Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Szilágyi János: Az aquincumi helytartói palota 53-77

In dem kleinen Raum Nr. 44 (Abb. 1) stieg innerhalb von etwa 3,6 m das Niveau des oberen Fussbodens um 60 cm, mit. regel­mässigem Gefälle in Richtung von Ost nach West an. Der lediglich 3 cm dicke untere Ter­razzoboden breitete sich auf einer prähisto­rischen Humusschicht aus. Während beider Bauperioden ist dieser kleine Raum ein Durch­gang und zugleich der Vorraum des Latrinen­raumes Nr. 45 gewesen sowie eine die Treppen ersetzende Rampe zum Raum Nr. 64. Nur vom Vorraum Nr. 44 konnte man den kleinen, länglichrunden Raum Nr. 45 betreten, der allein unter den Latrinenräumen des Palastes mit Mosaikboden geschmückt war. Die Sohlen­terrazzoschicht des Hypocaustums des heiz­baren Saales Nr. 43 wurde auf ein Niveau gelegt, auf dem man im allgemeinen gegen Mitte des 2. Jahrhunderts im Bereich der Villa gebaut haben dürfte. Weiter unten liegt eine etwa 24 cm hohe Aufschüttung in der Art des opus spica­tum aus einer trocken gelegten Steinplatten­reihe. Die Scheidewand der Räume Nr. 43 und 46 trennt sich glatt von der Mauer der Hofseite. Der untere Terrazzoboden ist wahrscheinlich der Belag des Endabschnitts des rings um den Hof verlaufenden Ganges. Hier endete in der früheren Periode [II/b] der U-Gang, nach dem vor dem Wohntrakt des Statthalters gegen Norden abzweigenden einspringenden Teil, der später in die Halle Nr. 46 einbezogen wurde. Der Mosaikboden des achteckigen (Abb. 1, Nr. 41) Raumes sowie seine vier Mauernischen sind aller Wahrscheinlichkeit nach schon wäh­rend der Eingrabungen im vergangenen Jahr­hundert zugrunde gegangen. Dieses Gemach dürfte als Ankleideraum gedient haben, ebenso wie der kleine Raum Nr. 62, von dessen Mosaik­boden kaum eine Spur erhalten geblieben ist. Die Grundsohle der Heizräume beider Apody­terien wurde auf ein in den Beginn des 3. Jahrhunderts datierbares Niveau gelegt, somit bekamen die beiden Ankleideräume zu jener Zeit ihre endgültige Gestalt. Unter dem Boden­niveau des Raumes Nr. 64 (Abb. 1) kam Keramik aus der etwa 70 cm dicken Schutt­masse zum Vorschein, die sich in die Mitte des 2. Jahrhunderts datieren lässt. Der obere, 13 cm dicke Terrazzoboden liegt ebenfalls auf einem, dem angehenden 3. Jahrhundert ent­sprechenden Niveau, während die zeitlich frühere Bautätigkeit hier um 120 u. Z. statt­gefunden haben dürfte. 85 cm über dem oberen Terrazzoboden liegt die Niveaufläche der Türen an der Südost- und Ostseite des Raumes. In dem 8,8x10,7 m grossen Raum dürfte allem Anschein nach ein Bassin (natatio) gewesen sein, ganz bestimmt aber in den späteren Pe­rioden. Tatsächlich treffen in diesem Raum zwei Kanäle zusammen. Die Unterheizung der Räume in der Nordwestecke des Badeflügels ging zum Teil von drei, in einem schma­len (4 m breiten) Hof (Abb. 1, Nr. 61) errichteten Öfen aus. Diese Ofenstelle war zumindest teilweise ohne Bedachung. Der einzige Zugang (später) zu dem Heizhof war in einer Höhe von beiläufig 2 m (aus dem Saal Nr. 63) über dem Heizungsschacht ; eine Höhe, die es sogar gestattete, dass sich die Heizer unter Bedachung bewegen konnten. Eine der Warmwasseranlagen — Calda­rium — des Badetraktes (Abb. 1, Nr. 57) ist elliptisch. Das 11,3x6,5 m grosse Bassin, in dem die Wasserhöhe 77—86 cm sein mochte, wurde mit dreifachen Seitenmauern und Stütz­pfeilern an den Aussenecken gegen den Wasser­druck gesichert verstärkt. An seiner Süd­westecke fanden wir den Kanal, der das ver­brauchte W T asser abführte, neben ihm lag die Bleirohrleitung, die vermutlich das Wasser in das Bassin einführte. Unter dem Boden des benachbarten innen kreisförmigen Raumes (Nr. 58) wurde vom Hofe aus geheizt. Vielleicht war sein Fussboden, dessen Durchmesser 5 m betrug, von jenem kreisförmigen Mosaik ge­schmückt (in der Periode am Anfang des 3. Jahrhunderts?), der uns aus der,Jj£i@XÊ^iilaeh­literatur als Fund »aus den römischen Bädern auf der Schiffswertinsel« bekannt ist, von dem wir aber im Laufe der Zeit jedwede Spur ver­loren haben. Die östliche Seitenwand des Gemaches Nr. 60 (-50) wurde ohne Einbindung den Wänden der Gemächer Nr. 63 und 58 angebaut. Die Sohle seines Heizungsraumes ist ein, sogar die Höhe von 84 cm übertreffendes Bauwerk. Die Dicke dieser Stein- bzw. Erdschichten, aus denen sich die Sohlengrundierung zusammensetzt, beträgt 38 + 31 + mindestens 15 cm. Wurden etwa die einzelnen Bodenniveaus im Raumgebiet Nr. 60, sogar zweimal erhöht, ohne dass auf ihnen gebaut wurde? Übrigens dürfte das Gemach Nr. 60 anfangs ein freier Zwischen­raum gewesen sein, von dem man zur Ofen­gruppe Eintritt hatte bzw. konnte er als Lager für Heizmaterial dienen. Die Gemächer Nr. 60-—62 und 41 wurden wahrscheinlich zu Beginn des 3. Jahrhunderts ausgebildet, wodurch tatsächlich der zwischen den Gemächern Nr. 57 und 64 leergebliebene Ambitus ausgefüllt wurde. Saal Nr. 63. wurde durch die halbkreis­förmige Exedra in seinen vier Ecken in einen achteckigen Raum umgestaltet. Im Raum der von der halbkreisförmigen Mauer der Exedra gebildeten Auskragung der Nordostecke war ein kleines Bassin (82—97 cm tief). Weder dieses Bassin noch der Saal hatten Hypocaustum­heizung. Der unter dem Fussboden des Saales durchgehende Hauptkanal erweiterte sich unter der Mitte des Saales zu einem zylinderförmigen Schacht. Der Schacht war im Saalfussboden mit einer steinernen Schlingerscheibe bedeckt. Der Saal war nicht nur mit Mosaiken reich geschmückt, die bemalten Wände waren oben 75

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