, daß wir nicht mit völlig geschlossenem Material zu rechnen haben, denn die Öfen wurden schon vorher benutzt. Die durchaus mit neuen Formen erscheinende Werkstätte der Aquincumer Zivilstadt zu Beginn des 28 3. Jh. stellte aber nicht nur lauter neue Formen her. Im folgenden sollen einige solche Parallelitäten vorge­führt werden, die einen Beweis dafür liefern, daß die „Schütz-Werkstätte" mit den jüngeren und im großen und ganzen gleichaltrigen Töpferwerkstätten in Ver­bindung gestanden hat. Im weiteren sollen einige Bei­spiele hierzu dienen. Abb. 9 1. Tiefe Schüssel aus der „Schütz­Töpferanlage 2. Parallele aus der Aquincumer „papföldi"-Töpferanlage Abb. 10 1. Reibschüssel aus der „Schütz­Töpferanlage" 2. Parallele der Reibschüssel aus der Aquincumer „Gasfabrik"-Töpfer­anlage Abb. 11 1. Faltenbecher aus der „Schütz­Töpferanlage" 2. Ihre Parallelen aus der Aquincu­mer Notbergung anläßlich des Ei­senbahnbaues" (1895) 230

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