Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Szilágyi János: Az aquincumi helytartói palota 53-77

mit einem Stuckfries abgeschlossen und die Sockel mit Marmorplatten verkleidet. Nur aus diesem Saal konnte das kreisförmige, vom Hypocaustum nicht heizbare Bassin betreten werden (Abb. 1, Nr. 68a). In dem Becken miit, einem Durchmesser von ungefähr 5,5 m stand das Wasser mindestens 63 cm hoch. Um dem Druck, der Wassermassen das Gegen­gewicht zu halten, wurde die kreisförmig verlaufende Tragmauer mit Stützpfeilern ver­stärkt. Das verbrauchte Wasser wurde durch den Beckenboden in den Kanal abgelassen. Den Steinkegel, der zum Verschliessen des Schluckloches diente, haben wir ebenfalls ge­funden. Das kreisförmige Gemach, das gleich einer Bastei neben dem Tor hier vorspringt, mochte geradezu die Rolle eines echten Wehr­turmes gespielt haben (zur Deckung des Weges, der vom Tor stark abfallend ausging) (Abb. 7). An der anderen Seite des Tores springt noch ein zweiter kreisförmiger Raum aus dem Gebäu­deblock des Palastes hervor (Abb. 1, Nr. 93; übrigens eine Latrine). Die Gemächer Nr. 63 und 68a erhielten ihre endgültige Ge­stalt auf einem Niveau, das in den Anfang des 3. Jahrhunderts verweist. Dafür spricht auch der Umstand, dass die den Kanal deckenden Ziegel unter dem Saal Nr. 63 (Abb. 4), laut Zeugnis ihrer Stempel in den Jahren 211— 222 gestrichen wurden. An der Westseite schloss der Palast nicht in einer geraden, sondern in einer sogar mehr­fach gebrochenen Linie ab. Offensichtlich hatte man gar nicht vor, diese Rückseite zur Schau zu stellen. Aus diesem Grund wurde er durch eine Steinmauereinfriedung sowohl gegen Norden als auch gegen Westen verdeckt, wodurch im westlichen Teil des Nordtraktes ein Hof entstand. Zwischen den am westlichsten liegenden Gemächern (Nr. 85, 88 und 90) und der Einfriedungsmauer kamen in unseren Forschungsgraben nur mehr Kanäle zum Vor­schein, die alle abwärts, dem Flussbett des Kleinen Donauarms zu, verliefen. Für die Innenausstattung der am westlichsten gelegenen Flucht von Räumen wurde grosse Sorge getra­gen. Ein rundes Bassin in Nr. 83 wurde (zu Beginn des 3. Jahrhunderts?) durch den nach­träglichen Einbau einer Zusatzmauer auf 3,7 X 3,85 m verkleinert. Das Wasser dürfte es bis zu einer Höhe von 115 cm gefüllt haben. Vom Mosaikfussboden des Gemaches Nr. 89 haben wir nur wenige Spuren gefunden. Die Erforschung dieses Gemaches und der im Nor­den anstossenden Räume wurde von den bei­den modernen Wasserleitungsrohren, die hier eingebaut sind, gehemmt. Die Ausbildung des anstossenden Bassinraumes von halbellipti­scher Form (Nr. 88) dürfte parallel mit der von Nr. 83 gegangen sein. Die Heizung geschah vom freien Hof aus. Gleicherweise enthielt auch der Raum Nr. 92 ein Wasserbecken, in dem die Wasserhöhe vermutlich 110 cm betrug. Ein Kanal dürfte durch seine gewölbte Mauer das verbrauchte Wasser abgeführt haben. Das einführende Bleirohr blieb hier nur in einer Länge von 112 cm erhalten. In der Südostecke dieses im Innern nur 2,55 m breiten Raumes (Abb. 1, Nr. 90) blieb eine Art von Brenn­arbeitsbank erhalten, deren Höhe über dem Ziegelboden etwa 40 cm betrug. Dieser kleine Anbau an der Nordwestecke des Palastes wurde vermutlich zeitlich am spätesten gebaut. In der Ecke zwischen dem runden Bassin Nr. 83 und dem von halbelliptischer Form Nr. 88 standen drei Öfen nebeneinander (bei Nr. 84). Die Höhe der Öfen beträgt 80, 114 und 130 cm. Die Tür ist 303 cm breit und dürfte eher eine Einsatzöffnung gewesen sein. Die Ofen reihe diente in einer früheren Periode trotz allem Anschein nicht zur Heizung des Caldariums Nr. 83, weil wir in der West wand des Bassins keine Spuren fanden, die dafür zeugten, dass dort nachträglich Heizöffnungen vermauert worden wären und sich unter der Ofenreihe die zeitlich frühere Belagschicht des Hofes, auf gleichem Niveau mit dem Sohlen­grund des Heizungsraumes des Beckens aus­breitet (Abb. 10). Aller Wahrscheinlichkeit nach war hier bereits seit der Mitte des 2. Jahrhun­derts eine Backstube. Im endgültigen Ausbau gruppierten sich also als um die Zentren der Anlage je drei Bassinräume um die mit Mosaik belegten Prunk­räume Nr. 63 und 58 bzw. Nr. 89. Der sich aus 16—18 Räumen zusammensetzende Badetrakt umfasste demnach die Nordwestecke des Pala­stes sowie die am westlichsten liegenden Räume des Nordflügels und konnte sich übrigens dank seinem Umfang mit den grössten öffentlichen Bädern Aquincums messen. Die Bauwerke des grossen Innenhofes. Schon die Baderäume Nr. 57, 83, 88—89 müssen zu dieser Gruppe gezählt werden. Überhaupt wur­den die Palasterweiterungen stets in grösserem Mass nach Innen, im Bereich des Hofes vor­genommen als ausserhalb der äusseren Abschluss­mauer des Hauptgebäudes (aus Sicherheits­gründen?). Der innere Hof bot kein Bild der Vernachlässigung. Auch die Aussenwand des Rundganges wurde mit Malereien geschmückt. Während aber der Hofteil vor der Wohnungs­flucht des Statthalters bis Ende unbebaut blieb, verdeckte man den Teil im Süden und im Westen des Hofes mit Bauten, die aus der Mitte des 2. und dem Anfang des 3. Jahrhunderts entstammen. Auch der freie Platz vor dem grossen Heiligtum blieb unbebaut (Abb. 1, Nr. 50a —c). Der Rand des grossen, inneren Hofes war mit dicken Steinplatten belegt, die Breite der Verkleidung wechselte zwischen 120—290 cm. Er diente nicht nur als Gehsteig, denn wir fanden beispielsweise in der Nähe des Saales Nr. 47 ein Netz von 15 bzw. 26 cm tiefen Rinnen 76

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