Budapest Régiségei 28. (1991)

ANYAGKÖZLÉSEK - Kocsis László: A Tribunus Laticlaviusok háza az aquincumi 2-3. sz-i legiotáborban : összefoglalás 141-197

ISTVÁN VÖRÖS DAS HAUS DER TRIBUNI LATICLAVII AUS DEM LEGIONSLAGER VOM 2-3. JH. IN AQUINCUM DAS TIERKNOCHENMATERIAL DES MITHRAUMS Anläßlich der in der Prätentur des Aquincumer Le­gionslagers in den Jahren 1978-79 durchgeführten Ausgrabungen wurde das Mithräum des Tribunus-Ha­uses freigelegt. In Mithräum waren Tierknochenreste (neben den Altären, im Heiligtum, im Vordergrund), in den nahen Räumen und auf dem Gehniveau der Via principalis vorhanden. Die Tierarten sind die fol­genden: Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Pferd, Hund, Huhn, Gans, Auerochs, Rothirsch, Reh, Feldhase, Fische, Muschel und Auster (Taf. 1.). Die anatomische Verteilung der Haustierreste stel­len Tab. 2., 3., 4. dar, die Maße der Hornzapfen der Rinder und Auerochsen gibt Tab. 5. an. Von religionsgeschichtlichem und archäozoologi­schem Gesichtspunkt aus kam der Wertvollste Tier­knochenfundkomplex aus dem unmittelbaren Bereich des Altars des Mithrasheiligtums: neben dem Grün­dungsaltar und den Schlangen-Altarsteinen zum Vors­chein. Diese Knochenfunde können wir als Überreste von Opfertieren betrachten. Diese sind die folgenden: Huhn 16 Tiere 332 St. Schwein 13 Tiere 230 St. Gans 5 Tiere 20 St. Rind 3 Tiere 18 St. Schaf lTier 3 St. Feldhase lTier 6 St. Fisch nst. Die Neugeborenen und im infantilen Lebensalter stehenden Einzeltiere beweisen, daß es zu ihrer Abschlachtung und Aufopferung im August-Septem­ber und/oder im Dezember, Januar gekommen sein dürfte. In diesem letzteren Fall kann auch ein jährlich öfterer Wurf bei den Schweinen vorausgesetzt wer­den. TAMÁS BEZECZKY DAS HAUS DER TRIBUNI LATICLAVII AUS DEM LEGIONSLAGER VOM 2-3. JH. IN AQUINCUM AMPHOREN Das im Gebiet des Tribunus-Hauses erschlossene Fundmaterial enthielt zahlreiche Amphorenfragmente. In den verschiedenen Amphoren wurden Wein, Öl, Oliven und Fischsoße gespeichert und geliefert. Die über die Konsumierung von Lebensmitteln gewonne­nen Informationen stimmen auch hier damit überein, was uns schon aus verschiedenen Gebieten Pannoniens bisher bekannt war. Obwohl wir vorläufig nur einen Teil des ganzen Fundmaterials untersucht haben, kann aber schon jetzt festgestellt werden, daß die verschiedenen Weine und das Olivenöl von den Soldaten des Lagers von Aquincum von der Mitte des 1. Jh. n. Chr. kontinu­ierlich konsumiert wurden. Im folgenden werden die Amphorengruppen auf­grund ihres einstigen Inhaltes untersucht. Die Amphoren Dressel 2-4 sind von zwei Henkel­fragmenten (Abb. 24,1-2) repärsentiert. Diese bilden ihrem Material und ihren Formmerkmalen nach Teile von solchen Gefäßen, die wahrscheinlich in Italien und in Südgallien hergestellt worden sind und die dor­tigen Weine enthalten haben. Sie wurden erweislich von der Mitte des 1. Jh. bis in das erste Viertel des 2. Jh. gebraucht. 139 Die aus dem Ägäikum stammenden Weine kamen in zwei Amphorentypen und zu verschiedenen Zeit­punkten nach Aquincum: die von Rhodos (Abb. 24 3-4; Abb. 25, 1-3) im 1 Jh., 140 die vom Typ Kapitän II (Abb. 26, Í-3; Abb. 27,4) zu Ende des 2. Jh. und im 3. Jh. Amphoren für Wein, die nur für das 2. Jh. charakteristisch sind, kennen wir aus Aquincum vorläufig noch nicht. Von Straben Wissen wir, daß norditalischer Wein wurde nach Pannonién auch in Holzfässern beför­dert. Auf dem Gelände der Gasfabrik zu Óbuda kamen als Brunnenverschalung verwendete Fässer zum Vorschein. Aus ihren Inschriften geht es her­vor, daß die in ihnen gefundene zollfreie Ware (Wein) für das Lazarett der legio II adiutrix bestimmt war. Das im adriatischen Küstengebiet angebaute Oli­venöl wurde in Amphoren Dressel 6B (Abb. 267,1-3; 5,28) geliefert. Die wichtigsten Werksätten des 1. Jh. befanden sich auf der istrischen Halbinsel. 755

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