Budapest Régiségei 21. (1964)

TANULMÁNYOK - Lócsy Erzsébet: Középkori telekviszonyok a budai várnegyedben : 1. közlemény 191-208

ERZSÉBET LÓCSY MITTELALTERLICHE GRUND STUCKVERHÄLTNIS SE IN DER BÜRGERSTADT VON BUDA I. Im Laufe der baugeschichtlichen Forschung der Wohnhäuser mittelalterlicher Herkunft im Burg­viertel des Festungsberges in Ofen, begegneten wir häufig der Erscheinung, dass die Gebäude von gleichem Grundrisstyp auf Baugründen gleichen Masses stehen, und dieser Umstand lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die mittelalterlichen Baugrundmasse Ofens, und auf die Lehren die daraus gezogen werden können. Zur Erforschung der Baugrundmasse benutzten wir die Haüysche Karte aus dem Jahre 1687 (Joseph de Haüy : „Plan de la ville et chateau de Bude") bzw. wir konnten hierzu das Verzeichnis der Karte gebrauchen in dem die Masse der Fassaden angegeben sind (das Original befindet sich im Staatsarchiv zu Wien, im Nachlass des kaiserlichen Militärintendanten Rabatta, Hung. Fase. 73/11. Nr. 25). Zur Forschung der mittelalterlichen Baugrundverhältnisse konnten wir um so mehr dieses Verzeichnis gebrauchen weil verschiedene Zeichen darauf hinweiesen, dass J. de Haüy dieses Verzeichnis nicht auf Grund seiner eigenen manuellen Vermessungen, sondern auf Grund irgendeines früheren Dokumentes (Grundbuch, Zusammenschreibung?) zusammengestellt haben dürfte, und auf diese Art widerspiegelt es nicht den Zustand im Jahre 1687, sondern einen viel früheren. Das von Haüy mitgeteilte Verzeichnis mit den Baugrundmassen macht auf den ersten Blick den Eindruck, einer vollständigen Verworrenheit jedoch erkennt man nach genauerem Studium ein bestimm­tes System, welches sich auf die mittelalterliche Bebauung des Burgviertels bezieht. Denn das häufige Vorkommen gewisser Baugrundmasse wird man wohl keinem Zufall zuzuschreiben haben. Von den Fassadenmassen, die im Verzeichnis zumindest zehnmal oder in noch höherer Zahl vorkommen, haben wir eine Statistik zusammengestellt. Wir konnten feststellen, dass sich das am häufigsten vorkommende Fassadenmass auf 30 Fuss beläuft, von diesem Masse konnten wir im ganzen Burgviertel 37 zusammen­zählen. Fassaden von 36 Fuss sind ihrer 30, von 33 Fuss 27, von 54 Fuss 26, von 42 Fuss 25, von 27 Fuss 23, von 57 Fuss 20, von 24 Fuss 20, von 60 Fuss 18, von 48 Fuss 17, von 21 Fuss 14, von 45 Fuss 13, von 18 Fuss 10, von 39 Fuss 10. Stellen wir die diesolcherweise gewonnenen „Typenmasse" der Grösse nach in eine Reihe (18, 21, 24, 27, 30, 33, 33, 36, 39, 42, 45, 48, — 54, 57, 60) so erweist es sich, dass das Zunehmen der Fassadenmasse sprungweise, in je 3 Fuss (d. i. Y 2 Klafter) erfolgt, sowie auch der Umstand, dass sich die grösseren Masse durch die häufig vorkommenden, kleineren dividieren lassen: 18—36, — 21—42, — 24—48, — 27—54, — 30—60. In der folgenden Additionsprobe: 18 + 21 = 39, 18 + 24 = 42, 18 + 27 = 45, 18 + 30 = 48, 18 + 33 = 51, 18 + 36 = 54, 18 + 39 = 57, 18 + 42 = = 60, 21 + 24 = 45, 21 + 27 = 48, 21 + 30 = 51, 21 + 33 = 54, 21 + 36 = 57, 21 + 39 = 60, 24 + 27 = 51, 24 + 30 = 54, 24 + 33 = 57, 24 + 36 = 60, 27 + 30 = 57, 27 + 33 = 60, kommt mehrere Male die Zahl 51 vor, die aus der Reihe der oben dargestellten Typenmasse fehlte, da sie als selb­ständiges Mass bloss fünfmal im Verzeichnis vorkommt. Bei einigen Objekten kann der Vergleich der Obigen mit den Resultaten der baugeschichtlichen Forschungen mehr als einmal ein Licht auf das System werfen, nach welchem die Baugründe vereinigt oder verteilt wurden. Dasselbe bezieht sich auch auf die seltener vorkommenden, also keine „typischen" Masse, wo zumeist die Halbierung des aussergewöhnlichen Masses, oder die Addierung und Neuverteilung zweier nebeneinander stehenden Massen, eines der auf­gezählten Typenmasse ergeben. Unter Berücksichtigung der aussergewöhnlichen Baugrundmasse — hier denken wir in erster Linie an die hervorstechend grossen Hausgründe — können wir gleichfalls den Versuch anstellen, dass wir nach dem ursprünglichen, mittelalterlichen Zustand dieser Gebiete forschen, nach jenem Zustand den die Karte von Haüy nicht mehr widerspiegeln konnte. Dies sind aufgelassene, bedeut­samere Gabäude, später bebaute Strassen, Plätze usw. In seiner grundlegenden Studie über die mittelalterliche Architektur der Bürgerstadt des Burgviertels von Ofen (Gótikus házak Budán. Budapest Régiségei XV [1950]. Gotische Häuser in Ofen, Altertümer von Budapest) lenkte L. Gerevich die Aufmerksamkeit auf die Eigenartigkeiten der Grundrisse der mittel­alterlichen Ofner Wohnhäuser und erwähnte dabei, dass durch die Erforschung der Zusammenhänge die sich zwischen den Grundriss- und Baugrundtypen zeigen, die Lösung von mehreren Problemen des Städte­baues zu erhoffen sei. — Zum Nachweis diesen Zusammenhanges führen wir in unserer Abhandlung einige von den vielen mittelalterlichen Baugrund-bzw. Haustypen, die wir aufs geratewohl herausgegriffen haben, vor. Bei der Analyse der Grundrisse beschäftigen wir uns augenblicklich lediglich mit den Grundrissen der Erdgeschosse, und bei diesen auch bloss mit dem Flügel der auf die Gasse blickt (dem Tofeingang und den daneben liegenden Räumen), weil den Grundrisscharakter des Gebäudes in erster Linie dadurch 207

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