Budapest Régiségei 20. (1963)

ANYAGKÖZLÉSEK - Kaba Melinda: Római kori épületmaradványok a Király fürdőnél 259-298

fast 2000jährige Vergangenheit seiner Bäder zurückblickt. Der erwähnte Drusus-Stein spricht davon, daß im Palisanderlager von Aquincum bereits zu Beginn des 1. Jahrhunderts u. Z. Steinge­bäude vorhanden sein mußten. Wo dieses Lager war, gibt die Ausgrabung beim Király-Bad zusammen mit den früheren Denkmälern Auf­schluß. Jetzt kann bereits mit voller Gewißheit behauptet werden, daß das gegenwärtige Bade­gebäude, und seine unmittelbare Umgebung die Stelle war, die unsere Vorfahren im Altertum vom strategischen Gesichtspunkte aus als den geeignetesten Punkt zum Lagerbau ausgewählt hatten. Nun erhebt sich die Frage, welcher Trup­penkörper am Bau beteiligt war? Aus diesem Grunde muß man die aus der benachbarten Gegend der Po-Straße bisher zutage gebrachten Denkmäler der Reihe nach prüfen. Dem in der Wasserstadt angenommenen Militärfriedhof aus dem 1. Jahrhundert u.Z. dürften die zwischen der Po-Straße und dem Corvin-Platz zutage geförderten Grabsteine angehört haben. Es wurden folgende Denk­mäler entdeckt: unter dem Haus Csalogány ­Straße 3/d ein römischer Straßenabschnitt, an der Ecke Csalogany-Straße 12 und Malna-Straße 4 ein Sarkophag, unter dem Haus Fo-Straße 36 ein Grabstein, auf dem Grund Fo-Straße 68 ein mit der Figur der Ariadne verziertes Sigillata-Fragment, auf dem Grund Fo-Straße 70 neben reichem keramischen Material zahl­reiche Münzen und schließlich auf dem Bem­Platz gleichfalls ein Grabstein. Zu dem obenerwähnten Friedhof konnten als dessen nördliche Grenzmarkierung die in der Zsigmond-Straße und beim Császár-Bad freigelegten Grabsteine gehört haben. Von den aufgezählten Denkmälern liefern die erwähnten frühzeitigen Soldatengrabsteine die meisten Angaben. Der Großteil der beim Bau der Redoute am Corvin-Platz und des Császár-Bades gefundenen Steine stellten Grab­denkmäler verschiedener Legionssoldaten dar. Drei der Hingeschiedenen dienten in einer Ala. Die erste Jahrhundertwende zeigt der keltische Soldat der ala I Auriana, namens Trovcetissa an. Ebenfalls einer Ala-Einheit gehörte T. Claudius, mit einer Reiterszene auf seinem Grabstein an, sowie auch der Soldat, an dessen Grabdenkmal nur das in einer Nische darge­stellte Portrait und von einer Reiterszene nur ein Teil erhalten blieb. Die neueste Forschung faßte die Verbreitung der Grabsteine der Reiter in den Provinzen zusammen. Demnach kommen diese Denk­mäler auf dem Limes in der Regel in Gebieten vor, die die römische Heeresführung am frühes­ten besetzte. Die zwei zuletzt erwähnten Reiter­grabdenkmäler können an den Anfang des 1. Jahrhunderts u. Z. datiert werden. Aus dieser Zeit ist die ala I Hispanorum in Aquincum bekannt, deren Verband auch Ti. Claudius angehörte. Daraus können wir schließen, daß der frühzeitigste Bau der Mauern, deren Überreste sich neben dem Király-Bad befinden mit dem hiesigen Aufenthalt der ala I Hispanorum, deren Mannschaft das Palisa­denlager mit Steinbauten befestigt hat, ver­bunden ist. Der dieser Ala angehörende Soldat Ti. Claudius wurde demnach in dem in der süd­lichen Nachbarschaft des Lagers gelegenen Friedhofe begraben. Wenn auch unsere Forschungsarbeit beim Király-Bad nur den bescheidenen Anspruch einer Notbergung erhebt, bereicherte sie unsere topographische Kenntnisse dennoch mit wich­tigen Ergebnissen. Wir erkennen ein winziges Bruchstück aus der Lebensweise der ersten sich im Aquincumer Steinlager niedergelasse­nen römischen Eroberer. * Die Ergebnisse der Ausgrabungen zusam­mengefaßt: im Verlauf der Rettungsgrabung beim Király-Bad legten wir die Denkmäler einer keltisch-eraviskischen einheimishen Sied­lung frei, sodann die Reste mehrerer dem Ala­Lager des frühkaiserzeitlichen Aquincums ange­hörenden Gebäude. Das in einem Gebäude auf­gedeckte Wasserbecken war wahrscheinlich längere Zeit lang im Gebrauch, da daran Spuren einer Veränderung und Erneuerung festzu­stellen sind. Auch einen Abschnitt der nach N — S verlaufenden Limesstraße vermochten wir zu finden. 298

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