Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)

Tanulmányok - Bereczki, Gábor: Vokalharmonie im Tscheremissischen 25

VOKALHARMONIE IM TSCHEREMISSISCHEN 27 a. In der Wolgaer Untermundart (CK C CN) lassen sich nur schwache Spuren der palato-velaren Angleichung entdecken. Die erwähnenswerste Er­scheinungsform ist die Palatalisierung der reduzierten Vokale nach ü in der ersten Silbe. Die Form wüSas 'ins Wasser' der Literatursprache wird hier zu wüőus, ebenso wird Lit. iiôâram 'das Mädchen (Akk.)' zu üeürüm. Für die benachbarten türkischen Sprachen ist charakteristisch, daß der auf ü und ü folgende reduzierte Laut nur ü bzw. ü sein kann. Also kann man diese Form der Angleichung im Tscheremissischen mit türkischem Einfluß erklären. Zusätzlich wird nach i, i, ü und ü stehendes a in gewissem Maße pa­latalisiert, z.B. izarna 'Donnerstag', das 'leben', cügg'ales 'pickt', turjalan 'fing an'. Anstelle von a nach i und i in der ersten Silbe steht in der Regel i z.B. C pihs, CN pihks 'Ohr'. Beke gibt jedoch neben C pilis in Klammern auch die Form pilas an. Der Laut i kommt nur neben / vor, sonst ist das urtscheremissische *i im Falle der Reduktion zu a geworden, z.B. CK C hat ~ U kit 'Hand', CK C san^a ~ U sinj>a 'Auge'. Dies zeigt, daß es in dieser Untermundart vor mehreren Hundert Jahren, zur Zeit der Reduktion des i, keine palato-velare Angleichung gab und diese sich, in beschränkter Form, erst später entwickelt hat. Auch Formen wie izarna und turjalan sprechen dafür, daß die palato-velare Angleichung eine sekundäre Entwicklung ist, da sie nur in unmittelbarer Nähe eines palatalen Vokals zur Geltung kommt. Nach e und ö gibt es keine palato-velare Angleichung. Das Gebiet der Wolgaer Untermundart grenzt im Süden an das der Tschuwaschen und Tataren. Diese beiden türkischen Sprachen haben bei der Herausbildung der Anfänge der palato-velaren Angleichung offen s sichtlich eine Rolle gespielt. b. Auch in der Wjátkaer Untermundart (M MM MK) findet sich eine gewisse Vokalharmonie. Am Sammelpunkt M wird durch die Lautentwick­lung reduziert > vollständig, die durch die Verschiebung der Betonung nach hinten ausgelöst wurde, das ursprüngliche a nach ü in der ersten Silbe zu ü, z.B. süryüzüm 'ihr Gesicht (Akk.)' (anstelle von süryazam). Nach ö wird der reduzierte Laut nur labialisiert und palatalisiert, z.B. d'öröm 'das Fleisch (Akk.)' (anstelle von jöram). Wenn auf i ein reduzierter Vokal folgt, so wird dieser palatalisiert, z.B. piSen 'gebunden' (anstelle von piSan). Nach e, i und ü in der ersten Silbe steht palatales a, z.B. keçh 'hängt', wichske 'in den Stall', süyaram 'das Grab (Akk.)'. In tatarischen Lehnwörtern erscheint in Einzelfällen auch o, z.B. ärämes 'vergeblich ' (s. TLC 22), und in der Endung steht danach ein reduzierter palataler Vokal, z.B. cäjam 'das Teewasser (Akk.)'. Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.

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