Budapest Régiségei 28. (1991)
SZEMLE - Szonntagh Jenő: Újabb adatok az aquincumi orgona légnyomásszabályozó szerkezetéhez 283-293
den — Arbeit von Lajos Nagy vertritt das viel modernere und komplettere Werk von Melinda Kaba die heutige Datendokumentation der Orgel von Aquincum. Es würde sich lohnen, diese wertvolle Monographie — in einer erweiterten Fassung — von neuem herauszubringen. Der Druckluftregler der Orgel Über die Aquincumer Orgel erschienen bisher ungefähr 65 Arbeiten . Fast die Hälfte dieser befaßt sich mit der Frage des Druckluftreglers und des Blasebalges, obwohl die meisten den Unterschied zwischen den zwei Konstuktionen nicht erkennen. Die Meinungen weichen voneinander in der Frage ab, ob die Aquincumer Orgel hydraulisch oder pneumatisch geregelt war. Die meisten Verfasser der über die Orgel geschriebenen Arbeiten versuchten auf philologischer, historischer oder archäologischer Grundlage bzw. aufgrund indirekter Argumente ihren Stdpunkt zu beweisen. Walcker-Mayer, der erste Forscher, der vorausgesetzt hat, daß der bereits erwähnte Bronzegefäßmund (Abb. 1.2) ein Bestandteil der Orgel gewesen sein konnte, veröffentlicht in seinem Buch die Abb. 28 von Lajos Nagy mit der folgenden Aufschritt: »Metallring, der zum Druckluftregler gehört haben dürfte« . Nach unsere erste Publikation einander wurde publiziert, die die wissenschaftliche Argumente und Versuche als Beweis dieser Ansicht anführte . Hier dachten uns des Aufsatzes in dem von Lajos Nagy »Bronzegefäßmund« genannten , ringförmigen Bestandteil (Abb. 1.2), der damals im Aquincumer Schaukasten ausgestellt wurde (Abb. 1.1), den unteren Teil eines Pnigeus entdeckt zu haben. Wir führten im Sinne des Arrhenius-Gesetzes an einer erhöhten • 39 Temperatur bescleunigte Korrosionsversuche durch . Hiemit gelang es uns die Wahrscheinlichkeit zu beweisen, daß der in der Römerzeit zum Teil mit Wasser bedeckte Pnigeus anläßüch der Ausgrabungen in der Form eines ringförmigen Körpers zum Vorschein kam (Abb. 1.3). Der über dem Wasser halbkugelförmig befindliche Glockenteil wurde nämlich infolge der Korrosion so dünn, daß er bei dem Sturz in den Keller in Stücke zerfiel und nur der in der Römerzeit meist unter dem Wasser befindliche ringförmige Teil in relativ intaktem Zustand erhalten blieb. Williams hält dis Studie für »sehr überzeugend« und erwähnt in diesem Sinne die Orgel von Aquincum konsequent als eine echte Hydraulis . Aufgrund der gegenwärtig zur Verfügung stehenden Daten können wir den Schluß ziehen, daß von dem Pnigeus der Aquincumer Orgel, d. h. von dem Druckluftregler nur der untere, einem Ring ähnliche Teil erhalten geblieben ist. Der untere Rand dieses Ringes geht abgerundet aus (an beiden Fotos, die aus dem Buch von Lajos Nagy stammen und im vorhegenden Aufsatz in Abb. 1 und 2 vorkommen, wurde dieser Ring umgekehrt ausgestellt) und dies ist jener Teil, unter welchen wir laut Vitruvius »etwa drei Finger hohe, kleine Klötze legen, die zwischen der Mündung des Luftverdichtungskessels (Pnigeus) und dem Boden der Wasser enthaltenden Kiste (!) einen freien Platz lassen« . Der obere Rand des Ringes (in Abb. 1 und 2 der untere) zeigt eine unebene Bruchfläche, die das Ergebnis der Korrosion und des infolge des Sturzes entstandenen Aufschlages ist. Durch den sorgfältigen Vergleich der beiden Bilder kann bewiesen werden, daß die zwei runden Gegenstände ein und denselben Bestandteil zeigen. In der nahen Vergangenheit kam János Minárovics unabhängig von der oben angeführten Arbeit auf eine ähnliche endgültige Schlußfolgerung (echte Hydraulis) mit dem Unterschied, daß er in den im vorangehenden Absatz beschriebenen und in Abb. 1.1 und 2 sichtbaren »runden« Gegenständen zwei verschiedene Bestandteile vermutet. Den einen — auf dem Foto des Schaukastens (Abb. 1.1) sichtbaren Gegenstand — sieht er als gänzlich halbkugelförmig (und nicht ringförmig) und hält den Bronzegefäßmund der Abb. 1.2 für einen zweiten — im Verhältnis zum vorangehenden — viel größeren Metallgegenstand. Dieser letztere kommt im Buch von Nagy mit einem Durchmesser von 24 cm vor. Diese Maßangabe wurde von Minárovics ganz arglos übernommen und schließt — ganz logischerweise — darauf, daß dies der obere Rand eines hohen, Wasser enthaltenden Bronzegefäßes ist. Seiner Meinung nach dürfte in diesem Gefäß der kleinere — aus gewissen bekannten Maßen des im Schaukasten untergebrachten Fotos von Nagy als 14 cm groß geschätzte — Pnigeus untergebracht worden sein. Obwohl diese zwei runde Bronzekörper voraussetzende (und in dem Aquincumer Museum in der Form eines Modells auch schon zur Schau gestellte) Theorie sehr sympatisch zu sein mag, beruht sie im wesentlichen auf dem Irrtum von Lajos Nagy oder seiner Mitarbeiter (s. später) und hat zahlreiche schwache Punkte: 1. Der im unteren, mittleren Teil des Schaukastens (Abb. 1) sichtbare runde Metallgegenstand ist keine halbkugelförmige Glocke, sondern ein ringförmiger, umgekehrter unterer Teil. Dies ist auf dem Foto gut sichtbar: a) Die durch die alte Korrosion des Pnigeus und die infolge seines nachher eingetretenen Sturzes aus der Höhe verursachte zickzackförmige Bruchlinie zwischen dem Ring und der Fläche des Schaukastens kann von der etwa 9 Uhr entsprechenden Lage ganz bis 1 Uhr klar gesehen werden. b) Auf dem Foto der Abb. 1 sind die Schatten und sämtliche Metalloberflächen (mit Ausnahme einiger weißer Reflektionen) dunkel. Warum sollte also die innere Fläche des »Pnigeus« weiß sein? Der Schatten des erhalten gebliebenen Ringes des Pnigeus von verschiedener Abtönung ist in dem von etwa 10 Uhr bis 4 Uhr ensprechenden Lage zu sehen. c) Es wäre völlig unbegreiflich, daß der sich meist im Wasser befindende Pnigeus völlig intakt (ohne Korrosion) erhalten geblieben, während der andere Bronzegegenstand (Abb. 2) unter dem Wasser der Korrosion ausgesetzt gewesen wäre (wenn er mit Wasser gefüllt war), wo im Sinne der obigen Korrosionsversuche — und auch der sich mit der Korrosion befassenden 290