Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Szilágyi János: Az aquincumi helytartói palota 53-77

schwemmungsgefahr erfolgt sein. Im Jahre 375 u. Z. fand Valentinianus in Aquincum be­reits keine Baülichkeit vor, die sich zu einem Winterquartier geeignet hätte, also war der Palast damals schon verödet. Im Gebiet des Palastes und des Hofes waren die Wege, Gehsteige und Fussböden auf ver­schiedenen Niveauflächen ausgebreitet, die aber dank ihrer Lage über dem Meeresspiegel deutlich in drei Hauptgruppen gegliedert wer­den können. Das Zusammentreffen dieser Umstände kann unmöglich dem Zufall zuge­schrieben werden und lässt dem gegenwärtigen Stand unserer Forschung gemäss auf folgende Bauetappen, Perioden schliessen : Periode I/a : das ältere kleine Heiligtum (unter dem Hei­ligtum Nr. 28) Periode I/b : das ältere Mauerwerksystem mit »geglätte­ter Oberfläche«, welches dem Bau der Statthalter­villa voranging (z. B. Grundriss 1, Nr. 54—56) Periode II/a : Bauteile Nr. 1—15, 16, 25 (107 u. Z.) Periode II/b : früherer Zustand der Teile Nr. 27—33, 35— 37 (aus dem Südflügel) ; Ostteil des Ganges rings um den inneren grossen Hof (Nr. 17) ; Räume Nr. 44—47, 64, im früheren Zustand (aus dem Nordflügel) ; südlicher Trakt der Badeanlage (Nr. 57—58, 83 ; 120 u. Z.) Periode II/c : der Südbau (Nr. 19—23); im Hofe Nr. 50a—c, 77 ; die Anbauten am Südflügel (Nr. 34, 38) ; Südseite des Ganges längs des Hofes (Nr. 26) ; um 140 u. Z. Periode III/a —b : der Turm im inneren Grosshof (Nr. 48) und die Gebäude rings um das grosse Heiligtum (Nr. 51—53, 76 ; um 210 u. Z.) ; die westlichen Annexen der Nordwest­Ecke (z. B. Nr. 90) ; späterer Zustand von Nr. 41, 60—64, 66a. BAUGESCHICHTE UND ERLÄUTERUNG DES GRUNDRISSESJ0ER ERSCHLOSSENEN PALAST ­TEILE Das südliche Nebengebäude. Südlich vom Hauptgebäude, das wir vor allem als die Privat­residenz der Statthalter bezeichnen können, lassen sich zum Teil die Grundrissformen eines kleineren Wohnhauses erkennen. Eine der Werkhallen der modernen Schiffswerft befindet sich gerade über ihm. Bisher gelang es uns, nur einige Teile der Räume am West- und Nordrand freizulegen (Abb. 1, Nr. 19—22, 79—80). Es hat den Anschein, dass wir auch weiter südlich einen kleineren Abschnitt aus dem süd­lichen Mauerabschluss desselben Gebäudes ge­funden hätten. Das Nebengebäude kann demnach als 28 m breit und 35 m lang angenommen werden. Trotz seiner kleineren Dimensionen diente es anscheinend dennoch nicht als Gesindewohnung oder Wirtschaftsgebäude, denn zumindest 5 Räume sind unter dem Fussbodem mit Hei­zungsvorrichtungen versehen und die W T ände der Gemächer mit Malereien geschmückt. Des­halb würde ihm eher die Bezeichnung »Gebäude II« gebühren. Eme Merkwürdigkeit des Grund­risses ist, dass ein gewölbter Gang in die Rich­tung eines der Südtore des Hauptgebäudes führt (Abb. 1, Nr. 80). Der enge Zusammenhang, der offensichtlich zwischen dem Hauptgebäude und dem Gebäude II bestand, ist ebenfalls aus der Anordnung ihrer Tore ersichtlich, die einander zugekehrt waren (Nr. 78). Zwischen diesen wickelte sich der Verkehr durch einen geschlossenen Gang ab (Nr. 22 und 78). Das Wandgemälde aus der Zeit des Hadrian blieb an der Mauer des Zwischenraumes Nr. 23, zwischen dem Hauptgebäude und dem Gebäude II. erhalten, demnach wurde die Mauer, die die Gänge Nr. 22 und 23 voneinander trennt, bereits im ersten Drittel des 2. Jahrhunderts errichtet. Die aus einer Terrazzoschicht gebildete Sohle des Heizungsraumes unter dem Fussböden des achteckigen Saales Nr. 20 (Abb. 2.) legte man auf ein um 50 cm höheres Niveau als die im Palastbereich am frühesten bebauten und ausgeglichenen Bauwerkssohlen, wie bei­spielsweise im Osttrakt. Ausserdem fällt das Gebäude II. mit einiger Unregelmässigkeit und einer kleinen Krümmung in seinen Achsen­linien mit dem östlichen Drittel des Südflügels des Hauptgebäudes zusammen, ohne jedoch die Vorderfassade des letzteren, die Ostseite, zu verdecken. Also wurde schon bei der Pla­nung des Gebäudes diese Vorderfassade als ein bereits bestehender Teil des Hauptgebäudes in Betracht gezogen. Die in der Aufschüttung unter dem Fussböden des Raumes Nr. 19 ge­borgene Keramik stammt aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Auf diese Tatsachen stützt sich unsere Vermutung, dass das Gebäude II wahrscheinlich in den Jahren 130—150 u. Z. erbaut wurde. Der Durchschnitt der Aufschüt­tung zeigt kalkige und kiesige Schichten, als ob es notwendig gewesen wäre, hier den Bau­grund mit den Resten des Baustoffvorfates auszugleichen, um auf einer einheitlichen Niveau­fläche bauen zu können. Im Gelände der bisher aufgedeckten Teile des Gebäudes II wurden tiefer liegende Fussbodenniveaus nicht gefunden. Folglich wird die erste Bautätigkeit durch das etwa in der Zeit Hadrians errichtete südliche Gebäude an seinem entsprechenden Platz [Periode II/c] vertreten. 72

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