Budapest Régiségei 30. (1993)
TÁRGYI EMLÉKEK ÉS LELETEK = DENKMÄLER UND FUNDE - B. Bónis Éva: Töpferei an der Südmauer der Aquincumer Zivilstadt neben dem "Schütz-Gasthof" = Fazekastelep az aquincumi polgárváros déli falánál a "Schütz vendéglő" mellett 229-243
Abb. 13 1. Zweihenkliges Gefäß aus der Töpferanlage neben dem „SchützGasthof 2. Parallele von dem „Goldinger"Grundstück (1896) Abb. 15 1. Krug mit Schnabel aus der Töpferanlage neben dem „Schütz-Gasthof 2. Parallele aus Pécs, aus einer Grabkammer Die auf Abb. 13 gezeigten zweihenkligen Gefäße haben schon anläßlich der Vorführung des Symphorus-Mithräums in der Aquincumer Zivilstadt die Aufmerksamkeit von Tibor Nagy auf sich gerichtet. Die zweihenkligen Gefäße gehörten mit den dreihenkligen Schlangengefäßen zusammen zur Ausstattung des Heiligtums. Die Datierung des Symphorus-Mithräums auf den Anfang des 3. Jh. entspricht dem Zeitalter der Öfen bei dem Schütz-Gasthof. Diese Zeitbestimmung wird von der Zeit der Fragmente der im Ofen I gefundenen Terra sigillata bestätigt. Wie bereits erwähnt, stammt die Scherbe der Abb. 8 1 a-c aus demselben Gefäß von Drag 37, sie ist ein Erzeugnis von Anmerkungen 1. PÓCZY 1956 ( = Die Töpferwerkstätten von Aquincum. ActaArchHung 7 (1956)., 73-138. 2. K. Sz. PÓCZY: Keramik, In: Intercisa II, Geschichte der Stadt in der Römerzeit. ArchHung XXXVII. (1957) 29-139,196. 3. BpTört 1942., 630. 4. PÓCZY 1956, 115, 127.; s. noch.: A. ScHÖRGENDORFER: Die römerzeitliche Keramik der Ostalpenländer. Brünn-München-Wien, 1942,215. Nr. 17,18. 5. SZABÓ K.: Nagy Lajos hagyatéka és tudományos műveinek bibliográfiája (Nachlaß von Lajos Nagy und die Bibliographie seiner wissenschaftlichen Werke). In: GYURICZA A.-D. MATUZ E.-SZABÓ, K.-K. VÉGH K.: A Budapesti Történeti Múzeum Régészeti Adattárának ismertetése (Bekanntmachung der Archäologischen Dokumentationsabteilung des Historischen Museums der Stadt Budapest) Bp., 1991, 117. Pest-Budai Hírmondó.; Über die Erschließungen neben dem Schütz-Gasthof und des keramischen Materials hielt - mit Genehmigung des Lajos Nagy- Verfasserin dieser Zeilen in der Ungarischen Archäologischen und Kunsthistorischen Gesellschaft einen Vortrag unter dem Titel: „Eine Aquincumer Küchengeschirrfabrik"am3.Märzl943. 6. D. GABLER: Die Sigillaten von Pfaffenhofen in Pannonién. ActaArchHung 30(1978) 108Pfaffenhofen (Eierstab Pf. 1, Frauengestalt Pf. 29, Vogel Kiss Taf. 5, 49 und ein SchnurgHed Kiss Taf. 5, 79), das aus der ersten Hälfte des 3. Jh. stammt. Abb. 8, 2 stellt den Kragen eines Mortariums von der Form Drag 45 - Niederbieber 21 dar. Aus dem Ende des 2. - der ersten Hälfte des 3. Jh. Abb. 8, 4 zeigt den Schlußfries einer Parma von der Form Drag 37, RICKEN-FISCHER R 29-34, Ware aus Rheinzabern aus der Zeit der Herrscher Marcus Aurelius-Septimius 32 Severus. Die ältere Töpfertraditionen zum Teil übernehmende Töpferanlage neben dem Schütz-Gasthof ist eine bedeutende Station der Aquincumer Töpferei. Der plötzliche Einsturz der Öfen mit dem in ihnen erhalten gebliebenen ausgebrannten Material kann in der Tat mit Kriegsereignissen in Zusammenhang gebracht werden. Da die Keramik aus der ersten Hälfte des 3. Jh. stammt, können wir das Zugrundegehen der Töpferanlage - wie Póczy darauf bereits hingewiesen hat nicht mit dem markomannisch-sarmatischen Krieg in Verbindung bringen, sondern eher mit den späteren barbarischen Einfällen in den Jahren 212214 oder 231 34 7. D. GABLER: Die Sigillaten vom Gebiete der Hercules-Villa in Aquincum. ActaArchHung 28 (1976) 42, Abb. 18.8,9. 8. D. GABLER: Sigillaten auf dem Gebiet des Palatums von Gorsium. ARegia XIII (1972) 1974, 49, Abb. 146. 9. PÓCZY 1956,115. 10. D. GABLER-M. H. KELEMEN: Olio betico in Pannónia. Anfore ispaniche nella Valle Danubiana, Archivo Espanol de Arqveologia 57. 1984. 129., Fig. 5.; GABLER D.- H. KELEMEN M.: Hispániai olaj Pannoniában (Hispanisches Öl in Pannonién). CommArchHung 1985, 73, 75; M. KELEMEN: Roman amphorae in Pannónia. III. ActaArchHung 42 (1990) 187, Abb. 9/11.; s. noch: T. BEZECZKY: Amphorenstempel und Inschriften. In: Instrumenta Inscripta Latina. Pécs 1991, 2729., Abb. 2:8. Kat. Nr. 68. 11. Das Schüsselfragment blieb nur auf einem Diapositiv auf uns, die davon gefertigte lesbare Vergrößerung verdanke ich András Dabasi 12. Die Lesung von Barnabás Lőrincz. Der Name Diomedes kommt in Pannonién zweimal, der Name Flavus sechsmal vor: s. A. MÓCSY-R. FELDMANN-E. MARTON-M. SZILÁGYI: Nomenciator provinciarum Europae Latinarum et Galliae Cisalpinae cum indica inverso. DissPann Ser. III. Bp. 1983.103,127. 231