Nyelvtudományi Közlemények 95. kötet (1996-1997)

Telegdi Zsigmond: Ein früher Versuch die ungarische Morphologie systematisch aufzubauen 13

EIN FRÜHER VERSUCH, DIE UNGARISCHE MORPHOLOGIE SYSTEMATISCH AUFZUBAUEN 17 tisches Element enthält. Er bestimmt die Inflexionen als Buchstaben oder Silben, die, an nominale oder verbale Wurzeln angefügt, jene deklinieren, diese kon­jugieren. (In dieser Definition ist die Behauptung einer gemeinsamen Grund­struktur von Nominal- und Verbalformen enthalten). Die Formati ven unter­scheiden sich von den Inflexionen dadurch, daß diese (Kasuszeichen und Per­sonalendungen des Verbs) abgeschlossene Wortformen ergeben, die durch For­mativen erzeugten Gebilde dagegen flektiert werden können.11 Aus dieser Bestimmung der Grundelemente des Wortes ergibt sich die Auf­fassung der Wortlehre bei Verseghy. Der Grammatiker — fuhrt er aus — hat die Aufgabe, die Struktur der Sprache durch Analyse derart zu zergliedern, daß ihren Einheiten (Wörtern, Silben, sogar Buchstaben) die Klasse, zu der sie gehören, zugewiesen werden kann; dadurch werde es ihm möglich — von der Etymologie (d.h. der Morphologie) geführt — alle Regeln der Bildung und Flex­ion der Wörter zu erforschen.12 Durch die strenge Unterscheidung von Inflexion und Formative weist Verseghy die bei früheren Grammatikern geläufige Meinung ab, nach der die Possessivsuffixe des Nomens und die Personalendungen der objektiven Konju­gation als "affigierte Pronomina" zwei Reihen von Elementen derselben Art — wenn nicht, wie die unselbständigen Pronomina im Hebräischen, dieselbe Reihe in zweifacher Verwendung — darstellen: die Possessivsuffixe sind nach Verseghy Formativen, die Personalendungen aber Inflexionen. II. 1. Verseghy hat sich auch in seiner Ansicht über Aufgabe und Befugnis des Gram­matikers an Adelung gehalten. Für diesen war es eine Grundüberzeugung, daß der Grammatiker die Sprachregeln als Erfahrungstatsachen, den Gebrauch als die höchste und unumschränkteste Macht anzusehen hat, nur im Notfall, wenn der Gebrauch schwankend ist, dürften Analogie, Abstammung und Wohllaut (in dieser Reihenfolge) herangezogen werden.13 Verseghy macht sich diese Ansicht 11 "Radices vivae, seu vocabula primigenia, sunt soni illi naturales, qui in linguam hungaricam instar vivarum vocum sine omni alteratione assumpti sunt, omnique litera adventitia carent. His deinde radicibus adjunguntur syllabae, aut literae formantes, vei inflectentes, quarum ope novae ex iis voces, aut novae declinationum vei conjugationum inflexiones consurgunt" (Verseghy 1816. §.27). 12 "Hac consideratione de ortu cujusvis linguae praemissa, facile erit structuram linguae hungaricae per analysim ita decomponere, ut cuivis voci, syllabae, imo et literae sua classis assig­nari queat; cujus insigne tandem emolumentum illud erit, ut duce etymologia omnes omnino for­mationum, ac inflexionum reguláé erűi possint" (Verseghy 1816. §.26). 13 "Der Sprachlehrer ist nicht Gesetzgeber der Nation, sondern nur Sammler und Herausgeber der von ihr gemachten Gesetze, ihr Sprecher und der Dollmetscher ihrer Gesinnungen. Er entschei­det nie sondern sammelt nur die entscheidenden Stimmen der Meisten" (Adelung 1782. 113). Nyelvtudományi Közlemények 95 1996-1997.

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