Nyelvtudományi Közlemények 84. kötet (1982)

Tanulmányok - Veenker, Wolfgang: Konfrontierende Darstellung zur phonologischen Statistik der ungarischen und finnischen Schriftsprache 305

Konfrontierende Darstellung zur phonologischen Statistik der ungarischen und finnischen Schriftsprache Ha 3epKajio Heia neHHTb, KOJIH po>Ka Kpiißa 1. Obzwar schon N. S. TRUBETZKOY vor über vierzig Jahren in seinem grundlegenden Werk zur Phonologie dem Bereich der phonologischen Statistik große Bedeutung beigemessen hat,1 ist dieser Zweig innerhalb der Phonologie bisher wenig berücksichtigt worden; wie dies für viele Sprachbereiche gilt, ist die Lage auch im finnougrischen Bereich kaum anders.2 Offenbar werden die Mühe und Detailarbeit gescheut, denn anders ist es wohl kaum zu erklären, daß einmal berechnete und veröffentlichte Werte und vor allem daraus abgeleitetete Schlüsse immer wieder ohne Nachprüfung zitiert werden. Dies gilt m. E. in ganz besonderem Maße fürs Finnische. Offenbar seitdem VILMOS TOLNAI in seinem kurzen Beitrag »Statistisches über die ungarische Sprache«3 die Relation 51 Vokale auf 49 Konsonanten (resp. 100 Vokale zu 96 Konso­nanten) aufgestellt hat und des weiteren vermerkt — »Nach dieser Tabelle wäre nun das Finnische die melodischste, weichste Sprache von den vierzehn untersuchten, da sie mehr Vokale als Konsonanten hat . . .« findet sich diese Behauptung in seriösen Werken, von denen sie dann offenbar Eingang in eine Reihe weiterer Arbeiten gefunden hat.4 Meiner Ankündigung 5 möchte ich nun folgen und hier meine diesbezüglichen Ergebnisse vorlegen. 1 N. S. TRUBETZKOY, Grundzüge der Phonologie. Travaux du Cercle linguistique de Prague 7. Prag 1939. Nachdruck: Göttingen 31962. 230—241. —Vgl. auch die Hervor­hebung der Bedeutung der phonologischen Statistik bei O. v. ESSEN, Allgemeine und an­gewandte Phonetik. Berlin 31962. 205—206; G. HEIKE, Phonologie. Stuttgart 1972. 61—63. Auf umfängliche Arbeiten zur Sprachstatistik und somit auch phonologische Statistik gehe ich hier nicht ein, vgl. z. B. CHAULES MÜLLER, Einführung in die Sprach­statistik. München 1972. — T. M. Ceöaji, OCHOBM 4)OHOJiorHHecKoii cTaracraKH. MocKßa 1972. — H.A. HoceHKO, Hanajia CTaracTUKH ÄJIH JIHHTBHCTOB. MocKßa 1981. 2 Allerdings wären hier mehrere Arbeiten von E. VÉRTES ZU nennen, die mit Hilfe statistischer Methoden verschiedene Fragen der lautlichen Struktur vornehmlich des Ungarischen und Ostjakischen untersucht hat, vgl. u.a.: E. VÉRTES, Statistische Unter­suchungen über den phonetischen Aufbau der ungarischen Sprache. ALH 3 (1953): 125—158, 411—430, ALH 4 (1954): 193—224; E. VÉRTES, Beiträge zu den typologischen Fragen des Ostjakischen. In: Theoretical Problems of Typology and the Northern Eura­sian Languages. Amsterdam 1970. 135—144; E. VÉRTES, Morphonematische Untersu­chung der ostjakischen Vokalharmonie. Budapest 1977. — Vgl. des weiteren die zahl­reichen Arbeiten von «Tu. A. TAMBOVCEV ZU statistisch-phonologischen Fragen des Vogu­lischen etc. 3 V. TOLNAI, Statistisches über die ungarische Sprache. UJb. 5 (Berlin 1925): 98—101 (hier 98—99). 4 Vgl. L. HAKTTLINEN, Handbuch der finnischen Sprache. I. "Wiesbaden 1957. 4 ff., L. HAKITLINEN, Die charakteristischen Züge der finnischen Sprache. UAJb. 43 (1971): 1—17. —• „Statistische Berechnungen haben gezeigt, daß auf 100 Vokale im Finnischen 96 . . . Konsonanten kommen. . . . außerdem ist es die einzige Sprache, in der die Menge der Konsonanten in der Rede geringer ist als die der Vokale ..." (HAKULINEN: UAJb. 1

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