Budapest Régiségei 20. (1963)

ANYAGKÖZLÉSEK - Kaba Melinda: Római kori épületmaradványok a Király fürdőnél 259-298

frühkaiserzeitlichen Friedhöfe; Funde entlang des Aranyhegyi-Baches, die unter dem Haus Becsi-Straße 52, sowie die der fünf Brand­gräbern beim Haus Nr. 98, das Praetorium in der Laktanya-Straße, die Funde unserer im Westteil der Bürgerstadt im Jahre 1955 durchgeführten Ausgrabungen, sowie das Mate­rial der vor dem Gebäude Lajos-Straße 33 und unter den Mauern, des mit Mosaiken geschmück­ten Gebäudes in der Meggyfa-Straße entdeckte Wohngruben. Von keiner dieser Stellen ist uns die frühzeitige italische Importware, die Sigil­laten aus der Pogegend bekannt. Sigillaten aus der Pogegend sind in der Provinz vor allem in der Umgebung der früh­gegründeten Stadt Savaria, sodann aus der Um­gebung von Scarabantia und aus dem Lager Vetus Salina bekannt. Die rotbemalte, marmorierte, mit orange­farbiger Glasur überzogene, reliefartig wirkende, in Metallglanz schimmernde Tonware läßt sich auf Grund der Funde aus Pannonién wie auch aus den anderen Provinzen in die flavische Zeit datieren. Mehrere Typen sind jedoch jünger und kommen mit der silbergrauen und schwarzen Ware des einheimischen Werk­stattkreises des Resatus vor. Durch unsere Ausgrabung wurde die Abson­derung des Fundkomplexes der einheimischen Bevölkerung der ersten Jahrzehnte des 1. Jahrhunderts u. Z. ermöglicht, die zugleich die Funde der ersten Steingebäude darstellen. Weiter konnte die für die Wende des 1—2. Jahrhunderts u. Z. charakteristische Material­gruppe ausgeschieden werden, als die Bewohner der keltisch-eraviskischen Dörfer bereits sicher in Steinhäuser einzogen und ihre Grubenwoh­nungen aufgaben und zuschütteten, wie das an mehreren Stellen in der Militär- und Bürger­stadt von Aquincum konstatiert werden konnte. Begreiflicherweise beschäftigte die Frage der Straßen von Aquincum die Forscher auch bisher in starkem Maße. Mehrere Straßen der Bürgerstadt sind zum Teil auch heute noch unter der Erddecke begraben. Die Straße neben dem Friedhof am Aranyhegyi-Bach, die Aquin­cum mit Brigetio verband, erforschte schon vor Jahrzehnten D. Simonyi, danach den daraufgebauten mittelalterlichen Abschnitt S. Garádi. Von den Straßen der Lagerstadt sind einige durch die Notbergungen der letzteren Jahre erforscht worden, solche sind die Straße im Kanalisationsgraben der Harrer Pal-Straße, die an der Ecke der Emese-Straße und der Vörösvari-Straße und eine neben den Aquä­dukten der Vörösvari-Straße. A. Radnóti stellte die O —W-Richtung der Straße, die vom Limes in die Berge führte, an der Ecke der heutigen Csalogány- und Málna­Straßen fest. Die nach N — S verlaufende Limesstraße gibt die Literatur in der Achse der Fo-Straße an. Die Rettungsgrabung beim Király-Bad im Jahre 1958 erwies sich auch von diesem Gesichts­punkt her für erfolgreich, weil wir im Jahre 1958 in einem Probeschnitt die Fortsetzung der damals entdeckten Straße 1958 in unserem Schnitt Nr. 21 wiedergefunden haben. Die Deckplatten waren zugrundegegangen, doch ist die Steinschichtreihe des Fundaments auf einer 9 m breiten Fläche deutlich ausnehmbar. Dieser Straßenabschnitt gehört zur Limes­straße und verlief nach den Funden der älteren Straße um einige Meter westlicher als die gegen­wärtige Fo-Straße. Diese nord—südliche Haupt­aufmarschlinie, die die Stadt durchquerte, wurde ein gutes Halb Jahrhundert von der Ver­ordnung Traians angelegt, nach der die Straßen­regelung und der volle Ausbau Aquincums durchgeführt werden sollte. Vom Gesichtspunkt der topographischen Forschung Aquincums ist das Vorhandensein des frühzeitigen Fundkomplexes an dieser Stelle von entscheidender Bedeutung. Den Donaulimes Pannoniens befestigten die ersten römischen Auxiliartruppen mit Erd­lagern. Die hier eingetroffenen Eroberer bauten diese Lager, da sie ständig gegen Aufstände kämpfen mußten. Die im ersten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts u. Z. zum Niederschlagen der Markomannen in den Kampf gezogenen römischen Truppen warfen schließlich den große Außmaße angenommenen pannonisch­dalmatischen Aufstand nieder. Kurz danach lehnte sich die aus der Rheingegend stam­mende Mannschaft auf. Die römischen mili­tärischen Führer organisierten die Nachhut­reserve aus den Reihen der für besonders verläßlich gehaltenen Italiker und stellten an die exponierten Stellen des Limes eingeborene Hilfstruppen. Diese Auxiliartruppen errichteten in der Anfangszeit die Erdwälle, die dann in Eile mit Steintoren, Steingebäuden befestigt wurden. Damit läßt sich erklären, daß in Aquincum verhältnismäßig früh, bereits aus dem Jahre 20 u. Z. eine Bauinschrift bekannt ist, ein Beweis dafür, daß das Erdlager in ein Steinlager umgebaut wurde. J. Szilágyi hält diesen Bau für die eine Befestigung der Ver­teidigungslinie unter Drusus, die zur Zeit der germanischen Unruhen im Hochlandgebiet der heutigen Slowakei notwendig wurde. Aus den in den Thermalrohrgräben des Király-Bades zum Vorschein gekommenen römischen Mauerresten lassen sich — hinsicht­lich ihrer Bestimmung — keine weitgehenden Schlüsse ziehen. Eines steht jedoch fest, daß der mit einer Apsis abgeschlossene Raum des Gebäudes Nr. 1 ein Wasserbecken, das Bad des Lagers war und davon zeugt, daß die heutige Badestadt Budapest von der römischen Zeit an durch die Türkenzeit hindruch bis zum barocken und modernen Király-Bad auf eine 297.

Next

/
Thumbnails
Contents