Budapest Régiségei 28. (1991)

SZEMLE - Szonntagh Jenő: Újabb adatok az aquincumi orgona légnyomásszabályozó szerkezetéhez 283-293

legenden Arbeit: Die Orgel von Aquincum gleich im Vorwort dar, daß die anläßlich der Ausgrabung zum Vorschein gekommenen Funde außer der Orgel »den Umfang der vorliegenden Publikation vermehrt hät­ten« und »hoffentlich können wir mit der Wendung der (wirtschaftlichen) Verhältnisse zum Besseren den jetzt ausgebliebenen Teil ebenfalls veröffentlichen« . Es fragt sich, wo sich der ausgebliebene Teil befindet? Wiewiel Orgelbestandteile können unter diesen sein, die dem »Bronzegefäßmund« ähnlich (»das nicht zur Orgel gehören konnte« ) in den 30er Jahren verkannt wurden? Bevor wir auf die Bekanntmachung der neueren Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Druckluft­regelung herangehen würden, halten wir es für not­wendig, die mit den Überresten der Orgel in Zusam­menhang bringbaren, gewissen bedauerlichen Um­stände aufzuzählen und zu erörtern. Die Probleme des Orgelfundes von Aquincum Seit der Entdeckung fiel die Orgel zahlreichen be­dauerlichen Umständen zum Opfer. Aus dem Fund, der ursprünglich etwa aus 400 Stücken bestanden hat (Abb. 1.1 Diese Zahl umfaßt wahrscheinlich nicht alles, was von der Orgel erhalten geblieben ist) konnten bei der letzten Zählung 21 bloß 298 vorgefun­den werden, obwohl es warscheinlich zu sein scheint, daß gar nicht wenige Stücke, die noch zur Zeit der Ausgrabung durch Lajos Nagy zusammengehört ha­ben, heute als Einzelstücke in gebrochenem Zustand vorhanden in dieser Form im neuen Inventar einge­reiht worden sind. Dies bedeutet hingegen, daß die Zahl der in der Tat vorhandenen und ursprünglich erschlossenen Stücke viel weniger als 298 beträgt. Wie wir bei der Aufzählung weiter unten sehen werden, kann dies auf mehrere »bedauerliche Umstände« zu­rückgeführt werden. Die Mitteilung von genauen Zahlangaben stößt aber schon deshalb auf Schwierig­keiten, da die Bestimmung, was ein Stück bildet sehr relativ ist. Ein anderes Problem bildet, daß im Laufe der Jahre sehr viele Bestandteile eine irreversible Änderung durchgemacht haben, insbesondere zur Zeit der in den ausgehenden 50er Jahren vorgenommenen »Re­. 22—2^ konstruktion« . Obwohl die in den 60er Jahren sehr fachmäßig durchgeführte Rekonstruktion und Konservierung der Bestandteile an der Lage vielse gebessert hat, »liefern die Bestandteile heute nicht mehr eine aufklärende Interpretation« — laut der Meinung von Williams . Auch Walcker-Mayer ver­tritt eine ähnliche Meinung, als er sich an die origi­nelle Messung von Nagy stützt . Schwere Probleme tauchten jedoch schon bei der Ausgrabung auf. Im weiteren versuchen wir von dieser Zeit an im großen und ganzen jene bedauerlichen, be­einflußenden Umstände in chronologischer Reihen­folge aufzuzählen, die im Zusammenhang mit der Auswertung der Bestandteile des Orgelfundes ein Problem bedeuten können: a) »Die Orgel ist nicht das Ergebnis einer systema­tischen Ausgrabung« . Laut Lajos Nagy, des Leiters der Ausgrabung »mußten wir uns etwas beeilen« und »inzwischen kam es auch zu einem Erdeinsturz, der 28 ein-zwei Pfeifen wiederum zerstörte« , »von den Fe­29 dem zerbrachen mehrere bei der Heraushebung« . Eine Ausgrabung in langsamrem Tempo hätte wahr­scheinlich geringere Schäden verursacht. b) Es kann zum Teil der Hast zugeschrieben werden, daß bei der Ausgrabung — unseres Wissens — keine Profilierung, stratigraphische Beschreibung, Zeich­nung, kein Foto gemacht wurden, die behilflich gewesen wären, die Zueinandergehörigket der angetroffenen Bestandteile feststellen zu können. Zur Zeit des Lajos Nagy war natürlich die im heutigen Sinne verstandene Stratigraphie noch nicht verbreitet und die heutzutage mit Komputer gelieferten Möglichkeiten harrten noch der Zukunft. c) Alles weist darauf hin, daß die Fachleute (Orgel­bauer, Musikologen und ein Diplomingenieur) erst dann herbeigerufen worden sind, als man die Bestand­teile der Orgel schon ausgegraben hat. Die Fachexper­ten hatten also keine eigenen Erfahrungen auf dem Ausgrabung Gebiet, wie die einzelnen Teile zueinander bzw. wohin gehören. d) Es stellt sich die Frage (schon wegen der Eile in der Arbeit), wie gründlich die Ausgrabung sein konnte. Vielleicht kam es vor, daß zu gewissem Blasebalg und Regulator gehörende (vor allem aus Holz gefertigte) Sctücke entweder gar nicht zutage gefördert wurden oder man konnte sie mit der Orgel nicht in Verbindung bringen. Wo sind z.B. die Holzkonstruktion des Gelän­des — vielleicht auch noch zur Orgel gehürenden — gebrannten Holzgegenstände? Ein anderes, nachdenk­liches Problem ist, daß sich die Bestandteile einer aus 2-3 m Höhe herunterfallenden komplizierten Kon­struktion, wie die Aquincumer Orgel war, gewiß weit zerstreut haben dürften. Der bereits weiter oben er­wähnte Bronzegefäßmund wurde »ungefähr in einem Abstand von 1/2 m« gefunden und wie wir sehen konn­ten, bestimmte man ihn als ein Stück, das entschieden nicht zur Orgel gehörte. Was ist mit den übrigen Be­standteilen geschehen? e) Während des zweiten Weltkrieges wurden die bis dorthin in einem Depot aufbewahrten Bestandteile auf einen »sichereren« Ort transportiert. Wahrscheinlich kam es zu dieser Zeit zum Verschwinden des schon öfters erwähnten Bronzegefäßmundes und zahlreicher sonstiger Bestandteile. Sehr wichtig wäre die Einzelhe­iten des Umzuges zu eruieren und zu klären. f) Die bereits erwähnte Rafaelsche »Rekonstrukti­on« , in deren Rahmen der »Restaurator« die Be­standteile frei gestellt, geklebt und geändert hat — war vielleicht die bedauerlichste Beschädigung dieses in der Welt einzigartigen Fundes. Wie erwähnt, wurden nach diesem erfolglosen Versuch unter der Leitung von Melinda Kaba — insofern dies überhaupt möglich war — die Bestandteile rekonstruiert, konserviert, fo­tografiert, abgezeichnet, beschrieben und inventarisi­ert. Außer der — im Verhältnis zu den damaligen Zei­ten sehr modernen und hervorragende Daten bieten­289

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