Budapest Régiségei 13. (1943)

ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575

system ähnliche Hinrichtungen kennen wir auch aus anderen Amphitheatern des Donau­tales. Hier erwähnen wir nur das Rund­theater von Sarmizegethusa, wo man ein einfacheres Kanalnetz mit ähnlicher Be­stimmung fand. (C. Daicoviciu, Comisiunii­MonumentelorlstoricelV. 1938 Abb. 31—32.) In unserem Bericht wollen wir uns mit dem Aufbau des Zuschauerraumes, mit dem Verkehr und anderen Problemen nicht be­fassen, da sie der endgültigen Publikation vorbehalten sind und weisen nur auf die bisher schon erschienenen Berichte hin. (L. Gero, Technika, 22. 1941. S. 316—323, T. Nagy, Il secondo anfiteatro militare di Aquincum, Corvina IV, 1941) Ebenso werden wir in einer folgenden Nummer dieser Zeit­schrift über die statuarische Zierde unseres Amphitheaters eine kurze Notiz bringen. Wir müssen aber ganz summarisch jenen Silberschatz erwähnen, den wir im Sommer des Jahres 1940 in den Pussboden des süd­lichen Haupteinganges eingegraben fanden. Kr bestand aus zwei kugelförmigen, am Boden und am Rande vergoldeten Silberschalen (innerer Randdurchmesser 11-7—12-1 cm, Höhe 6 cm) aus zwei Stück 13-2 cm langen, vergoldeten Silberfibeln mit sieben Knöpfen und aus sieben kegelförmigen vergoldeten Silber knöpf en. Die Formen der Schalen und des Fibelpaares, das die fächerförmigen Fibelköpfe ausfüllende Rankenornament, und die theriomorphen Fussrudimente ver­weisen auf die erste Hälfte des VI: Jahr­hunderts, auf das Erbe des langobardischen Volkes. In diesem Kreise finden wir die nächsten Analogien in dem Denkmalmate­rial der inländischen (Albertfalva : zwei Fibeln in Ung. Nationalmuseum. Unpübli­ziert. Aus Ungarn im Nationalmuseum : /. Hampel, Alterthümer d. frühen Mittel­alters in Ungarn, Taf. LXIII. Abb. 1.), sowie der norditalienischen (Castel Trosino: Mengarelli, Mon. Ant. XII, 1902, S. 145 ff. —- Nocera Umbra: A. Pasqui-R. Paribeni, Mon. Ant. XXV, 1919, S. 137 ff.) frühen langobardischen Gräber. Zusammenhängende mittelalterliche Mauer­reste fanden wir nirgends auf dem Gebiete des Amphitheaters. Nur ein Teil eines goti­schen Pfeilers (Abb. 16.) und einige kleinere mittelalterliche Baufragmente kamen an der Stelle des östlichen career in sekundärer Ver­wendung zum Vorschein. Dies beweist, dass im ungarischen Mittelalter kein grösseres Gebäude an der Stelle des Amphitheaters stand. Auch im Laufe des XVIII. Jahr­hunderts bedeckte nur eine dünne Schutt­schichte die Oberfläche der Arena. Hier fanden wir zwei beschädigte Skelette und separat Hand- und Fussfessein aus Eisen. Sie erinnern an die Zeit, wo dieses Gebiet der Hinrichtungsplatz war, der in den gleich­zeitigen Aufzeichnungen als Galgenberg er­wähnt wird. Das Amphitheater schloss den sich ver­engenden südlichen Teil der Aquincumer Soldatenstadt ab. Nach Westen und Osten zu, in der Pinie von Pajosgasse bzw. Bécsi­strasse lief auch in den römischen Zeiten eine Strasse und nebenan eine Begräbnis­stätte. Einen Teil der Letzteren hat das Institut im Jahre 1941, zwischen Juli — Dezember auf dem, zu Bécsistr. Nr. 98 gehörenden Grundstück freigelegt. Am nörd­lichen Teil des Grundstückes kam eine, in Lehm gesetzte, bis auf die letzte Steinreihe des Fundamentes abgetragene P-förmige Mauer zum Vorschein. Später hat man neben dem W-Ö Flügel, bzw. teilweise darüber, eine Mörtelmauer gebaut. Wir könnten sie in 31 m Länge verfolgen. Die Ecken hat man abgetragen. In der Nähe der NO Ecke nahm ein 1-98x2-15 m grosser Raum mit Terrazzo-Fussboden Platz. Das Gebäude erstreckte sich auf das benach­barte, zur Growe'schen Hutfabrik gehörende Grundstück. Auf den südlichen Flügel hat man eine 11 -70 x 5-60 m grosse viereckige spätrömische Grabkammer gebaut, die durch eine Scheidewand in zwei Teile von ver­schiedener Grösse geteilt war. Bei der N. und W. Mauer des westlichen, kleineren Teiles hat man je ein, aus Steinplatten zusammengesetztes Grab untergebracht. Das erstere war ganz aufgewühlt. Bei dem letzteren hat man die gerade, aus einem Stein verfertigte Deckplatte durchgeschla­544

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