Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)
Tanulmányok - Bereczki, Gábor: Vokalharmonie im Tscheremissischen 25
28 GÁBOR BERECZKI Die Formen lamaste 'junge Linde', sapka 'Wiege' (< russ. zybka), talaze 'Mond', usw. beweisen, daß es zur Zeit der Reduzierung des urtscheremissischen *i noch kein a gab. Die Entwicklung der reduzierten Laute der zweiten, dritten, usw. Silbe zu vollständigen ist eine späte isolierte Erscheinung, also kein Beweis für die Urtümlichkeit der palato-velaren Angleichung. Die Form süyäram 'das Grab (Akk.)' zeigt, daß hier die Angleichung eine Stufe weiter gegangen ist als in der Wolgaer Untermundart, wo das a in der dritten Silbe erhalten bleibt. Das Erscheinen des ä deutet auf stärkeren tatarischen Einfluß hin. Die Angaben des Sammelpunktes MM stimmen zum großen Teil mit den oben erwähnten Tatsachen überein. Nach i, e und ü verändert sich der Vokal der folgenden Silbe genauso, während die Veränderungen in der dritten Silbe mit denen der Sammelpunkte C CN der Wolgaer Untermundart übereinstimmen. In der Form sükalan 'schob' z.B. wird die dritte Silbe nicht angeglichen. In einigen tatarischen Wörtern kommt ä nur in der ersten Silbe vor, z.B. näc'ar 'schlecht (Adv.)' (s. TLC 47), it bärk'ale 'schlage ihn/sie/es nicht' (< tat. bar-). Die Formen camanam 'das Ei (Akk.)', namalne 'unter' und sal 'Fleisch', zeigen ebenfalls, daß es früher keine palato-velare Angleichung gegeben haben kann. Die Angaben vom Sammelpunkt MK stimmen teilweise mit denen der vorherigen beiden überein bzw. weisen bedeutende Ähnlichkeiten mit ihnen auf, teilweise weichen sie jedoch ab. Nach ö und ü in der ersten Silbe bleiben die reduzierten Laute erhalten, werden jedoch labialisiert und palatalisiert, z.B. pörtüstö 'im Haus', cücküeün 'oft'. Nach e und i in der ersten Silbe wird der reduzierte Vokal palatalisiert, z.B. terniza 'das Zuhause', d'irza 'drumherum' (hier sind die reduzierten Laute am Wortende erhalten geblieben). Nach i, ö und ü wird a nicht palatalisiert, z.B. izaza 'sein/ihr älterer Bruder', tö^rzaüma 'fensterlos', tüijatimt 'sie fingen an'. Hier kommt ä nicht vor. Das Maß der palato-velaren Angleichung ist geringer als am vorheringen Sammelpunkt. Das Gebiet der Wjatkaer Untermundart ist sehr zerstückelt, denn es besteht zum großen Teil aus Dprfern, die in tatarischer Umgebung liegen. Die Abweichungen in der palato-velaren Angleichung deuten daraufhin, daß der Einfluß derselben Sprache, der von unterschiedlicher Intensität war und nur vereinzelt zur Geltung kam, den Prozeß ausgelöst hat. Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.