Budapest Régiségei 28. (1991)

ANYAGKÖZLÉSEK - Kocsis László: A Tribunus Laticlaviusok háza az aquincumi 2-3. sz-i legiotáborban : összefoglalás 141-197

ORSOLYA MADARASSY DAS HAUS DER TRIBUNI LATICLAVII AUS DEM LEGIONSLAGER VOM 2-3. JH. IN AQUINCUM WANDGEMÄLDE DES MITHRASHEILIGTUMS Seit 1980 gelang es uns das System der Komposition des Altarbildes zu rekonstruieren. In den Nebens­zenen an beiden Seiten des Grundsteines wurden die Stationen der Mithras-Legende abgebildet. Die Rei­henfolge des östlichen Bildstreifens ist komplett, die des Westlichen noch fragmentarisch. Die Szenenreihe fängt in der linken oberen Ecke an, verläuft auf der linken Seite von oben nach unten. Das 1. Bildfeld, vermutlich die Darstellung der Gigan­tomachia, fehlt. 2. BVifeld: Saturnus-Oceanus. Gelbe, schräg laufen­de Gewandfalten, zu einer hegenden Männergestalt ergänzbar. 3. Bildfeld' Mithras Petrogenitus. 4. Bildfeld: Mithras Frugjfer. Der junge Mithras ist mit einer ärmellosen grünen Tunika bekleidet und trägt eine phrygische Mütze am Kopf; seinen Arm streckt er nach stilisiertem grünen Laub aus. Eine oder zwei Szenen fehlen (Wasserwunder und Transitus), die Legende setzt sich in der östlichen Bil­derseihe von unten nach oben fort. 7. Bildfeld: Mithras am Rücken des Stieres. 8. Bildfeld: Adoratio. Sol unterwirft sich kniend dem Mithras euf einem stilisierten Hügel (Globus?). 9. Bildfeld: Investitura. 10. Bildfeld: Dexiosis. Sol und Mithras schlissen ein Bündnis über einem brennenden Opferaltar. 11. Bildfeld: Mysteriumdarstellung (Einweihungs­szene?). Cautes und Cautopetes heben die eine Hand hoch, mit der anderen Hand halten sie einen Gegen­stand (vielleicht den Stierbalg); in der Mitte kniet eine nackte Figur, wahrscheinlich Sol, mit einer blassen Strahlenkrone um das Haupt. 12. Bildfeld: Aseensio. Himmelfahrt des Mithras im Viergespann. 13. Bildfeld: Kosmos neos. Symbolische Darstellung der nach dem Sieg von Mithras wiederhergestellten Weltordnung. Gottheiten sitzen beim Opfermahl. Die Zahl der Figuren läßt sich auf sieben ergänzen; mög­licherweise handelt es sich um die Planeten der Tage der Woche. Im Mittelfeld, oberhalb des Kultbildes und der Ne­benszenen, setz sich die Darstellung der Mithras-Höh­le des Zentralbildes fort. Aus den Bruchstücken ge­lang es uns bisher nur den Anfbng des Randes der Grotte zusammenzustellen. An der rechten Seite des Kultbildes befindet sich eine mit Stuckgesims und Blumengirlanden hervorge­hobene linierte weiße Tafel. Die waagrechten Einrit­zungen konnten als Hilfslinien zu irgendeinem Text dienen. Vielleicht wurden darauf die variablen Teile der Zeremonie aufgeschrieben. Die Wandmalerei ist einschichtig, Spuren von Aus­besserungen oder Ergänzungen sind nicht vorhanden; nach Abmauerung des Heiligentums stürzte sie am Ort in sich ein. Die ganze Komposition ist etwas asymmetrisch. Die Kasetten der Bildszenen der Ostseite sind höher, am Unterteil des westlichen Bildstreifens befindet sich ein leeres weißes Feld. Diese Asymmetrie wird durch den von einer Schlange umwundenen Altarstein erklärt, der vor dem westlichan Podium stand. Die Wand wur­de erst nach der Aufstellung der Altäre bemalt, so verschmolzen Steinreliefs, Steinaltäre, Stuckdekor und Wandmalereien organisch in eine einzige Kompositi­on. Das Entstehen der Wandmalerei, bzw. der Zeit­punkt der Einweihung des Heiligtums könnte daher vom Altar des L C MARCELLINUS datiert werden. 154

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