Budapest Régiségei 18. (1958)
TANULMÁNYOK - Szilágyi János: Az aquincumi helytartói palota 53-77
an der Oberfläche der Steinblöcke, in denen vermutlich während der heissen Sommertage Wasser plätscherte. Auf Grund der Niveauhöhe können wir die Entstehungszeit in den Beginn des 3. Jahrhunderts ansetzen. Die darunter liegende Lehmschicht ist ein Hinweis darauf, dass um 120 u. Z. auch an der Stelle der Steinplattenreihe noch ein Garten blühte. Ein prächtiges Brunnenhaus, eine Art von Wasserturm, mochte wohl die Turmanlage an der Südostecke des Hofes gewesen sein (Abb. 1, Nr. 48), die der Mittelpunkt eines abgesonderten Kanalvierecks ist. Nach Aussage der Stempel der hier verwendeten Ziegel ist auch dieser Turm samt seinem Kanalnetz, das die Bewässerung des Ziergartens und des Rasens erleichtert haben dürfte, am Anfang des 3. Jahrhunderts entstanden. Im Mittelpunkt des inneren grossen Hofes stand das grosse Heiligtum genau in der Mitte zwischen der Mauer der in der vorangehenden Periode (um 120 u. Z.) erbauten Bassinanlage (Nr. 57) und dem des Gangteils (Nr. 26). Innerhalb der Mauern des grossen Heiligtums, deren Dicke von 130—160 cm andeutet, dass der Tempel Obergeschosshöhe hatte, fand sich keine unterständige und zeitlich frühere Belagschicht. Er dürfte etwa 90 bzw. 130 cm hoch aus der gleichartigen Niveauschicht seiner Umgebung herausgeragt haben. Drei Stufen führten zum Eingang der Cella hinauf. Wir haben eine der Kultstatuen des Heiligtums, wahrscheinlich eine Statue des Marc Aurel (?) gefunden, also musste das Abb. 1. Grundriss der Villa des Siatthalters. Zustand während der Freilegung bis Ende 1956 Abb. 2. Schnitt durch die Räume Nr. 20—22—23 ; das südliche Gebäude II Abb. 3. Schnitt durch die Räume Nr. 5—4a —3—2—11 Abb. 4. Schnitt durch die Räume Nr. 68a— 63—61—51 68« Die mit Stern bezeichnete Fläche unter dem Boden des Saales Nr. 63, durch Ziegelstempel aus dem Anfang dès 3. Jahrhunderts datiert Abb. 5. Schnitt durch die Räume Nr. 50c— 54—56—42 Abb. 6. Schnitt durch die Räume Nr. 60 (-50)—61— 62—41 Heiligtum spätestens Ende des 2. Jahrhunderts schon gestanden haben. Nach der Niveauhöhe aber dürfte es um die Mitte des 2. Jahrhunderts gebaut worden sein. Die Ausgrabungen von 1956 klärten auch den Grundriss des Saales Nr. 77. Er konnte nur vom bedeckten, den Hof umgebenden Gang aus durch das 5,32 m breite Tor betreten werden. Dieser Saal wurde von einem an der Westseite des Saales gebauten Ofen geheizt, dessen Wärme von einem Netz von Heizkanälen, die sich unter der Mitte des Saales kreuzten, verbreitet wurde. Demnach wurde der grosse Innenhof während einer späteren Bebauung vollständig entzwei, in einen Ost- und Westteil, geschnitten. Die nicht bebauten Hofteile blieben als Garten bestehen. Rings um die Südwestecke des Innenhofes entlang der Mauer des Ganges wurde in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts eine Zusatzmauer in einer Länge von etwa 27 m gebaut, die bei der Wand des Saales Nr. 77 begann. Die zweite Mauer, deren horizontal liegende und mit Mörtelüberguss versehene Oberfläche sich 75 cm hoch über dem Bodenniveau des Hofes ausbreitete, war 90 cm breit. Neben ihr kam in der Ecke ein Haufen von Deckziegeln zum Vorschein. Befand sich hier ein Stall oder ein Schuppen, oder vielleicht ein Rundgang mit Brustlehne bei der südwestlichen Vorkragung des Ganges ? (Zu den Erörterungen s. die Literatur in den Anmerkungen 1—15, 18—30) Abb. 7. Schnitt bei der Böschung (bei Nr. 71) vor dem Nordtor, neben No. 68a. Die mit einem Stern bezeichnete Fläche ist durch Ziegelstempel aus dem Anfang des 3. Jahrhunderts datiert Abb. 8. Schnitt unter dem Boden des Raumes Nr. 47. Die Aufschüttung zwischen den beiden Fussböden (mit Stern bezeichnet) datiert ein ZiegelStempel aus dem Anfang des 3. Jahrhunderts (statt 101,80: 101,20). Abb. 9. Schnitt unter dem Westrand des Raumes Nr. 89 Abb. 10. Schnitt des runden Bassins Nr. 83 VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN