Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)

Tanulmányok - Bereczki, Gábor: Vokalharmonie im Tscheremissischen 25

26 GABOR BERECZKI 2. Labiale Angleichung In den Angaben von Bekes Sammelpunkten P B BJ BJp. M MM UJ CÜ CK CC C CN JT steht am Wortende anstelle des reduzierten Vokals des ersten Typs ein vollständiger Laut, und zwar nach illabialen Vokalen (a, e, a, i) e, nach u und o o, nach ö und ü ö, z. B. P B BJ BJp. M MM UJ JT piste, CK CÜ piste, C piste 'Linde'; P B BJ BJp. M MM UJ CÜ CK CC C CN JT nuSo 'Schwägerin'; P B BJ M JT sülö, MM sül'ö, BJp. UJ CÜ CK CC C CN sül'ö 'Schoß'. Daß die vollständigen Laute am Wortende das Ergebnis einer sekund­ären Entwicklung sind, beweist die Tatsache, daß sie unbetont sind, mit Ausnahme der Sammelpunkte P B BJ BJp. (wo alle Vokale am Wortende be­tont erscheinen, daß auch an diesen Sammelpunkten der letzte vollständige Vokal betont wird. Die Stammendlaute bleiben bei der Flexion an allen hier genannten Sammelpunkten reduziert, z.B. piste ~ Akk. pistam; nuSo ~ Akk. nuSdín; sül'ö ~ Akk. süVam. Die reduzierten Laute am Wortende, die infolge der Regel der la­bialen Angleichung zu vollständigen geworden sind, sind neuere Entwick­lungen, die auf jeden Fall nach der urtscheremissischen Periode aufgetre­ten sind. Was ihre Verbreitung betrifft, so kommt diese Besonderheit in einem beträchtlichen zusammenhängenden Gebiet nördlich der tatarisch­tscheremissischen Sprachgrenze zur Geltung. Von unmittelbarem tatari­schem Einfluß kann hier nicht die Rede sein, da sich im Tatarischen kein analoger phonetischer Prozeß findet. Die Tendenz zur labialen Angleichung im Tatarischen (die auf ú und ü in der ersten Silbe folgenden reduzierten Vokale werden z.B. konsequent labialisiert) kann jedoch gewirkt haben. Die Ansicht, daß diese Erscheinung Mach der urtscheremissischen Peri­ode entstanden ist, unterstreicht die Tatsache, daß die e-Laute, die durch die in der urtscheremissischen Zeit in den Endungen aus funktionalen Gründen stattgefundenen sekundären Lautvervollständigung entstanden sind, oft be­tont sind. Dies gilt z.B. für die Komitativendung -ye". UP indesaye; C andigsaye; K andeksaye' 'alle neun'. Hieraus folgt, daß das e der Komi­tativendung schon ein vollständiger Laut war, als sich die auf den letzten vollständigen Vokal fallende Betonung entwickelte. 3. Palato-velare Angleichung Die palato-velare Angleichung ist in erster Linie für die Mundarten des westlichen Dialektes kennzeichnend, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Im östlichen Dialekt gibt es mehrere Typen palato-velarer Angleichung. Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.

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