Budapest Régiségei 18. (1958)

TANULMÁNYOK - Szilágyi János: Az aquincumi helytartói palota 53-77

Der frontale (östliche) representative Trakt des Hauptgebäudes. Über die Dimensionen des Hauptgebäudes, die Einheitlichkeit des Bau­plans und die Bestimmung des Osttraktes haben wir bereits an anderer Stelle gesprochen. 1 Die von der Nordostecke des Ostflügels in östliche Richtung ansetzende Mauer (Abb. 1, Nr. 71) dürfte möglicherweise zu der im 3. Jahrhundert ausgeführten Schutz( ?)einfrie­dung, eventuell zu einer Vorterrasse gehören. Den Prachtgang (Nr. 10), der der Fassade ent­lang verlief, betrat man durch die weiten Tore neben den beiden Ecktürmen (Nr. 1 und 9). Im Prachtgang mit seinem Terrazzoboden von einer Fläche von 270 qm war Raum genug für die Gesandtschaften. Der Zentralsaal zeichnete sich nicht nur durch seine grossen Dimensionen aus, sondern auch dadurch, dass zu ihm die meisten (sieben) Türen führten. Sowohl sein Mosaikfussboden als auch die Wandmalereien waren bis Schluss in baulich gutem Stand erhalten. An der Wand des Saales Nr. 6 kam unter der bemalten Schicht aus der Zeit Marc \ Aureis eine ältere Schicht zum Vorschein. Die erste Bau­periode des Osttraktes gehört aber in eine noch frühere Zeit. Die oberen Böden der Räume Nr. 1—15 waren nämlich nur noch beiläufig in derselben Höhenschicht ausgebreitet (Abb. 3). Die Sohlenterrazzoschichten der Heiz­räume unter den Mosaik- und Terrazzoboden­belagen wurden jedoch schon genaustens auf ein und dasselbe Niveau gebreitet, und zwar derart, dass im ganzen Palastbereich keine Fussbodenschichten für Bassins, Hypocaustum, oder Wohnräumen in grösserer Tiefe gefunden wurden. Aus dem Vergleich der Höhenschichten ergibt sich also, dass der Osttrakt zu den älte­sten Teilen der vollständig ausgebauten Luxus­villa gehört hat. Unbeantwortet ist noch die Frage, ob die Eckräume Nr. 18 und 25 bzw. Nr. 16 mit der Ostseite gleichzeitig erbaut wurden. Diese hätten den reinen Villentypus mit Vorhalle (mit Porticus), Eckturm und zentralem grossen Saal in ein L-förmiges Gebäude verwandelt. Demnach ist der Osttrakt zu Beginn des 2. Jahrhunderts zu datieren, zumindest hinsichtlich seiner Grundelemente und Hauptmauern. Er konnte nur früher erbaut worden sein als das Gebäude II, das aus der Mitte des 2. Jahrhunderts stammt und auf einem höher aufgeschütteten Niveau liegt. Der Osttrakt entstand ebenfalls früher als die um 120 u. Z. begonnene Reihe der Steinaltär­chen (Abb. 1, Nr. 27), da die Steinaltär­chen von Anfang an auf einer höheren Niveau­schicht (der Einfriedung des Heiligtums gegen den Hof hin entlang) als die Terrazzoschich­ten der Heizräume an der Ostseite errichtet werden. Der südliche Wirtschafts- und Gesindeflügel. An der Südseite des Hauptgebäudes haben wir bisher 17 Räume mehr oder weniger frei­gelegt, doch fanden wir in diesem Trakt keine Spur von Mosaikböden oder Bodenheizungs­einrichtungen. Seine Sekundärbedeutung tritt auch darin hervor, dass gegenüber der im Durchschnitt 20 m betragenden Breite der Fassadenseite, die Breite der Südseite lediglich 12 m beträgt. Aus der Trennungswand zwi­schen den Räumen Nr. 18 und 25 springen mit einem Höhenunterschied von 90 cm zwei, ein unterer und ein oberer, Auflager hervor. Das doppelte Mauergesims dürfte aller Wahr­scheinlichkeit nach ein Zeichen dafür sein, dass bei Raum Nr. 18 die einstöckige Höhe des Ost­flügels endete, im weiteren aber der Wirt­schaftstrakt eine Erdgeschosshöhe gehabt hat. Hier war der zweite Raum das Getreidemagazin (Abb. 1, Nr. 25). Sein Steinmauerfunda­ment wird in Abständen von 75—-80 cm von 18—25 cm breiten Öffnungen unterbrochen. In diesen befestigte man wahrscheinlich in den späteren Perioden die senkrechten Tragbalken des Gerüstes zur Lagerung des Getreides. Der frühere Getreidespeicher (daselbst) war wahr­scheinlich ohne Ziegelpfeiler und Steinmauer­fundament noch ganz aus Holz gebaut. Über dem Boden aus Schotter und zerschlagenem Bruchstein des früheren Getreidespeichers legte man auf die 1 m dicke Schuttmasse den Terräz­zoboden des späteren- Getreidespeichers, auf jene Terrainhöhe, welche beim Bau der Bäder­gruppe Nr. 41, 60—63, 68a (am Nordtrakt) als das planierte Niveau diente. Den Bau dieses Teiles der Badeanlage aber datieren die im Kanal des Saales Nr. 63 (Durchschnitt auf Abb. 4) verwendeten gestempelten Ziegel COH[ors] VII. BR[eucorum] ANT[oniniana] in den Anfang des 3. Jahrhunderts. Demnach erhielt auch der aus Steinmauern errichtete Getreidespeicher um die Jahre 211—222 seine endgültige Gestalt und Aufschüttung. Im Raum des Ganges Nr. 24 sind 4 Boden­flächen übereinander gelagert. Der oberste Terrazzoboden liegt auf einem Niveau, das in den Anfang des 3. Jahrhunderts weist. Darunter breitet sich eine 50—60 cm dicke Schuttmasse auf einer dünnen, in die Periode um 120 u. Z. zu setzenden Mörtelschicht. Unter dieser ist eine etwa 34 cm dicke Erdaufschüttung auf den älteren Terrazzoboden gekommen. Aus diesem Gang konnte man durch ein 265 cm breites Tor den ungefähr 115 m 2 grossen Hof betreten, der das jüngere Heilig­tum (Abb. 1, Nr. 27) umgab. Das jüngere Heiligtum stand auf einer 60 cm hohen Erhebung und ragte aus der unmittelbaren Umgebung hervor. Den Raum des Saales Nr. 29a —c teilten den Ergebnissen der Ausgrabungen von 1956 73

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