Budapest Régiségei 28. (1991)

ANYAGKÖZLÉSEK - Kocsis László: A Tribunus Laticlaviusok háza az aquincumi 2-3. sz-i legiotáborban : összefoglalás 141-197

Gefässes füllt das gravierte Bild eines nach links blic­kenden, mit dem rechten Bein nach vorne schreiten­den, weidenden Stieres aus. Hinsichtlich ihrer Form und ihres Musters dürfte es sich um das Erzeugnis von Kölner Glaswerkstätten handeln. Hinter der Vermauerung fanden wir im Mithraeum den Gründungsaltarstein vermutlich des tribunus lati­clavius L. Cassius Pius Marcellinus (Altar N. 1.), und nebenan, an seiner ursprünglichen Stelle, der den „Schlangen-Petrogenitus" darstellenden bemalten Al­tar des L. C. Pius Marcellinus (Altar Nr. 2.). Ebenfalls an seinem ursprünglichen Ort legten wir in einer im westlichen Podium ausgestalteten kleinen Nische einen Altar frei, der hier schon sekundär be­nutzt wurde, ursprünglich der Gottheit Asklepios ge­widmet war und zu diesem Zweck übermalt wurde (Altar Nr. 3.). Hinter der Vermauerung kam auch der hier schon an seiner Zweitstelle befindliche Altar zum Vorschein, der vom tribunus laticlavius C. Iulius Lepidus Tertullus errichtet wurde (Altar Nr. 4.). Die weiteren beiden Altäre wurden ebenfalls hinter der Vermauerung freigelegt, hier auch an ihrem se­kundären Ort. Der Altar des tribunus laticlavius C. Mi­nucius Ticidianus Annius Faustus (Altar Nr. 5.), bzw. des tribunus legionis Sex. Decimius Verus Barbants (Al­tar Nr. 6.). In den Trümmern des Tempels nächst dem westli­chen Podium wurde der Altar des tribunus laticlavius Lucius Aurelius Gallus ans Tageslicht gebracht (Altar Nr. 7.). Vermutlich aus diesem Mithraeum stammt der Al­tarstein des tribunus laticlavius Tib. Pontius Pontianus, der im vorigen Jahrhundert in Verlust geraten war (Altar Nr. 8.). Im nordwestlichen Teil des Hofes neben einer Basis fanden wir den dem I.O.M. errichteten Altarstein des tribunus laticlavius C. Marius Etruscus Galianus (Altar Nr. 9.), der wahrscheinlich aus dem den Laren der Soldaten geweihten Heiligtum stammt. An der Nordseite des Hofes kam ein zweiseitig beschrifteter Altar an die Oberfläche, der den Silva­nabus gewidmet war (Altar Nr. 10.). Der linksseitige Text ist unauslegbar. Aus der Einmauerung eines Durchganges stammt ein Altar mit der Dedikation Fortunáé sanctae aus der späten Antike (Altar Nr. 11.). Das Tribunenhaus wurde nach den germanisch-sar­matischen Kriegen der 260er Jahre umgebaut. Im nördlichen Teil des Hofes wurde ein aus 4-6 Räumen bestehendes kleines Bad errichtet, das eine Laufka­nalheizung hatte. Das Wasser leitete man von den res­taurierten thermae maiores durch einen gemauerten Kanal zum Bad. Im. 4. Jh. war ein Grossteil des Gebäudes bereits verfallend, nur einige Räume waren bewohnt. Die Durchgänge wurden vermauert. Aus den Steinen die­ser Ruinen wurden einigermassen anders orientierte improvisierte Bauten errichtet. Die Restaurierung und Auswertung des im Hause des tribunus laticlavius freigelegten Fundmaterials ist zur Zeit noch im Gange. Nach Untersuchung der uns zur Verfügung stehenden Münzen und SigÛlata der Amphora können wir behaupten, dass die Soldaten des Legionslagers von Aquincum aufgrund der Amp­horafunde schon vom 1. Jh. an verschiedene Weine und Olivenöl regelmässig gewonnen haben. Die Amp­horafunde kamen hauptsächlich aus einem Raum der im südwestlichen Teil des Tribunushauses ausgestalte­ten Taberne in grösserer Zahl zum Vorschein. Vom Aeral des Legionslagers in Aquincum publizieren wir zum ersten Mal eine aus einem umfangreichen Mate­rial ausgewählte Sigillata-Funde. Die ältesten von die­sen, die appliziert geschmückten norditalienischen Bruchstücke können mit den auxiliaris vicus nächst dem Alalager aus der Zeit Vespasianus, während die späteren, samt den südgallischen Gefässen mit den Legionslager aus der Zeit des Domitianus in Zusam­menhang gebracht werden. Die späteren, Rheinisch-Westendorfer Sigillata bzw. die aus Moesien können schon mit dem Legionslager des 2-3. Jahrhunderts, mit den verschiedenen Perio­den des Hauses des tribunus laticlavius in Verbindung gebracht werden. Im Laufe der Freilegungen kamen im Tribunushaus 74 Münzen zum Vorschein. Diese ha­ben wir einerseits mit dem gesamten publizierten Gel­dumlauf von Aquincum, anderseits mit dem einstwei­len aus 240 Stück bestehenden Sigillatamaterial des Tribunshauses verglichen. Den Vergleich haben wir auf mechanischer Weise, mit dem Histogram der die Häufigkeit der Münzen anzeigenden Kurve durchge­führt. Bei der Auswertung der Geldumlaufkurve zeigte sich die Periodisierung der zum Teil auch im Grund­riss des Tribunshauses beobachtet werden kann. Diese Periodosierung bietet einen Anhaltspunkt sowohl zur Periodenbestimmung des Hauses des tribunus laticla­vius, wie auch zur Chronologie dieses Teiles des Le­gionslagers. 153

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